HAMBURGMAGAZIN 20

17320 2014 Herbert Fricke 02460Herbert Fricke · Ressortleiter HamburgMagazin
Foto: Herbert Fricke, Hamburg

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Das ist meine Hafenstadt – Hamburg – zum Hafengeburtstag.
Foto: Hafen Hamburg Marketing Glaubitt

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Lage um Nordkorea beunruhigt die Kreuzfahrtbranche
Hamburg/Washington/Seoul – Mit Hochspannung verfolgen die Manager aller Kreuzfahrtgesellschaften zur Zeit die Zuspitzung der Lage rund um Nordkorea. Sollte es tatsächlich zum Krieg zwischen Nordkorea und dem Militärbündnis USA/Südkorea/Japan kommen, hätte dies eklatante Folgen für die internationale Kreuzfahrt. Da viele Häfen in nahezu allen asiatischen Fahrtgebieten betroffen wären, müssten in kürzester Zeit umfangreiche Fahrplan-Änderungen vorgenommen werden. Nicht nur der amerikanische Flugzeugträger CARL VINSON und seine Begleit-Armada, sondern auch mehrere Atom-U-Boote in Pusan und anderen Häfen sind in Alarmbereitschaft. Vor allem Südkorea wäre dann das wahrscheinliche Hauptziel nordkoreanischer Nuklear-Angriffe. Russland hat zwar nur eine knapp 30 Kilometer lange Grenze zu Nordkorea, hat aber seine Grenztruppen ebenfalls in Alarmbereitschaft versetzt und installiert dort modernste Raketenabwehrsysteme. Auch China ist bereit, seine Grenzen zu schützen. Der große Nachbar und langjährige ehemalige Verbündete hat Nordkoreas Machthaber wiederholt zur Mäßigung aufgerufen und vor einem Waffengang gewarnt. Die Chinesische Marine befindet sich in erhöhter Alarmbereitschaft.

17320 AIDAperla Animation AIDA CeuisesDie Taufzeremonie der AIDAperla mit Lasershow, Festkonzert und Feuerwerk soll in der Bucht von Palma de Mallorca über die Bühne gehen und von Zehntausenden von Zuschauern entlang der Uferpromenade gut zu verfolgen sein. Animation: AIDA Cruises, Rostock

Patin Lena tauft AIDAperla in Palma
Hamburg/Rostock/Palma – Die 29jährige Lena Gercke („long leg lena”), internationales Topmodel aus Hamburg, wird am 30. Juni das neueste Schiff der deutschen Kreuzfahrtflotte taufen: die AIDAperla. Die Taufzeremonie mit Lasershow, Festkonzert und Feuerwerk soll in der Bucht von Palma de Mallorca über die Bühne gehen und von Zehntausenden von Zuschauern entlang der Uferpromenade gut zu verfolgen sein. Die AIDAperla ist das zwölfte Schiff der AIDA-Flotte, mit über 300 Metern Länge und Platz für fast 4.000 Passagiere auch die bisher größte ihrer Baureihe. Weil das Schiff früher als geplant fertiggestellt und abgeliefert werden kann, unternimmt die AIDAperla schon vor ihrer Taufe mehrere Kurzreisen durch’s Mittelmeer: so z.B. am 1. Juni von Palma aus nach Barcelona, Valencia, Marseille und weiteren Häfen. Kapitän des Schiffes ist der 36jährige Nautiker Boris Becker. Nach früheren Bauverzögerungen auf asiatischen Werften und entsprechenden Konventionalstrafen ging es mit den Bauarbeiten nun sehr viel zügiger voran: Die japanische Mitsubishi-Werft in Nagasaki wird die AIDAperla, das Schwesterschiff der kürzlich in Fahrt gekommenen AIDAprima, zwei Monate früher als geplant an die Reederei abliefern können. So wird die AIDAperla also auch eher als vorgesehen im Mittelmeer eingesetzt und entsprechend beworben. Ursprünglich galten die Prospekte für das neue Schiff erst ab August 2017. Ab dem kommenden Jahr wird die AIDAperla in Hamburg stationiert sein und von hier Westeuropa-Reisen nach England, Schottland, Irland, Holland, Belgien und Frankreich unternehmen. www.aida.de

Schnell mal rüber nach Helgoland
Hamburg/Flensburg – Die Förde-Reederei hat bei der australischen Werft Austal einen neuen Hochgeschwindigkeits-Katamaran für den Helgolandverkehr bestellt. Der 56 Meter lange und 14 Meter breite Neubau soll im kommenden Jahr den alten HALUNDER JET ablösen und täglich von Hamburg über Cuxhaven nach Helgoland düsen. Der neue Katamaran hat einen Tiefgang von nur 2,50 Metern und kann 35 Knoten, also fast 70 Stundenkilometer, erreichen. Bis zu 700 Passagiere finden auf dem Katamaran Platz. Die Fahrzeit von Hamburg nach Helgoland wird auf rund drei Stunden verkürzt.

Zwei neue Eisbrecher: Stark und sauber
Hamburg – Die Fahrrinnen im Hamburger Hafen und auf der Elbe müssen auch in harten Wintern offengehalten werden. Deshalb hat die Hamburger Port Authority (HPA) die beiden Eisbrecher JOHANNES DALMANN und HUGO LENTZ auf der Hitzler-Werft bauen lassen. Insgesamt verfügt der Hamburger Hafen nun über vier Eisbrecher. Die Neubauten erfüllen alle zukunftweisenden Umwelt-Standards und verfügen über modernste Abgas-Systeme. Aufgabe der Eisbrecher ist es, auch bei tiefen Minusgraden den Fluss der Elbe aufrecht zu erhalten und ein Aufstauen von Eisschollen bis weit ins Hinterland zu unterbinden. In wärmeren Wetterperioden werden die Eisbrecher als Schubeinheiten für große Lastschuten verwendet.

Gigantismus in der Kreuzfahrtbranche geht weiter
Papenburg/Rostock/Hamburg – Der internationale Kreuzfahrtmarkt wächst weiter. Der Werftverbund Meyer-Neptun-Gruppe hat zur Zeit Bauaufträge für insgesamt 14 große Kreuzfahrtschiffe. Auftraggeber sind Royal Caribbean, Dream Cruises, Norwegian Cruise Line, AIDA Cruises, Saga Cruises, P & O sowie Disney Cruises. Die Schiffe sind vermessen mit einer Baugröße von 130.000 bis 200.000 BRZ, werden also zwischen 3.000 und 5.000 Passagiere an Bord haben. Die von Royal Caribbean bei der Werft Meyer-Turku bestellten beiden Neubauten (200.000 BRZ, 5.000 Passagiere) sollen den modernsten Hybridantrieb der Welt bekommen, also mit fast abgasfreiem Flüssiggas LNG angetrieben werden. – Größtes Kreuzfahrtschiff der Welt ist zur Zeit die HARMONY OF THE SEAS mit Platz für maximal 6.780 Passagiere und 2.300 Mann Besatzung – bei einer Länge von 362 Metern und mit 227.000 BRZ vermessen. Ob die internationalen Hafenkapazitäten mit diesem gewaltigen Bauboom Schritt halten können, wird von Insidern der Kreuzfahrtbranche skeptisch beurteilt. Selbst die CLIA als internationaler Unternehmensverband der Boombranche bezweifelt in neuesten Stellungnahmen, ob die Terminals und Abfertigungs-Modalitäten an Land mit den Bedürfnissen der rasch wachsenden Flotten Schritt halten können. Gelegentlich wird auch die Frage aufgeworfen, ob manche Reedereien, die mit staatlichen Bauzuschüssen arbeiten, im Spannungsfall ihre großen Kreuzfahrtschiffe auch als Truppentransporter zur Verfügung stellen müssen. Öffentliche Mitfinanzierung als Anreiz für immer größere Schiffe?

Ausweichen in asiatische Gewässer?
Hamburg/Shanghai – Angesichts der zunehmenden Enge in europäischen Häfen will die Kreuzfahrtbranche mehr und mehr in asiatische Fahrtgebiete ausweichen. Man hofft, vor allem in China, Malaysia, Südkorea, Japan, Indonesien und auf den Philippinen geeignete Häfen finden und ausbauen zu können. So hat nun die Costa-Gruppe ihren prominenten CEO Michael Thamm zusätzlich zum Chefstrategen von Carnival Asia ernannt. Er soll die Gegebenheiten und Aussichten auf den fernöstlichen Märkten erkunden und nach Möglichkeit vertraglich sichern. Allerdings forcieren die Chinesen nun auch selbst ihren rapide wachsenden Kreuzfahrtmarkt und arbeiten dabei mit Carnival Cruises zusammen. Im Rahmen dieses Joint Venture sollen jetzt zwei große Kreuzfahrtschiffe eigens für den chinesischen Markt auf der SWS-Werft in Shanghai gebaut werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Kürzere Kojen und größere Spielsäle für Glücksspiele gehören zu den augenfälligen Unterschieden zu europäischen Neubauten.

Der Schierlingswasserfenchel macht Wirtschaftspolitik
Hamburg – Was wie ein Witz aussieht, ist tatsächlich Wirklichkeit. Die für die Schifffahrt so wichtige Elbvertiefung wird weiter hinausgezögert, weil das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig auf Betreiben von Grünen und Umweltverbänden den Fortgang der Arbeiten bisher untersagt. Als Grund für diese höchst umstrittene richterliche Entscheidung wird explizit der Schierlingswasserfenchel genannt. Dies sei eine schützenswerte Wasserpflanze, deren Wachstum von der Elbvertiefung beeinträchtigt werden könnte. Die Elbvertiefung ist für den Hamburger Hafen und damit für die deutsche Wirtschaft extrem wichtig, weil danach auch Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 14,50 Metern nach Hamburg kommen können. Auch für die allgemeine Schiffssicherheit spielt die Tiefe der Fahrrinne eine Rolle, weil sich gegenwärtig große Schiffe kaum noch risikolos auf der Elbe begegnen können. Der Hamburger Europa-Abgeordnete Knut Fleckenstein (SPD) hält dieses Urteil für eine Folge des deutschen Verbandsklagerechts. Diese Rechtsform gebe es in keinem anderen Land der Welt. In Deutschland verzögere sich die dringende Elbvertiefung dadurch nunmehr um 10 Jahre. Eine eklatante Wettbewerbsverzerrung sei die Folge. Zum Vergleich: Spanien baggert seine Häfen Valencia, Sagunto und Gandi zur Zeit auf 18 Meter Tiefe aus. Weltweit werden Häfen den Bedürfnissen entsprechend vertieft. In Hamburg steht der Schierlingswasserfenchel im Weg.

Prekäre Situation der Handelsschifffahrt
Hamburg – Die Situation der internationalen Handelsschifffahrt verschärft sich weiter. Das weltweite Überangebot an Frachtschiffen und Containern lässt die Transporteinnahmen über See immer weiter sinken. Die zur Zeit erzielbaren Frachtraten decken kaum noch die laufenden Betriebskosten der Reedereien. Die Banken in Deutschland lehnen es ab, Schifffahrtsunternehmen weiterhin Kredite zu gewähren. Die bisher für Schiffbaufinanzierungen zuständige HSH Nordbank, ein staatliches Gemeinschaftsunternehmen von Hamburg und Schleswig-Holstein, soll bis 2018 verkauft oder dann auf Kosten der Steuerzahler „abgewickelt” werden. Interessenten sollen zur Zeit ein US-Finanzinvestor und eine chinesische Großbank sein. Im Zuge dieses seit acht Jahren andauernden Niedergangs der Handelsschifffahrt ist aktuell nun auch die deutsche Traditionsreederei Rickmers mit Sitz in Hamburg in erhebliche Zahlungsschwierigkeiten geraten. Nur wenn die Gläubiger einem teilweisen Verzicht auf ihre Forderungen zustimmen, kann das vor allem im Asienverkehr tätige Unternehmen die Krise überleben. Andere Unternehmen wie Hapag Lloyd und Hamburg-Süd versuchen, mit Hilfe internationaler Fusionen zu überleben. Die Hamburg-Süd ist ja jetzt Bestandteil der weltgrößten Containerschiffsreederei Maersk.

17320 Stena Line NB Ropax Animation Stena LineDie Stena Line-Fähren werden die treibstoffärmsten Fähren der Welt sein und im Laufe der Jahre 2019 und 2020 ausgeliefert.
Animation: Stena Line, Göteborg und Kiel

Vier neue Ostsee-Fähren
Göteborg/Kiel – Stena Line, größter Transporteur von Ladung und Passagieren zwischen Schweden und Deutschland, setzt trotz des geplanten und im Skandinavien-Verkehr konkurrierenden Fehmarnbelt-Tunnels (von Süd-Dänemark nach Fehmarn) weiter auf die Zukunft des Seeverkehrs über die Ostsee. Deshalb hat die Reederei bei der chinesischen AVIC-Werft vier hochmoderne Großfähren bestellt, die 2019 und 2020 abgeliefert werden sollen. Diese Schiffe werden jeweils bis zu 200 Lastzüge und 1.000 Passagiere zwischen Kiel und Göteborg transportieren können. Die vier neuen Fähren sollen nach Mitteilung von Stena-Aufsichtsrat Carl Johan Hagman über die energie-effizientesten Antriebe der Welt verfügen. Nachfolger von Hagmann als CEO wurde übrigens Niclas Martensson. www.stenaline.de

Frauenpower
Hamburg – Zwei wichtige Positionen im Hamburger Hafen werden jetzt von Frauen wahrgenommen: neue Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen- und Logistik AG ist nun Angela Titzrath. Zur neuen Arbeitsdirektorin von Eurogate ist Ulrike Riedel bestimmt worden. Auch in Bremen wird der Hafen femininer: Andrea Eck übernahm den Geschäftsbereich Automobil-Verladung in der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG). Anke Wibel, Leiterin des Internationalen Seemannsclubs „Duckdalben” in Hamburg, wurde vom Senat mit dem Admiralitäts-Portugaleser in Silber ausgezeichnet.

Eiskalt auf See
Hamburg – Große Entfernungen können durch moderne Containerschiffe immer schneller überbrückt werden. Dies führt dazu, dass immer mehr Obst und Gemüse aus tropischen und subtropischen Ländern und immer mehr Fleischprodukte aus weit entfernten Weideländern auf die europäischen Märkte importiert werden. Auf dem umgekehrten Wege müssen immer mehr temperatur-empfindliche Medikamente und Pharmaprodukte aus Europa in heiße Klimazonen exportiert werden. Diese Entwicklung hat Hapag-Lloyd dazu veranlasst, 5.750 hochmoderne Kühlcontainer anzuschaffen und in seine Flotte einzugliedern.

17320 Traumschiff Ahoi Foto Koehler HH

 

Eichner, Karsten
Traumschiff Ahoi – Das Kreuzfahrt 1x1

Warum haben Kreuzfahrtschiffe Tender? Weshalb misst man ihre Geschwindigkeit in Knoten? Wieso ist die TITANIC kein Kreuzfahrtschiff? Wer hat überhaupt die Kreuzfahrt erfunden? Und wo darf man auf See eigentlich heiraten? „Kreuzfahrten – Alles was man wissen muss” gibt Antworten auf diese und viele andere Fragen – pointiert, humorvoll und kenntnisreich. Das Buch ist ein idealer Einstieg in die Welt der Kreuzfahrt und ein unverzichtbares Kompendium für den Smalltalk an Bord. Es erzählt die Geschichte der modernen Seereise von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit, gibt Tipps zu Routen und Reedereien und berät bei der Schiffs- und Kabinenwahl. Ein augenzwinkerndes Lesevergnügen für Kreuzfahrt-Fans und alle, die es werden wollen.

Erschienen in Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg, ISBN: 978-3-7822-1279-3, 160 Seiten, Format 12,5 x 19 cm, zahlreiche Farb-Abbildungen, Softcover, erschienen Ende April 2017, Preise (D) 9,94 €, (A) 10,20 €, CHF 13,90.

Koehler-Traumschiff-Ahoi

 

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