OCEANLINER 7

17507 PR Atlantik Passage P1080143Vom Sonnendeck der QUEEN MARY 2 lässt sich die eindrucksvolle Skyline Manhattans bestaunen. Im Vordergrund die Insel Governors Island, die seit wenigen Jahren öffentlich zugänglich ist. Fotos: Philipp Rademann, Karlsruhe

Philipp Rademann
Eine sommerliche Atlantikpassage mit der QUEEN MARY 2
Der Weg ist das Ziel

„Es gibt viele Kreuzfahrtschiffe, aber nur einen Ocean Liner.“ Stephen Howarth, Kapitän der QUEEN MARY 2, ist beim obligatorischen Kapitänsempfang in seinem Element. Während andere Kreuzfahrtschiffe bei Sturm auf dem Nordatlantik kaum mehr als fünf Knoten machten, würde sein Schiff den Ozean auch bei widrigsten Wetterbedingungen fahrplangetreu überqueren, so der Chef auf der Brücke des stolzen Cunard-Flaggschiffs.
Wenige Tage zuvor hatte die QUEEN MARY 2 bei bestem Sommerwetter New York auf ihrem Weg in die Alte Welt verlassen. Der Zielhafen ist Hamburg, wenngleich viele amerikanische Passagiere das Schiff bereits in Southampton verlassen werden. Nicht so Alex und Susan aus dem sonnigen Florida. Die Beiden sind schon lange im Rentneralter und auf dem Weg nach Deutschland und Italien, um dort ihre europäische Verwandtschaft zu besuchen. Ganz nebenbei wird Alex in Süddeutschland noch eine neue Luxuslimousine direkt beim Hersteller in Empfang nehmen. Nicht zum ersten Mal, wie er berichtet. Denn nachdem die rüstigen Florida-Senioren einige Monate mit ihrem neuen Fahrzeug durch Europa getourt sind, können sie es steuervergünstigt als Gebrauchtwagen in die USA einführen. An Bord können viele amerikanische Passagiere wie Alex und Susan interessante Episoden aus ihrem Leben schildern. Vielen gemeinsam ist die Vorliebe, den Ozean nicht mit dem Flugzeug, sondern ganz klassisch per Schiff zu überqueren – unzählige Crossings mit der 1967 außer Dienst gestellten QUEEN MARY und der legendären QUEEN ELIZABETH 2 inklusive.

Traditionsroute unter der Cunard-Flagge
Seit 1840 mit der BRITANNIA das erste Cunard-Schiff zu einer Fahrt von Liverpool nach Boston ablegte, überqueren Schiffe unter der Cunard-Flagge den Nordatlantik. Von Luxus an Bord war Mitte des 19. Jahrhunderts zum Leidwesen der Passagiere nichts zu spüren. Der Schriftsteller Charles Dickens erlebte 1842 jedenfalls eine stürmische Überfahrt auf der BRITANNIA in die Neue Welt. Der Autor von „Oliver Twist” empfand seine Kabine als überaus eng. Dies sei „… wie eine Giraffe in einen Blumentopf zu zwängen.” Spätere Cunard-Schiffe boten zumindest in der Ersten Klasse ein Übermaß an Reisekomfort. Noch Mitte der 1950iger Jahre legten mehr Menschen den Weg von der Alten in die Neue Welt auf dem Schiff als mit dem Flugzeug zurück. Dies änderte sich spätestens mit neuen Langstreckenflugzeugen, wie der Boeing 707. Mitte der sechziger Jahre befand sich die Linienschifffahrt über den Atlantik nach New York längst auf dem Rückzug. Die Cunard Line – mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfend – stellte nach der QUEEN MARY schließlich im Jahr 1968 auch die QUEEN ELIZABETH außer Dienst. Heute fristet die 1936 in Dienst gestellte QUEEN MARY ein trauriges Dasein als Hotelschiff im kalifornischen Long Beach, wo sie seit ihrer Außerdienststellung liegt. Die Nachfolgerin der beiden Cunard Queens, die QUEEN ELIZABETH 2, versah für die Cunard Line von 1969 bis zur Indienststellung der QUEEN MARY 2 im Jahre 2004 den Transatlantikdienst auf der Traditionsroute von Southampton nach New York. Die Schiffe anderer Reedereien stellten nacheinander die Schiffsverbindung nach New York ein –- die Cunard Line blieb ihrer Tradition hingegen treu.

Ein wahrer Ozeanliner
Auf den Weltmeeren ist die QUEEN MARY 2 heute ein Unikat. Sicher, das 345 Meter lange Schiff unternimmt zwischen den Transatlantikpassagen auch Kreuzfahrten – wie z.B. nach Norwegen oder in die Karibik. Aber ihre wahren Vorteile kann die QM 2 vor allem auf ihrer Stammstrecke zwischen Southampton und New York ausspielen. Ob die für den stürmischen Nordatlantikdienst optimierte Schiffsform oder die Stärke des Schiffsstahles: Die QUEEN MARY 2 ist ein wahrer Ozeanliner. Die beiden anderen Cunard Schiffe, QUEEN VICTORIA und die QUEEN ELIZABETH, sind hingegen Kreuzfahrtschiffe klassischen Typs und lehnen sich in ihrer Konzeption stark an die sogenannte Vista-Klasse der Carnival Corp. an. Andere bekannte Vertreter dieser Baureihe sind die ZUIDERDAM ihrer Reedereischwester, der Holland America Line.
Ihr Architekt Stephen Payne hat die QM 2 so optimal konzipiert, dass im Laufe der Jahre nur wenige Änderungen notwendig wurden. So wurden die Brückennocks verlängert, um der Schiffsführung eine bessere Sicht nach achtern zu ermöglichen. Und seit ihrer 50 Millionen Euro teuren Generalüberholung bei Blohm & Voss im Sommer 2016 strahlt die QUEEN MARY 2 auch innerlich im neuen Glanz. Die zeitlose Eleganz der Kabinen und Lounges hatten, abgesehen von neuen Stoffen und teilweise neuen Möbeln, zumeist nur kosmetische Retuschen nötig. Zugleich wurden 15 neue Einzelkabinen eingebaut und oberhalb der Brücke entstand unmittelbar achtern vom Lookout-Aussichtspunkt ein neues Kabinendeck für zusätzliche Balkonkabinen der Britannia Club-Kategorie. Die Silhouette des Schiffes wurde dadurch nur für den Kenner geringfügig geändert. Die Stammgäste der QUEEN MARY 2 bemerken jedoch sofort wichtige Änderungen im Buffet Restaurant – Kings Court genannt – auf Deck 7. Hier wurde das bestehende Restaurantkonzept komplett überarbeitet. Ein großer zentraler Buffetbereich in Verbindung mit zusätzlichen Sitzmöglichkeiten trägt nun dem immer größer werdenden Interesse der Passagiere an einem Frühstück oder Lunch in legerer Buffetform Rechnung. Zugleich wurde auch der Wintergarten auf Deck 7 durch die Carinthia Lounge ersetzt. Hier erwartet den Passagier ein breites Angebot – von einem leichten Frühstück am Morgen bis zur musikalischen Unterhaltung am Abend. Well done, Cunard!
Traditionen bleiben: Da ist zum einen die feste Zuweisung des Restaurants je nach gebuchter Kabinenkategorie. Passagiere, die in Innen-, Außen oder Balkonkabinen residieren, dinieren in zwei Essensitzungen in dem beeindruckenden zwei Decks hohen Britannia Restaurant. Die Britannia Club-Kategorie ermöglicht Passagieren der höherwertigen Balkonkabinen auf den Decks 12 und 13 eine flexible Zeiteinteilung beim Dinner und eine größere Speisenauswahl im Britannia Club-Restaurantbereich.
Passagiere der Suiten und Penthouses speisen hingegen im Princess Grill oder Queens Grill. Diese Restaurants befinden sich in etwas zurückgesetzter Lage hinter der Promenade achtern auf Deck 7. Zumindest im Queens Grill, der den Gästen der teuersten Suiten und Penthouses vorbehalten ist, stehen dabei die Tische teilweise sehr dicht beieinander. Gäste, die auf der Promenade vorbeiflanieren, können den Restaurantbesuchern zudem quasi direkt auf den perfekt eingedeckten Tisch sehen.
Das Bordleben bleibt dabei den klassischen Gepflogenheiten auf hoher See verhaftet. Zwischen New York und Southampton lautet die Kleidungsempfehlung im Bordprogramm an drei Abenden formell. Auf der QM 2 wird dann zur Freude vieler Passagiere der große Auftritt zelebriert: Smoking oder ein dunkler Anzug für den Herrn und ein Abend- oder Cocktailkleid für die Damen sollten es schon sein. Bei anderen Reedereien gingen diese Formalitäten in den vergangenen Jahren im besten Wortsinne über Bord. Auf den Cunard Queens sind sie unverändert fester Bestandteil des Bordlebens.
Zur Tradition gehört auch die Teatime mit Fingersandwiches und englischen Scones jeden Nachmittag in der Queens Lounge. In dieser Lounge finden auch die großen Bälle an Bord statt, die Musik kommt von einem beeindruckenden Liveorchester und nicht vom Tonband. Dass hier und da auch bei Cunard die Gepflogenheiten der modernen Kreuzfahrt Einzug gehalten haben, versteht sich von selbst. So steht die abschließende Parade der Restaurantstewards mitsamt Moderation durch die Entertainmentdirektorin und Musik – aber ohne Eisbombe und Wunderkerzen – hinsichtlich des Entertainmentfaktors Kreuzfahrtschiffen anderer US-Reedereien in nichts nach.

Unterhaltung auf hohem Niveau
Jeder, der heute eine mindestens siebentägige Schiffsreise über den Atlantik unternimmt, wo doch eigentlich ein achtstündiger Flug zur gleichen Destination führen würde, wird diese Frage kennen: „Was macht man eigentlich bei so vielen Seetagen auf einem Schiff?” Wem der Blick auf das weite, endlose Meer nicht reicht oder keine Entspannung bei der Lektüre eines guten Buches finden möchte, hat an Bord die Qual der Wahl. Cunard bietet Unterhaltung auf höchstem Niveau. Dies reicht von Lesungen deutschsprachiger Comedians wie Bernhard Hoëcker und Oliver Kalkofe bis zu vielfältigen Vorträgen zu wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen. Insbesondere auf den Transatlantikpassagen, die für deutsche Gäste in Hamburg beginnen oder enden, hat die Cunard Line dabei auch die Interessen des deutschsprachigen Publikums fest im Blick.
Auf der sommerlichen Überquerung des Atlantiks bot zudem die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit” zahlreiche hochkarätige Vorträge und Diskussionen, die sich dem transatlantischen Verhältnis widmeten. Die Abendunterhaltung an Bord setzt hingegen auf bewährte Klassiker, wenngleich im modernen Gewand. Hier werden Versatzstücke aus Broadway Musicalklassikern ebenso präsentiert wie Comedians aus den USA oder Zaubershows. Etwas Englisch sollte man allerdings schon beherrschen, um der perfekten Moderation der jungen Entertainmentdirektorin Joanna Haley zu folgen. Die Übersetzung der Informationen von der Brücke durch die beiden deutschen Hostessen bleibt hingegen meist sehr hölzern. Hier fehlt Elan und Witz. Dies gilt auch für das deutschsprachige Tagesprogramm, das auf den Kabinen ausliegt. Gerade auf den in Deutschland stark beworbenen Hamburg-Abfahrten der QUEEN MARY 2 ist auf diesem Gebiet noch Luft nach oben.

Mit 21 Knoten nach Europa
Tag für Tag nähert sich die QUEEN MARY 2 dem südenglischen Southampton. Jeden Mittag wird die Borduhr um eine Stunde vorgestellt, bis die QM 2 schließlich nach einer Woche in den Solent einläuft. Die meisten amerikanischen und britischen Passagiere verlassen hier das Schiff. Nur rund 700 Gäste, unter ihnen 450 aus deutschen Landen, setzen die Passage bis nach Hamburg fort. Neue Passagiere, die die zweitägige Weiterreise nach Hamburg als Kurzreise gebucht haben, kommen an Bord. Der Atmosphäre an Bord ist dies deutlich anzumerken. In zwei Tagen lassen sich die Alleinstellungsmerkmale der QM 2 leider nicht richtig kennenlernen. Dies bleibt den Passagieren der Crossings vorbehalten.
Als Stoppover bietet Southampton viele Möglichkeiten. Wer die an Bord angebotenen Landausflüge – beispielsweise nach Stonehenge oder Winchester – nicht nutzen möchte, kann auf eigene Faust die Isle of Wight erkunden. Direkt neben dem Ocean Terminal, an dem die QM 2 festgemacht hat, starten die Schnellfähren der Red Funnel Line. Nur 25 Minuten später kann die Entdeckung der Insel starten. Neben dem Städtchen Cowes, das vor allem Seglern ein Begriff ist, findet sich fußläufig das Sommerdomizil von Englands Queen Victoria: Osborne House. An diesem Originalschauplatz sowie an weiteren Drehorten in England entstand im vergangenen Jahr der Film „Victoria & Abdul” mit Judi Dench und dem indischen Schauspieler Ali Fazal. Der Film erzählt die Geschichte der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der betagten britischen Queen Victoria – sie regierte von 1837 bis zu ihrem Tode 1901 – mit ihrem aus Indien stammenden Diener. In Deutschland startet der Film am 28. September 2017 in den Kinos. Im Jahre 1859 schlug Queen Victoria übrigens Samuel Cunard, den Gründer der Cunard Line, zum Ritter.
Southampton ist an diesem Sommertag ein wahres Zentrum der Kreuzfahrt. An den Piers liegen neben der QUEEN MARY 2 auch die MEIN SCHIFF 1, NORWEGIAN JADE, NAVIGATOR OF THE SEAS sowie die AZURA der britischen Kreuzfahrtlinie P&O Cruises. Als zweites Schiff gleitet die QM 2 den Solent hinunter und nimmt Kurs auf ihren „heimlichen” Heimathafen: Hamburg. In keiner Stadt der Welt wird der legendäre Ozeanliner so gefeiert wie an der Elbe. Dort geht nach insgesamt neun Tagen der sommerliche Transatlantiktörn zu Ende. Und die Passagiere können dem Kapitän „ihres” Schiffes nur zustimmen. Es gibt viele Kreuzfahrtschiffe, aber nur einen wahren Ozeanliner: Die QUEEN MARY 2. https://www.cunard.de/home/

17507 PR Atlantik Passage 0685Bei Touristen aus aller Welt beliebt: Mit der Pferdekutsche den Central Park entdecken.

17507 PR Atlantik Passage 0728Die Low Memorial Library von New York renommierter Columbia University wurde im Jahr 1895 gebaut und steht heute unter Denkmalschutz.

17507 PR Atlantik Passage 0773Eindrucksvolle Aussichten: Vom Dach des Rockefeller Center – Top of the Rock genannt – haben Besucher einen guten Überblick über das Häusermeer Manhattans bis zum Battery Park.

17507 PR Atlantik Passage P1080079Der Central Park von oben: Die grüne Lunge Manhattans erstreckt sich auf einer Länge von 4,07 KIlometern von der 59. bis zur 110. Straße und umfasst
gut 349 Hektar.

17507 PR Atlantik Passage 0858Beinahe wie in Shanghai: Die Chinatown in Manhattan ist eine der größten chinesischen Gemeinden in Nordamerika und bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit pulsierendes Leben.

17507 PR Atlantik Passage 1003Auf dem Weg in die Alte Welt: Nur an einem Seetag zeigt sich der Nordatlantik nicht von seiner sonnigen Seite.

17507 PR Atlantik Passage 1070In klassischem Design: Die Achterdecks der QUEEN MARY 2 bieten Teakplanken und jede Menge Platz, um das Meer in allen Facetten zu genießen.

17507 PR Atlantik Passage P1080167Nach der Generalüberholung im Jahr 2016 zeigen sich die Balkonkabinen der QUEEN MARY 2 frisch überarbeitet in traditionellem Design, das an
die lange Cunard Tradition anknüpft.

17507 PR Atlantik Passage 1051Das beeindruckende Britannia Restaurant bietet eine umfangreiche Speisenauswahl und wartet abends mit zwei Tischzeiten auf.

17507 PR Atlantik Passage 0962In frischem Glanz: Im Theater der QUEEN MARY 2 finden Broadway Shows ebenso statt wie Lesungen und Vorträge bekannter Persönlichkeiten.

17507 PR Atlantik Passage 1036Bei der Captain’s Coctail Party stellt Kapitän Stephen Howarth sein Führungsteam an Bord vor. Rechts im Bild der Küchenchef der QUEEN MARY 2,
Nicholas Oldroyd.

17507 PR Atlantik Passage 0994Klassische Eleganz: Die Commodore Lounge – unterhalb der Brücke – bietet hervorragende Ausblicke über den Bug der QUEEN MARY 2 und verfügt
über eine hervorragende Barkarte.

17507 PR Atlantik Passage 1011Neu an Bord: Die Carinthia Lounge hat bei dem Umbau 2016 die Wintergarten Lounge abgelöst. Kleine Snacks und vielfältige Unterhaltung machen
die Lounge von früh bis spät zu einem beliebten Treffpunkt auf Deck 7.

17507 PR Atlantik Passage 1080Die Queens Lounge bildet den passenden Rahmen für die nachmittägliche Teatime und rauschende Bälle zu vorgerückter Stunde.

17507 PR Atlantik Passage 1084 Das neue zuzahlungspflichtige Verandah Restaurant verbindet kulinarische Höchstleistungen mit einem Blick über das Achterdeck.

17507 PR Atlantik Passage 1205Exklusiv den Suitengästen der Queen Grill-Kategorie bleibt das neu gestaltete Queens Grill-Restaurant auf dem Promenadendeck vorbehalten.

17507 PR Atlantik Passage 1182Im Kings Court Buffet zeigen sich einige Köche der Küchenbrigade der QUEEN MARY 2 in bester Stimmung.

17507 PR Atlantik Passage 1406Ein wahrer Ocean Liner: Viel Platz und eine ebenso klassische wie gediegene Eleganz prägen das gesamte Interieur der QUEEN MARY 2.

17507 PR Atlantik Passage P1080233Beinahe wie in Shanghai: Die Chinatown in Manhattan ist eine der größten chinesischen Gemeinden in Nordamerika und bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit pulsierendes Leben.

 

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