17407 MSC FANTASIA A 4 2017

17407 MSC Fantasia Pooldeck Nacht01 2015 Kai OrtelAbendstimmung auf dem Pooldeck. Wenn sich das Bordleben zu später Stunde unter Deck abspielt, entfalten die Außendecks in der Dämmerung
ihren Reiz.
Alle Fotos dieser Seite: Kai Ortel, Berlin

 Kai Ortel
Mit der MSC FANTASIA auf den Spuren ihrer Vorgängerin – Teil 2
Italienisch für Fortgeschrittene

2003 habe ich den Artikel „Italienisch für Anfänger“ veröffentlicht, einen Bericht über meine erste Kreuzfahrt. Unternommen hatte diese mit der MELODY der damals noch jungen, aber aufstrebenden Kreuzfahrtreederei MSC. Vieles hat sich seitdem geändert – Zeit genug also, mit derselben Reederei und auf (fast) derselben Route wie seinerzeit erneut in See zu stechen. Das Schiff diesmal: die viermal so große MSC FANTASIA. – Fortsetzung

Gala-Abend 2.0.
Malta grüßt am nächsten Morgen mit strahlendem Sonnenschein, und warum nicht mal auf dem Balkon frühstücken, anstatt sich mit Hunderten von Mitreisenden im vollen Büffetrestaurant um die wenigen freien Tische streiten? Alle vier passen wir zwar nicht auf den kleinen Erker, der sich „Balkon” nennt, aber Platz ist am Ende in der kleinsten Hütte. Auf der MELODY ging das seinerzeit übrigens nicht, nirgendwo, denn an Balkonkabinen war im Jahr 1982, als das Schiff gebaut wurde, noch nicht zu denken. Da sieht man knapp 15 Jahre später auch gerne darüber hinweg, dass die Kabinen der MSC FANTASIA hellhörig sind und man nachts den Eindruck bekommt, als wäre die Kammer nebenan von einer achtköpfigen Familie bewohnt, die von drei zerstrittenen Teenagern beaufsichtigt wird. Dazu das ständige Getrampel auf dem Korridor, und die Nachtruhe ist endgültig dahin, ehe sie überhaupt so richtig begonnen hat.
Doch zurück zu den Balkonkabinen: Was dem einen die Idylle fernab der Menschenmassen in den öffentlichen Räumen, ist dem anderen ein Ärgernis beim Bummel über die Außendecks. Denn wo auf dem Balkon gegessen wird, geht auch, unabsichtlich oder nicht, der eine oder andere Essensrest über die Brüstung und landet ein paar Decks weiter unten auf dem Bootsdeck. Aus den Augen, aus dem Sinn? Auch die Unsitte, in den Häfen ganze Schwärme von Möwen von der Balkonbrüstung aus mit Brot und Brötchen zu füttern, trägt nicht eben zu Ordnung und Sauberkeit auf den Decks bei. Von einer freien Sicht auf das Hafen- oder Inselpanorama einmal ganz zu schweigen.
Vom 7:00 bis 12:00 Uhr liegt die MSC FANTASIA heute in La Valetta, und das auch noch auf der „falschen” Seite der Waterfront, nämlich der der historischen Altstadt gegenüberliegenden. Das heißt Tendern, und was dies wiederum bedeutet, hat man bei Schiffen von 100.000 BRZ Größe oder mehr leider schon allzu oft erlebt. Meist lohnt es nicht, überhaupt von Bord zu gehen, so schleppend verläuft die Ausschiffung derjenigen Passagiere, die nicht in den Genuss einer Vorzugsbehandlung kommen, weil sie einen teuren Bordausflug gebucht haben. Nicht so jedoch an diesem Morgen in La Valetta. Die Ausschiffung der fast 4.000 Passagiere verläuft unfassbar zügig für ein Schiff dieser Größe und Kapazität, und da das Tendern zur anderen Hafenseite mit lokalen Barkassen und Ausflugsbooten erfolgt anstatt mit den bordeigenen Rettungsbooten, ist man viel schneller drüben als man am Morgen noch gedacht hatte. Und das alles auch noch ganz ohne Tickets, für die man sonst gerne mal schon mitten in der Nacht aufstehen muss, damit es nach dem Frühstück nicht das vorletzte Tenderboot von allen ist, dem man zugeteilt wird. Ausschiffung auf Italienisch, das kann also auch unbürokratisch und zügig bedeuten, Chapeau MSC! Nur dass das Tagesprogramm schon wieder 34 Grad Hitze angekündigt hat, die es dann auch tatsächlich ganz schnell werden, setzt dem Landausflug per pedes physische Grenzen. Nach zwei Stunden Marschieren, Keuchen und Schwitzen geht es einfach nicht mehr – zurück aufs Schiff, heißt dann die Devise, und das klappt mittags zum Glück genauso reibungslos wie am Morgen der Weg von Bord. Nur dass die Kabine nach fast fünf Stunden Abwesenheit wieder nicht aufgeräumt ist, versteht man nicht so richtig, Zeit wäre jedenfalls mehr als genug gewesen. Also legen wir uns zum Mittagsschlaf erneut in ungemachte Betten. Geht auch, ist nur eben ein bisschen verwunderlich.
Wer vormittags bei 35 Grad zu Fuß durch La Valetta marschiert ist, darf übrigens den Nachmittag gerne verschlafen, jedenfalls ist es bereits 17:00 Uhr, als Kabine 9121 allmählich wieder zum Leben erwacht. Die MSC FANTASIA ist da schon längst wieder irgendwo auf dem Mittelmeer; wo genau, lässt sich leider nicht feststellen, weil die Webcam auf der Kommandobrücke offenbar schief steht und anstatt Horizont und Himmel nur ein Bild vom Bug und ein bisschen Wasser links und rechts davon in die 1.637 Kabinen an Bord überträgt. Sollte man den Herrschaften Offizieren vielleicht einmal sagen. Die bereiten sich derweil allerdings schon genauso auf den bevorstehenden Gala-Abend vor wie die Gäste der ersten Essenssitzung in den beiden Hauptrestaurants. In dieser Hinsicht steht MSC Crociere nämlich ganz in der Tradition der „klassischen” Kreuzfahrt: Der Gala-Abend beginnt mit einem Cocktail-Empfang des Kapitäns, zu dem ganz offiziell über das Bordprogramm eingeladen wird (18:15 bis 19:00 Uhr). Daran schließt sich das Gala-Dinner an (19:00 bis 20:45 Uhr), und wer möchte, bekommt nach diesem auch noch „die Gelegenheit zu einem Foto mit dem Kapitän” in der Il Transatlantico Piano Bar (20:45 bis 21:15 Uhr). Nicht zu vergessen natürlich die Vorstellung der ranghöchsten Offiziere durch ebendiesen im Theater (21:20 Uhr) und die Show an selber Stelle zehn Minuten später. Doch was in ähnlicher Form auf der MELODY vor über zehn Jahren noch Herzklopfen verursacht hatte, weil es damals hieß, der Kapitän habe „die Ehre, Sie heute Abend zum Abendessen an seinen Tisch einladen zu dürfen”, ist im Jahr 2015 plötzlich nur noch Stress. Denn weder möchte der Kapitän knapp 4.000 Passagieren die Hand schütteln oder auch nur mit einem Bruchteil davon an (s)einem Tisch zu Abend essen, noch tut sich die Mehrzahl der Passagiere heutzutage das volle Vier-Stunden-Programm aus Cocktail-Empfang, Gala-Dinner, Shakehands und Show an. Während also die eine Hälfte in der Schlange steht, um sich pflichtschuldigst eine Dreiviertelstunde lang an einem Sektglas festzuhalten, bevölkert die andere Hälfte in Party-Lautstärke den Aqua Park auf dem Pooldeck.

Nightswimming
Das Essen verpassen will man dann aber doch nicht, also schlüpft man natürlich doch in letzter Minute noch schnell in Anzug oder Abendkleid, nur um im Restaurant angekommen festzustellen, dass sich ein überraschend großer Teil der übrigen Passagiere diese Mühe nicht gemacht hat. So richtig Gala-Atmosphäre will an diesem Abend also nicht aufkommen, was auch daran liegen mag, dass aus welchen Gründen auch immer heute auch der Maitre d’ und die Chefkellner beim Servieren aushelfen (müssen) – und dabei noch missmutiger dreinblicken als ihre Kollegen. Zwei Stunden dauert das Ganze, inklusive Strom- und Lichtausfall zwischendurch, ein paar falschen Gerichten und einem Eis, das nur noch in geschmolzener Form am Tisch eintrifft. Immerhin: Kalorien ansetzen kann man auf der MSC FANTASIA nicht, denn einer der Fahrstühle ist auch am vierten Tag der Reise noch kaputt, und sowohl beim unvermeidlichen Treppensteigen als auch in den nicht enden wollenden Kabinenkorridoren fragen sich nach dem Essen nicht nur die Kinder: Wann sind wir denn da-ha? Wie lange dauert es no-hoch?
Entschädigt für diese und andere Strapazen wird man jedoch spätestens nach Sonnenuntergang, wenn die zweite Essenssitzung im Gange ist und die meisten übrigen Passagiere in der Show oder in ihrer Kabine sind. Da ist plötzlich nicht nur Zeit für ein Bad im Pool, sondern es herrscht sogar freie Wahl, welchen davon man nun überhaupt nimmt. Den mit der schönen Aussicht am Heck? Den großen mittschiffs auf dem Oberdeck? Oder doch lieber den überdachten weiter vorne? Jedenfalls heißt es um 21:00 Uhr endlich: Nightswimming. Und da auch die Whirlpool-Politik bei MSC als italienisch-liberal und somit familienfreundlich bezeichnet werden kann, können Mama und Papa im Mondlicht und bei etwas Seewind ihre (zugegeben ziemlich kurzen) Bahnen schwimmen, während der Nachwuchs den Abend mit neu gewonnenen Freunden gleichen Alters nebenan im „Blubberpool” ausklingen lässt.
Doch ganz vorbei ist Tag Nr. 4 damit noch nicht, denn auf der Kabine wartet plötzlich ein Bewertungsbogen. Nanu, fragt man sich, jetzt schon?! Doch MSC möchte bereits nach der Hälfte der Kreuzfahrt wissen, was einem gut gefallen hat und was nicht. Soviel Bestreben, sich kontinuierlich zu verbessern, ehrt die Reederei natürlich, aber wer hat mitten während der Reise schon Lust, einen solchen Bogen auszufüllen? Und was sollte das in den verbleibenden drei Tagen auch schon großartig ändern? Natürlich: Luft nach oben ist an der einen oder anderen Stellschraube an Bord durchaus. Doch will man dafür verantwortlich sein, dass in Indonesien plötzlich eine achtköpfige Familie hungern muss, nur weil Papa wegen eines halbgeschmolzenen Eises am Gala-Abend einen Rüffel und deswegen am Ende seinen Vertrag nicht verlängert bekommt? Oder weil an Bord ein Ersatzteil für die Reparatur des Fahrstuhls fehlt? Natürlich nicht. Also verschwindet der Bewertungsbogen zusammen mit den Tagesprogrammen, den Getränkequittungen und den Bustickets in der Mappe für das Fotoalbum daheim. Morgen ist ein neuer Tag.

Mallorca und Barcelona
Tag fünf ist ein halber Seetag, gezwungenermaßen sozusagen. Eigentlich steht donnerstags Tunis auf dem Reiseplan der MSC FANTASIA, doch nach dem Terroranschlag in der tunesischen Hauptstadt vom Juni 2015, bei dem auch Kreuzfahrtgäste ums Leben gekommen sind, läuft die Reederei Tunis bis auf weiteres nicht mehr an. Stattdessen legt das Schiff nun einen Zwischenstopp in Palma de Mallorca ein, das jedoch viel weiter westlich liegt und daher erst abends um 21:00 Uhr erreicht wird. Bis es soweit ist, quillt daher das Tagesprogramm geradezu über vor Bord-Aktivitäten, die nur ja keine Langeweile aufkommen lassen sollen. Vormittags Lambada-Unterricht, Gran Bazar („Die besten Angebote der Kreuzfahrt”) und Arts & Crafts („Kreiere einen Stern”), nachmittags Obst- und Gemüse-Schnitzvorführung, Kicker-Turnier und die MSC-Kindershow und am frühen Abend dann das Highlight des Seetages – die Snow Party auf dem Pooldeck. Von den rund 4.000 Passagieren an Bord haben sich um 17:30 Uhr gefühlte 3.990 hoch oben rund um den Aqua Park versammelt, wo auf der Bühne unter der Fernsehleinwand bereits ein Utensil aufgebaut ist, das verdächtig nach einer Kanone aussieht. Und richtig: das gute Stück entpuppt sich als Schneekanone, deren nassfeuchte Ladung unter großem Gejohle unter das leicht bekleidete Kreuzfahrer-Volk gebracht wird. Dass die Schneekanone eigentlich eine Schaumkanone und die „Snow Party” demzufolge genaugenommen eine „Foam Party” ist, stört nur Puristen, genauso wie die Tatsache, dass die Musik und die Bässe so laut aus den Boxen wummern, dass die MSC FANTASIA an diesen Abend vermutlich noch die algerische Küste beschallt. Nur im Pool selber sollte man sich zu dieser Tageszeit nicht mehr aufhalten, denn das Wasser darin hat nach den Bade-Exzessen der Hundertschaften Jugendlicher aus aller Welt am Abend nicht nur die Temperatur und Viskosität einer Mischung aus Sonnencreme und Kinderpipi angenommen, sondern auch exakt diesen Geruch und Geschmack, wenn man ihm zu nahekommt. Kleiner Tipp, um dies zu umzugehen: antizyklisch cruisen. Also ein Bad im Pool nehmen, wenn der Großteil der Passagiere vormittags an Land ist und essen bzw. an Land gehen, wenn der Rest des Schiffes badet oder gerade ein Verdauungsschläfchen in der Kabine hält. Das funktioniert nicht an jedem Tag, verschafft einem aber hin und wieder eine stressfreie Minute abseits der Routine, die einem das Kreuzfahrt-Programm auferlegen möchte.
Als wir am Abend ohne Landausflug in die Kabine zurückkehren (Anleger und Hafen sind in Palma de Mallorca zu weit von der Innenstadt entfernt für einen kurzen Abendbummel), ist der Anblick von Koffern und Reisetaschen in den Kabinenkorridoren längst ein gewohnter geworden. Denn wo es zu Zeiten einer MELODY selbst auf sich wiederholenden siebentägigen Rundreisen im Mittelmeer nur einen einzigen Ein- und Ausschiffungshafen gegeben hat, heißt das Zauberwort des 21. Jahrhunderts „Interporting”. Das bedeutet: Die Norditaliener steigen in Genua ein und aus, die Süditaliener in Neapel, die Franzosen in Marseille und die Spanier in Barcelona. Was den einzelnen nationalen Zielgruppen in punkto An- und Abreise entgegenkommt, sorgt jedoch an Bord für eine permanente Bahnhofsatmosphäre. Ganz zu schweigen von der obligatorischen Rettungsübung, die für jede neu eingeschiffte Passagiergruppe noch vor dem Auslaufen wiederholt werden muss. Und da sich dann eben doch der eine oder andere Nicht-Italiener bzw. Nicht-Spanier an Bord „mogelt”, gibt es jeden Nachmittag aufs Neue nicht enden wollende Durchsagen in italienischer, englischer, spanischer, deutscher, französischer, portugiesischer, japanischer und chinesischer Sprache, in denen mitgeteilt wird, welche Passagiergruppe sich wann wo zu versammeln hat, um die Sicherheitsbelehrung zu empfangen. Was dann leider wieder die anderen 3.500 Passagiere stört, die sich zur selben Zeit mit einem Cocktail oder einem guten Buch in eine der Lounges zurückgezogen haben, um dort ihren Urlaub zu genießen.
Dann doch lieber in die Show. Die wirbt für den Abend nach dem Auslaufen aus Barcelona im Bordprogramm mit einem Totenkopf und gekreuzten Piratensäbeln und hält tatsächlich, was sie verspricht: „spektakuläre akrobatische Vorführungen in einer magischen Atmosphäre”. Leider versteht man zwar weder die deutsche Ansage vorab noch die englischen Liedtexte, doch der Zauber der Akrobatik nimmt Groß und Klein gleichermaßen gefangen. Dazu noch die frischen Eindrücke der Sagrada Familia, des Fußballstadions Camp Nou und von Barcelonas Flaniermeile La Rambla vor dem geistigen Auge, klingt ein weiterer ereignisreicher Reisetag an Bord der MSC FANTASIA gelungen aus.

Ein Hafentag an Bord
Den vorletzten Tag ihres siebentägigen Rundkurses verbringt die MSC FANTASIA im Hafen von Marseille. Und wir mit ihr. Denn MSC verlangt für den Shuttle-Bus in die Innenstadt 16 € pro Erwachsenem und 10 € pro Kind, das sind über 50 € allein für ein paar Minuten Busfahrt ins Stadtzentrum. Halsabschneiderei? Schon in Barcelona gestern hätte uns der Shuttle-Bus 9 bzw. 6 € pro Person gekostet, da jedoch konnte man die Innenstadt noch einigermaßen bequem auch zu Fuß erreichen. (Dass sowohl in Barcelona als auch in Marseille die Häfen eigene Busse stellen, welche die Kreuzfahrtpassagiere aller Reedereien zu einem Bruchteil des Preises der „offiziellen” Shuttle-Busse in die City bringen, verschweigt das Bordprogramm geflissentlich.) Also heißt das Motto des Tages: stiller Boykott. Und der wird mit einem fast leeren Schiff belohnt, einem Ruhetag auf dem Balkon, entspannten Minuten im Pool und einem Spiele-Nachmittag in den Lounges, die ebenfalls mehr oder weniger verwaist sind, solange die Landausflügler noch nicht zurückkommen. Früher hatten Kreuzfahrtschiffe (auch die MELODY) für Bridgepartien und andere Gesellschaftsspiele übrigens einen „Card Room”, ein Spielzimmer, in dem man lauter sein durfte als in der Bibliothek, aber immer noch leiser sein musste als in den Lounges oder an Deck. Und auf der MSC FANTASIA? Existiert auf dem Decksplan zwar ein „Poker Room”, in Wirklichkeit ist dieser jedoch schon beim ersten Umbau des Schiffes einer „Video Games Arcade” gewichen. Und eine Bibliothek? Die gibt es. Sie heißt zwar etwas irreführend „Cyber Library”, verfügt jedoch über eine ansehnliche Auswahl Bücher in verschiedenen Sprachen, über gemütliche Lesesessel und über ein großes Bullauge, damit der Blick über den Seitenrand auch einmal abschweifen kann. Tische für Spiele gibt es dort aber nicht, also wird der Spiele-Nachmittag kurzerhand in die „Cantina Toscana” verlegt, die natürlich nicht über die Anmutung eine Kantine, dafür aber über ausreichend große Tische zum Kartenspielen verfügt. Genauso übrigens wie später die L’Insolito Lounge am Heck, wo man in Vorbereitung auf den abendlichen Cocktailempfang für die Mitglieder des MSC Clubs alle Vorhänge herunterlässt, nur nicht den an unserem Fenster, damit wir weiter bei ausreichend Tageslicht spielen können. Danke!
Der Cocktailempfang selber fällt dann jedoch zumindest im Vergleich zu den umsichtigen und liebevollen Bemühungen so manch eines Kellners und Kabinenstewards ziemlich ab, was umso mehr überrascht, als diesmal ja ausgerechnet die MSC-Stammgäste hofiert werden. Doch viel Aufhebens macht man nicht. Es gibt keine Vorstellung der Offiziere und kein noch so knappes Grußwort des Kapitäns, sondern nur einen Kurzvortrag des Kreuzfahrtdirektors, dessen Deutsch (und Englisch) so unverständlich ist, dass man nur vermuten kann, er habe genau diesen Vortrag vor vielen Jahren bereits auswendig gelernt, nur um ihn seitdem allwöchentlich aufs Neue herunterzuleiern. Immerhin begegnen wir bei dieser Gelegenheit zum ersten und einzigen Mal auf der Reise der deutschen Gästebetreuerin an Bord, deren schiere Existenz die vergangenen sechs Tagesprogramme glattweg verschwiegen haben.

Irgendwie anders
In der MSC FANTASIA steckt, so haben wir nach einer Woche im Westlichen Mittelmeer festgestellt, fast keine MELODY mehr. Der Reedereiname ist noch derselbe, aber das Produkt ist ein gänzlich anderes geworden. Die Seereise unserer Tage hat sich längst emanzipiert und vom kleinen Ableger einst ruhmreicher Linien-Reedereien zu einer eigenständigen Urlaubsform entwickelt, die nicht nur mit All inclusive-Resorts an Land konkurriert, sondern vor allem mit immer größer werdenden Schiffen und Flotten der internationalen Konkurrenz. Statt dem Captain’s Dinner von einst gibt es heute Pommes frites in Massen, die in Pappschachteln dargereicht werden, welche als Einwegmüll wiederum nach der Mahlzeit mitunter den Boden des Pooldecks pflastern. Natürlich bieten die Mega-Schiffe von heute auch die Exklusivität von einst, doch für die muss man draufzahlen. Nicht nur, wenn man den Butler-Service und die Abgeschiedenheit des MSC Yacht Club genießen will, sondern auch, wenn man fernab des „Pöbels” speisen möchte. Die Nachfrage danach scheint allerdings gering, jedenfalls haben wir die entsprechenden Lokalitäten wie das Tex Mex-Restaurant „El Sombrero” und die „Sports Bar” nur allzu oft gähnend leer vorgefunden. Doch die Größe einer MSC FANTASIA imponiert natürlich. 18 Bars und Lounges, sieben verschiedene Musikdarbietungen jeden Abend, drei Pools – da fällt die Wahl jeden Tag aufs Neue schwer. Und trotzdem: Das Risotto abends hat jeden Tag gleich geschmeckt, an Deck war es meistens unerträglich voll und laut, und die ständigen Durchsagen haben irgendwann genauso genervt wie der Fahrstuhl, der nie kam oder immer schon voll war. Die Kabine war selbst mittags oft noch nicht fertig, und abends haben die Kinder die lustigen Handtuchtiere vermisst, die sie auf anderen Schiffen liebgewonnen hatten. So eine Mittelmeer-Kreuzfahrt ist nicht mehr das, was sie früher einmal war. Sondern irgendwie anders. Ganz anders. www.msc-kreuzfahrten.de

Technische Daten MSC FANTASIA

Bauwerft STX France (Chantiers de l’Atlantique), St. Nazaire, FR
In Dienst gestellt seit dem 20. Dezember 2008
Flagge Panama
Heimathafen Panama
Tannage 137.936 BRZ
Länge 333,30 Meter
Breite 37,92 Meter
Tiefgang 8,45 Meter
Passagiere 3.959 (3.274 bei Belegung nur der Unterbetten)
Kabinen 1.637
Leistung 71.400 kW
Höchstgeschwindigkeit 23,3 Knoten

 17407 La Valletta25 2015 Kai Ortel

 

 

 

 

 

 

 


     Die Saluting Battery diente der Royal Air Force zur Verteidigung von La
     Valletta. Von 1814 bis 1964 war Malta britische Kolonie.

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len ein.

17407 MSC Fantasia Sports Bar12 2015 Kai Ortel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Sports Bar kann man Devotionalien wie z. B. Trikots berühmter Fußball-Stars bestaunen. Ansonsten dominieren hier Live-TV-Übertragun-
gen diverser Sportveranstaltungen das Geschehen.

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Altstadt noch weiter.

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