Die ganze Welt der Kreuzfahrt17501 September Oktober 5 2017

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Die COLUMBUS ist das Flaggschiff von CMV Cruise & Maritime Voyages und TransOcean Kreuzfahrten. Sie überzeugt mit ihrem hervorragenden Passagier-Raum-Verhältnis und ist mit fast 80 Prozent Außenkabinen ausgestattet – inklusive 64 Junior Suiten und De Luxe Kabinen mit Balkon.
Für Passagiere, die solo reisen, sind 150 Innen- und Außenkabinen in verschiedenen Kategorien zur Einzelnutzung vorgesehen. 

Fotos: TransOcean Kreuzfahrten, Offenbach

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POLARSOMMER 5

17505 28072017 P1030713 PBEisberge aus der Nähe. Fischer wagen sich mit ihren Kuttern bei der Arbeit sehr nahe an die Eisgiganten, nicht aus Übermut, sondern nach stetiger Beobachtung. Manche dieser Giganten verweilen monatelang in der Diskobucht.


Dieter Bromund (Text) und Petra Bromund (Fotos)

Polarsommer: Hoher Norden, leuchtend helle Tage
Mit der MS ASTOR nach Grönland, Island und zu den Färöer

Wer kennt heute noch Prinz Christian? Er lebte von 1699 bis 1746 und regierte Dänemark ab 1730 als König Christian VI. Nach ihm, der die Kolonisierung und Christianisierung Grönlands förderte, ist ein Sund benannt. Der ist dort so unbedeutend, dass selbst der grönländische Schulatlas Kalaallit Nunaat ihm nur einen einzigen Eintrag widmet. Auf der Übersichtskarte von ganz Grönland auf Seite 22 ist der Prinz Christian Sund in winziger Schrift an der Südspitze des Landes zu finden. Er verbindet die östliche Irmingersee als Teil der Dänemarkstraße mit der Labradorsee im Westen und ist rund 100 Kilometer lang.
Wer den Sund benutzt, vermeidet die Umrundung der Südspitze der größten Insel der Welt, Grönlands Kap Farvel. Es ist selbst für erfahrene Seefahrer gefährlicher als Kap Horn an der Südspitze Südamerikas. Sergiy Strusevych, Kapitän der MS ASTOR, weiß warum. Zu Sturm, Strömung und Seen kommt in Grönland noch das Eis. Darum dürfen Schiffe mit mehr als 250 Personen an Bord neuerdings nur noch begleitet von erfahrenen Eispiloten grönländische Gewässer befahren.
Auf der Reise A 731 des Flaggschiffs von TransOcean waren gleich zwei Eispiloten in Island an Bord gekommen, die abwechselnd rund um die Uhr Dienst taten. Ihr Rat war am achten Tag der Reise plötzlich sehr wichtig.

Nach Norden in den Polarsommer
Die MS ASTOR hatte am Sonntag, dem 16. Juli 2017, pünktlich um 16.00 Uhr in Bremerhaven abgelegt. Die vorgeschriebene Seenotrettungsübung, in der jeder Gast sich mit seiner Schwimmweste an seinem Rettungsboot einzufinden hatte, erfolgte noch vor Abfahrt. Dies geschah in strömendem Regen, der die zahllosen Kameras dennoch nicht von ihrem Tun abhalten konnte. Das Abendessen im Waldorf Restaurant fand in zwei Sitzungen – um 18.00 und um 20.00 Uhr – statt. Zu Schiffsrundgängen wurde eingeladen, die Künstler an Bord präsentierten sich, die See war ruhig, die Bars mit open end geöffnet.
Wer sich für ein „all inclusive”-Getränkepaket entschieden hatte, das je nach Ausstattung zwischen 11 und 22 Euro pro Tag und Person kostete, konnte mit einem entsprechenden Punkt auf der Bordkarte namhafte Getränke und die Tischweine frei, Flaschenweine und Premium Spirituosen mit bis zu 50 Prozent Rabatt genießen. Und so begann der erste Abend einer Reise von 23 Tagen: „Faszination Arktischer Polarsommer – Grönland und Island intensiv”, die Färöer waren eingeschlossen.

… mit vielen Seetagen
Zwei reine Seetage als Start machten es auch Anfängern unter den 389 Gästen leicht, sich an die Planken zu gewöhnen, die mehr als drei Wochen die Welt bedeuten sollten. Island lag auf der Hinreise mit zwei Zielen im Osten und Nordosten an, mit Seydisfjördur und Akureyri.
Die Dänemarkstraße wurde auf dem Weg nach Tassilaq gequert, eine der wenigen Siedlungen an der Ostküste Grönlands. An die Westküste nach Ilulissat ging es durch den Prinz Christian Sund. Die Insel Ummannaq musste wegen einer amtlichen Warnung vor einem Landrutsch gestrichen werden, Qeqertarsuaq und Sisimiut lagen als nächstes an. Auf dem Weg zurück nach Süden gab es dreimal Ankern auf Reede: vor Kangerlussuaq, vor Nuuk – der Hauptstadt – und vor Nanortalik, ganz im Süden, als Abschied von Grönland.
Reykjavik, Islands Hauptstadt, folgte und als letztes dann Kollafjördur, nördlich von Thorshavn, der Hauptstadt der Färöer. Zwei weitere Seetage in südöstlicher, dann südlicher Richtung und Bremerhaven war am 8. August mittags erreicht. Turnaround und Abschied. Um 19 Uhr am gleichen Tag konnte die MS ASTOR Bremerhaven mit neuen Gästen wieder verlassen.

Vom Geist der Reise
Seetage bieten dem einen Möglichkeiten, loszulassen und das Landleben zu vergessen, für den anderen sind sie leidvoll, wenn die See ruppig ist, der Wind kalt und der Himmel nur Regen spendet. Da tröstet dann vier Mal die jeweils um eine Stunde länger werdende Nacht auf dem Weg in den Norden beim Gewinn westlicher Breite. Den Programmgestaltern der MS ASTOR gaben sie die Möglichkeiten zu zeigen, was sie draufhaben.
Das Abendprogramm in der Astor Lounge gestaltete das sechsköpfige Show Ensemble singend und tanzend zu Klängen der sehr mitreißenden jungen Astor Band. Für Musik im Captains Club, der zentralen Bar, waren Olivia und Gabriel, das „Lucky Duo”, zuständig. Zusammen mit Alexander sorgte Gabriel auch für Klassisches. Einzelne Mitglieder der Band traten als Solisten auf.
Guter Geist aller Künstler war Kreuzfahrtdirektor André Sultan-Sade. Er hatte auf der MS ASTOR eine Doppelfunktion, verantwortete, wie auf englischen und amerikanischen Schiffen üblich, das Unterhaltungsprogramm und trat dabei auch selber auf. Zusätzlich war er auch Ansprechpartner für die Belange der Gäste und machte Durchsagen, die ihnen Orientierung im Programm gaben.
Ulrich Leim, Urgestein an Bord, war als Concierge Helfer in manchen Nöten und Julia Heimann die souveräne Ausflugsleiterin, die alles möglich machen konnte. Maximilian Klassen, aus der Schule von Larry Jackson kommend, bewährte sich gelassen als Hoteldirektor. Und dann gab es die, die auf Kreuzfahrten „Lektoren” genannt werden.

Die Wissenden und Lehrenden
Auf dieser Reise gab es vier von ihnen, allesamt bekannte Akademiker, drei promovierte Herren und eine Dame, Naturwissenschaftler mit besonderer Neigung zu Land, See und deren Bewohnern. Wer eine Intensivreise in den arktischen Norden macht, ist kein üblicher Reisender. An historischen Immobilien war auf dieser Reise wenig zu besichtigen, umso mehr an Relikten aus der nahen Vergangenheit der Grönländer. Doch Land und See boten, kundig interpretiert, unendlich viel Staunenswertes und füllten jedes Mal die Astor Lounge, wenn der Vortrag eines Lektors auf dem Programm stand.
Dr. Ludger Feldmann, zuletzt Privatdozent an der TU Clausthal, nahm dem Kreuzfahrtdirektor einige Aufgaben ab, im Verweisen auf und dem Erklären von Phänomenen an Land, dem Hinweis auf Seezeichen, mit der Vorstellung von Zielen und Orten und der Durchführung von Ausflügen. Was zu Hause tagelanges Lesen in Vorbereitung eines Landausflugs gekostet hätte, wurde gründlich und präzise in 45 Minuten präsentiert und in kleinen Diskussionen und späteren Fragestunden weiter vertieft.
Eine überraschend hohe Zahl an Gästen führte bei den Vorträgen Tage- oder Notizbücher. Man wollte es genau wissen und festhalten. Wie etwa funktioniert die Salzdrüse eines Seevogels? Und wie lange können Vögel übers Wasser fliegen? Wie schlafen Wale, ohne zu ertrinken?

Island macht es uns sehr leicht
Drei Inseln, drei Länder, drei Kulturen. Island ist für den Mitteleuropäer am leichtesten anzunehmen. Manch germanische Sage hat hier ihren Ursprung, die Sagas waren den Älteren so bekannt wie es heute die isländischen Krimis den Jüngeren sind. Nirgendwo fanden wir so viele Bücher über ein Land wie hier, betörende Fotos aus jeder Jahreszeit. Stadtbilder wie im Festlandsnorden, geschäftige Häfen und wirbelnder Wettbewerb um Touristen, die Wale beobachten wollen.
Hochmoderne Architektur in Hafennähe, bestaunenswert das neue Konzertgebäude „Harpa”. Auch in Island folgt man also der Mode, große Musik nur noch in Bauten am Wasserrand zu genießen wie in Hamburg, Kopenhagen, Amsterdam oder Sydney. Auf der Hinfahrt erlebte man das eher ländliche, auf der Rückfahrt mit dem Stopp in der Hauptstadt das urbane Island. Einst ebenfalls zu Dänemark gehörend, hatte Island sich zum Ende des Zweiten Weltkriegs als unabhängig erklärt und war so von der Weltgemeinschaft anerkannt und akzeptiert worden. Man spürt Stolz und Selbstbewusstsein bei vielen Begegnungen.

Kaltes Wasser vor Grönland
Dänemarkstraße nennt die Karte den Teil des Nordatlantiks, der Island von Grönland trennt. Hier ist das Wetter schwer berechenbar. Unter der Ostküste Grönlands läuft ein Strom mit kaltem Wasser aus Nordosten, weiter draußen führt der Golfstrom auf seinem nördlichsten Ausläufer warmes Wasser mit. Auf einer früheren Reise mit der MS ASTOR fuhren wir 1700 Kilometer nur durch Dunst und Nebel von Island nach Spitzbergen.
Über Grönland liegt immer ein Hochdruckgebiet, um Island bilden sich häufig Tiefdruckgebiete. Das Ganze bildet die Wetterküche für Europa. Die Färöer spüren als erste, was auf uns zukommt. Auf den Schafsinseln kann jeden Tag alles an Wetter möglich sein, das berühmte „Kann-Sein-Wetter” kennt jeder Bewohner und Besucher.
Diesmal erlebten wir die Dänemarkstraße bei ruhiger, fast glatter See und sechs Grad Celsius. Die Polartaufe endete für die Täuflinge im warmen Wasser des Swimmingpools achtern auf Deck Sieben. Der erste Hafen in Grönland wurde im Regen erreicht. Amassalik steht auf den älteren, Tassilak auf den jüngeren Karten. Nach dem Tendern bewährten sich Regenschirme und dicke Anoraks bei diesem ersten Landgang.

Der Sund und seine Meister
„Nachmittags Durchfahrt” stand für den 23. Juli im Programm. Der Prinz Christian Sund ist für Kreuzfahrer ein Muss, entweder ostwärts oder westwärts fahrend. Den schmalen, von sehr hohen Bergen umgebenen Sund können am Eingang in der Irmingersee und am Ausgang in der Labradorsee Eisberge blockieren. Frei bleibt dann immer noch die Fahrt um Kap Farvel.
Aber wenn man in die 100 Kilometer lange Passage einläuft und sich während der Durchfahrt Eisberge im Ein- und Ausgang festsetzen, was dann? Kleinerem Eis, das innerhalb des Sundes aus kalbenden Gletschern bricht, kann man ausweichen, einer Blockade nicht.
Man beriet sich auf der Brücke, während sich Kamerabewehrte auf der Plattform über dem Bug auf Deck Neun oberhalb der Brücke sammelten – in eisigem Wind, in „katabatischem Wind”, wie Lektor Feldmann ihn nannte, dem Piteraq der Grönländer. Er entsteht auf dem grönländischen Inlandeis und stürzt fallend ostwärts mit Windgeschwindigkeiten bis fast 300 Stundenkilometer. Nach einigem Warten kam die Entscheidung. „Wir laufen ein”, ließ Kapitän Strusevych durchsagen und damit begann die Passage einer der faszinierendsten Wasserwege der Welt.
Die Wetterstation am östlichen Eingang, im Krieg von den Amerikanern eingerichtet, wird heute automatisch betrieben, Seezeichen an Land sind klein und selten. Die See blieb überraschend ruhig, nur der Wind zeigte seine ganze Kraft. Die MS ASTOR neigte sich immer mal zur Seite. Fotografen hatten also ihre liebe Not, auf schrägem Deck Halt zu finden und gerade Linien im Sucher.

Warten im Sturm
Und dann nahm der Wind weiter zu. Kapitän Strusevych, ein kühl urteilender Seemann, sprach später von 10 Windstärken, 24 Metern pro Sekunde. Die MS ASTOR legte sich stärker zur Seite, im Waldorf Restaurant purzelten die Weinkühler um, Flaschen rollten über den Teppich durch kühlende Eisbrocken. Weingläser wurden knapp gerettet, Teller behielten ihren Platz. Das Schiff drehte im Sund mehr als eine Stunde eine Warte-Schleife, weiterfahren oder umkehren? Noch lag die Einfahrt näher als der Ausgang! Beim Nachtisch der ersten Sitzung fiel die Entscheidung: „Wir fahren weiter nach Westen.”
Unbewegt von all dem erläuterte Ludger Feldmann Fels und Eis mit gewohnter Gründlichkeit. Über Lautsprecher von der Brücke her wies er auf Berge, die mehr als zwei Milliarden Jahre alt waren, erklärte Gletscher und stellte Aapillatoq vor, ein sehr einsames Dorf auf halber Strecke mit kaum 100 Einwohnern. Die leben von Jagd und Fischfang, ein Versorgungsschiff taucht ein-, zweimal im Jahr auf, Notfälle werden mit Hubschraubern gelöst.
Es ging weiter, auch über die zweite Tischzeit hinaus, bei härtestem Wind und heller Nacht. Gegen 22 Uhr war der Ausgang erreicht, nach einigem Warten wegen Eis im Sundausgang begann die freie Fahrt in der Labradorsee zu den Orten an der grönländischen Westküste.

Grönland erfindet sich gerade neu
Grönland zerrt seit langem an den Banden, die es an Dänemark fesseln und hat Ortsnamen geändert, wenn in ihnen zu viel Dänisches steckt: Das frühere Godthab heißt schon seit längerem Nuuk, Jacobshavn Illulissat und Holsteinsborg Sisimiut. Doch noch immer ist das Dänische eine der zwei Amtssprachen. Die Sprache der Inuit hat mit europäischen keinerlei Ähnlichkeit, vom Klang, von der Wortbildung und dem Weltverständnis her. Bis ins 18. Jahrhundert gab es keine schriftlichen grönländischen Aufzeichnungen. Dänen haben die Sprache fixiert und ihre Grammatik erklärt. Doch wir verstehen nichts. ‚Bitte nehmen Sie Platz’ heißt in der Sprache der Inuit: inginniaritsi. Und ‚am Hafen’: umiarsualivimmi.
Grönland ist liebenswert und doch ein sehr fremdes Land. Dem Besucher wird das klar, wenn er in einem Supermarkt Gewehre im Angebot sieht und sie – auch als Fremder – kaufen könnte, samt Munition. Man schießt sich sein Fleisch selber, eine Familie mit drei bis vier Kindern und einem Gespann Hunden braucht pro Tag etwa 20 Kilogramm. Hauptjagdwild sind Robben, von denen man alles außer der Milz und den Barthaaren essen oder anderweitig verwenden kann.
Familien und ganze Dörfer sind noch in der überschaubaren Vergangenheit verhungert, wenn es keine Robben gab. Rentiere und Moschusochsen waren viel zu selten. Heute versorgen Schiffe wie die der Royal Arctic Line oder Flugzeuge und Hubschrauber auch die abgelegenen Dörfer. Es gibt in allen Orten Supermärkte. Doch Straßen, die zwei Orte miteinander verbinden, sucht man in Grönland immer noch vergebens. Grönland ist heute mit seinen rund 58.000 Einwohnern ein autarker Staat innerhalb Dänemarks und hat zwei Abgeordnete im dänischen Parlament. Von Kopenhagen aus werden die Verteidigungs- und die Außenpolitik gesteuert.

Erwartungen an Wale, Eisberge und Vergangenes
In diesem Land braucht man Guides und Interpreten, ein Lob auf die Lektoren und die Reiseleitung. Was ist zu sehen? Viel Natur, noch mehr Geologie, Gletscher und Meer mit Eisbergen. Vor Ilulissat lag die MS ASTOR zwei Tage auf Reede zu Landausflügen und zu einem ganzen Tag, gefüllt mit vierstündigen Fahrten auf Fischkuttern und anderen Booten, um Eisberge in der Diskobucht und Wale zwischen ihnen zu beobachten. Vor allem aber, um sie zu fotografieren in blendendem Licht aus wolkenlosem Himmel.
Doch Wale verhalten sich nicht wie aus Film und Fernsehen erwartet. Sie springen nicht vor Freude aus dem Wasser, drehen sich in der Luft und tauchen mit wedelnder Schwanzflosse in die Tiefe zurück. Nur Aufnahmen von Blas, Atemsäulen, und kleinen Flossen auf schmalen Rücken der Finnwale waren die Ausbeute vieler Stunden.
Und eine ungeahnte Lichtqualität um die Eisberge herum. Im nördlichen Grönland geht die Sonne den Sommer über nicht unter. Nachts wird ihr Licht grauer, tagsüber ist es von überirdischer Helligkeit. Es bräunt und verbrennt die Haut, wenn man sich nicht schützt. Die Luft ist über dem Meer unglaublich rein, der Besucher meint zu schweben, fühlt sich frei und unbeschwert und führt das auch auf die jodreiche Meeresluft zurück.
Man wandert durch Dörfer wie Qeqertarsuaq oder Nanortalik und lernt ein Grönland fern von Besuchern kennen. Wer keine „Wanderung ins Tal der Winde” machen will, kann in Qeqertarsuaq Eisberge beobachten, die gewaltiger sind als Häuser und auf denen sich gleißendes Sonnenlicht bricht. Junge Hunde laufen frei herum, nördlich des Polarkreises dürfen sie das, südlich von ihm werden Schlittenhunde nicht mehr gehalten. Dort ist Schafsland.
Nanortalik weit im Süden hat sich irgendwann entschlossen, alte Geräte in alten Hütten und Häusern zu sammeln, und so entstand Grönlands größtes Freilichtmuseum, immer einen Nachmittag wert. Das also war das Leben hier vor 50 Jahren, der Arzt hatte immerhin schon Strom. Die Kirche stand offen, ein Chor lud zum Mitsingen ein. Was für ein Abschied von Kalaallit Nunaat, wie die Inuit ihr Land nennen.

Färöer: verschlossen in offener Landschaft
Die Färöer, die Schafsinseln, scheinen Stiefkind bei Nordlandreisen zu sein. Manche Gesellschaften fahren sie nicht mehr an, weil die Färinger im Jahr etwa 200 kleinere Wale töten, deren Gattung nicht vom Aussterben bedroht ist. Über Sinn oder Unsinn solchen Abschlachtens wurde auch an Bord diskutiert mit dem üblichen Ergebnis: man war eher gegen das Töten von Walen auf den Färöer, hatte aber nichts gegen Treibjagden auf Schwarzwild in Deutschland.
Doch diese Einstellung hielt nur wenige ab, an einem Sonntagvormittag die Hauptstadt Thorshavn auf der größten Insel Streymoy zu besuchen. Wir kannten sie von früheren Aufenthalten. Und fanden uns wieder angezogen vom ungebrochenen Licht über diesen Inseln und ihrem Meer. Die Sonne ging strahlend auf beim Einlaufen in Kollarfjørđur, eben nördlich der Hauptstadt.
Nach Grönland war hier alles Grün. Und in den gewaltigen Tälern der Färöer liegen Gehöfte wie einsame Felsbrocken, nur auf schmalen Wegen erreichbar. Blitzsaubere Dörfer, eine lockende Altstadt am Hafen – doch am Sonntag blieb alles geschlossen. Kein Laden wartete auf Besucher, kein Kiosk hatte geöffnet.
Auch die Färöer sind mit Dänemark verbunden, zerren aber auch an der Bindung. Der EU sind die Schafsinseln nie beigetreten, weil sie auf ihrem Seegebiet keine Fremden dulden wollten. Ehe der Fisch die Einkünfte der Insulaner bestimmte, lebten sie von Schafen und Wolle. Handgestrickte Socken, so Heri, der Guide, dienten generationenlang als Währung, mit der man seine Einkäufe bezahlte.
Im Zweiten Weltkrieg waren die zum besetzten Dänemark gehörenden Inseln von schottischen Truppen besetzt. Färingische Männer versorgten im Krieg die Inselbewohner, Schottland und England weiter mit Fisch. Auf den Inseln pflegt man eine eigene nordische Sprache und eine eigenständige Kultur und nimmt Gäste gern wahr, verbiegt sich aber ihretwegen nicht. Die MS ASTOR verließ die Inseln nach fünf Stunden.

Service liebevoll und makellos
Warum fühlten wir uns so wohl an Bord? Wir waren mit den Gegebenheiten vertraut, und sahen, wie das auch Neulingen gelang. Es bildeten sich schnell Gruppen, die in der Lounge und vor und in den Bars ihre Tische hatten. Eine feste Tischordnung beim Abendessen im Waldorf Restaurant gab das Ihre dazu.
Noch mehr als diese sich locker einspielende Ordnung waren es die 287 Männer und Frauen der Mannschaft aus 22 Nationen. Wir sahen nur den Teil von ihnen, der in Bars, Restaurants, im Kabinenservice und beim Tendern mit den Booten arbeitete.
Sehr schnell fanden „unsere” Stewards heraus, was uns an Speisen gefiel, dass wir zur Vorspeise Weißwein, zum Hauptgang einen Roten, zum Kaffee laktosefreie Milch begrüßten: Tojo, Kumar und Sükrü waren nicht zu übertreffen. Sie sind bis zu neun Monaten im Jahr unterwegs, fern von ihren Familien. Und schlossen uns in ihr Herz. Und wir sie in unseres. Vielen Dank! · www.transocean.de

17505 18072017 P1090362 PBIm Dunst tauchte an Backbord Fugloy auf, die östlichste Insel der Färöer, eine steile Kliffkante unter einer dichten Dunstkappe. Die MS ASTOR
passierte sie auf dem Weg nach Norden in sicherer Distanz.

17505 18072017 P1030230 PBWo sind wir jetzt? Auf Kanal 3 des bordeigenen Fernsehens zeigt in jeder Kabine eine Karte die Position der MS ASTOR. Daneben stehen die
Koordinaten und der gesteuerte Kurs. Die Anzeigen werden ständig aktualisiert.

17505 19072017 P1030310 PBGunnar Gunnarson (1889 – 1975), einer der berühmten Autoren Islands, blickt auf sein Haus in Seydisfjördur, dass ihm der deutsche Architekt
Fritz Höger erstellte, Baumeister u.a. des Chilehauses in Hamburg. Gunnarsons Geschichte „Advent im Hochgebirge” wurde seit 1936 allein
vom Reclam Verlag über 500.000 Mal in Deutschland verkauft.

17505 19072017 P1090376 PBSeydisfjördur wurde 1848 als Handelszentrum gegründet und verdankt seinen Reichtum dem Heringsboom. Die meisten der hübschen Häuser wurden
von norwegischen Kaufleuten mit Bausätzen aus Norwegen gebaut. In der Stadt, deren Name „Fjord der Feuerstelle” bedeutet, leben heute viele Künstler und Kunsthandwerker.

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MS ASTOR im Hafen von Akureyri, nur einen Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt. Mit 18.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt in Islands Norden. Sie wurde 1602 als Handelsposten der Dänen gegründet, die einen Hochseehafen mit genügend Tiefe suchten.

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1940 wurde diese Kirche gebaut, ihre heutige Orgel kommt aus Oettingen in Bayern. Wer die vielen Stufen in die Kirche zurückgelegt hat, kann ein Kirchenfenster bewundern, das 400 Jahre alt ist und aus der Kathedrale der englischen Stadt Coventry stammt. Andere Fenster zeigen Szenen aus der isländischen Kirchengeschichte.

17505 22072017 P1090739 PBNach Querung der Dänemarkstraße wurde Tasiilaq an der Ostküste Grönlands erreicht, deren Name „wie ein ruhiger See” bedeutet. Die Stadt liegt im Süden der Insel Ammassalik, am Ende eines gut acht Kilometer langen Fjords. Die MS ASTOR ankerte auf Reede, Tenderboote setzten Besucher über. Erste kleine Eisberge wurden bewundert, es regnete.

17505 23072017 P1090974 PBBildet das Eis aus dem Nordosten eine Barriere? Vor der Einfahrt in den Prinz Christian Sund muss auch die Ausfahrt auf der anderen Seite bedacht werden. Sie könnte durch Eisberge blockiert sein, die über die Davis Straße aus dem hohen Norden herabdriften.

17505 23072017 P1090982 PBWovon leben die Menschen in einem der einsamsten Dörfer im südlichen Grönland? Von der Jagd auf dem Meer und in der rauen See.
In Appillattoq leben rund 100 Inuit.

17505 23072017 P1090995 PBDer Sund friert im Winter nicht zu, Schiffe könnten die Einwohner also das ganze Jahr über versorgen.
Zweimal im Jahr tun sie das auch.

17505 23072017 P1030512 PBUnd plötzlich wurde aus dem Starkwind Sturm, und die MS ASTOR neigte sich unter seiner Wucht. Das Deck leerte sich schnell. Von der Brücke kam
eine Warnung, offene Flächen auf dem Schiff zu meiden. Wie würde sich das Wetter entwickeln?

17505 23072017 P1090865 PBAuch wenn die Sonne nicht untergeht, färbt sie den Himmel atemberaubend schön. Doch Rot und Gelb und Rosa verschwinden wieder, um der Nacht
mit ihrem hellen Grau Platz zu machen.

17505 26072017 P1030575 PBDa liegt er, gewaltig und glänzend im Licht der Sonne: Eisberge bestehen aus Süßwasser. Sie brechen an der Kante des Festlandes von Gletschern ab und treiben davon. Häufig hält sie dann eine unterseeische Barriere aus Sand fest, die sie erst wieder frei gibt, wenn sie genügend Masse verloren haben. Erst dann können sie auf die hohe See davon schwimmen.

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Wie groß sind Eisberge wirklich? Man betrachtet sie lieber aus respektvoller Entfernung. Erst wenn sie Vertrautem so nahe kommen wie in
Qeqertarsuaq, erkennt man ihre gewaltige Größe. Sie überragen die Häuser an Land um Einiges, ohne für sie eine Gefahr darzustellen.

17505 26072017 P1100175 PBDraußen vor Qeqertarsuaq ankert die MS ASTOR. An Land über dem Steg stehen zwei Unterkieferknochen eines Wales. Sie bilden ein Tor, durch das jeder, der an Land will, gehen muss.

17505 27072017 P1030665 PBWenn’s dem Esel zu wohl ist … Seeleute der AIDAcara sollten mit dem Tenderboot Eis für die Bars an Bord holen, steuerten einen Eisberg an und kletterten auf ihn mit seinem labilen Gleichgewicht. Wenige Minuten nach dieser Aufnahme drehte der Berg sich. Die Männer stürzten ins Wasser, wurden aber dank ihrer Schwimmwesten gerettet.

17505 28072017 P1030743 PBSpalten, die Gefahr signalisieren. „Kalben” nennt man das Abbrechen von Teilen eines Gletschers als Eisberge. Die können sich auch selber noch
teilen, wenn sie auf Grund festsitzen oder die Sonne ihnen zu sehr zusetzt. Erste Anzeichen für eine Bedrohung sind deutliche senkrechte Spalten.

17505 28072017 P1100532 PBIlulissat an der Diskobucht, zwei Tage lag die MS Astor hier auf Reede. Die Bucht ist berühmt für ihre Eisberge, zwischen denen sich Wale tummeln.
Die zeigen meist nur ihren Rücken und ernähren sich außer Sicht neugieriger Besucher von Plankton.

17505 29072017 P1100709 PBLegostadt nennt man Siedlungen, die so wie diese aussehen. In Sisimiut und ganz Grönland liebt man bunte Häuser. Sie werden mit Strom beheizt
und brauchen dann keinen Schornstein. Haben sie einen, benutzen sie Öl zum Heizen.

17505 29072017 P1030854 PBKajak ist ein Wort aus der Sprache der Inuit. Das Boot, das nur Männer nutzen, wurde früher aus Tierknochen und Tierhäuten gebaut und wasserdicht gemacht. Heute benutzt man importiertes Holz, über das eine Außenhaut gespannt wird. Wer Kajaks für die Jagd einsetzen will, muss lange üben.

17505 31072017 P1110073 PB Leichter Nebel, schwerer Dunst? Die MS ASTOR ankerte vor dem alten Hafen von Nuuk und brachte ihre Gäste zu Ausflügen in der Hauptstadt
des Landes mit Tenderbooten an Land.

17505 31072017 P1110068 PBIn Grönland liebt man Denkmale, die Geschichten erzählen. Dieses, die „Mutter des Meeres”, stellt eine Legende der Inuit dar. Bei Ebbe ragt es
in Nuuk aus dem Wasser, bei Flut ist es vollständig vom Meer bedeckt.

17505 1 P1030416 PBIm Museum lernt der Besucher bewährte Künste kennen. Mit dem Ulu, dem Messer der Frauen, wird auch die letzte Spur von Fett auf der Innenseite
der Haut einer Robbe entfernt. Danach wird das Fell in Urin gegerbt, der zu diesem Zweck gesammelt wird. Auch die weitere Verarbeitung der Felle
ist Aufgabe der Inuit Frauen.

17505 2 P1030647 PBIm Supermarkt kann man als Erwachsener – auch als Gast – Jagdgewehre und Munition kaufen. Wer sich, wie die Inuit, als Jäger sein Fleisch schießt, erlernt diese Kunst von seinem Vater. Ein Sachkundenachweis ist in Grönland nicht nötig, Waffenscheine sind unbekannt. Halbautomatische Waffen
gibt es nicht, auch Revolver oder Pistolen sind nicht zu haben.

17505 3 P1100002 PBWolken zu Zeiten eines niedrigen Sonnenstandes und kräftige Winde, die von den Bergen herabfallend nach Osten wehen. Wie gemalt erscheint die Szene, die hier hoch im Norden ganz alltäglich ist.

17505 4 Boot vor Eisscholle PBAuch vor Nuuk gibt es Eisberge. Wer hier lebt, besitzt häufig ein Boot, das er auch bei Jagden auf Robben einsetzen kann. An Wochenenden leert die Stadt sich, wenn das Wetter zur Jagd einlädt.17505 5 P1100778 PBKangerlussuaq war im Zweiten Weltkrieg ein bedeutender Hafen mit einem Flugplatz, den die Amerikaner anlegten. Er wurde beim Flug zu Fronteinsätzen als Zwischenstation zum Auftanken benutzt. Trümmerreste zeigen, dass der Sprit nicht immer reichte. Hier stürzten drei
Lancaster Jäger ab. Heute ist Kangerlussuaq der einzige internationale Flughafen auf Grönland.

17505 6 P1100834 PBGewaltig, doch früher noch größer und mächtiger. Der Rentier Gletscher als Teil des Russell Gletschers gehört zu den bedeutendsten nördlich des Polarkreises. Sein Eis schmilzt ab wie das vieler anderer Gletscher auch.

17505 7 Kirche P1110149 PBIn Nanortalik stand die Tür zur schmucken Holzkirche offen, ein kleiner Chor probte und lud die Besucher von der MS ASTOR ein mitzusingen. Einige taten’s. Zwei Frauen des Chors zeigten Nationaltracht, die auch von der dänischen Königsfamilie bei Besuchen in Grönland getragen wird.

17505 8 Inuit 1030984 PBIndianer nannten die Inuit „Eskimo”, Rohfleischesser. Sie sind Nachkommen mongolischer Nomaden, die über die Beringstraße, Alaska und Kanada
nach Osten zogen. Sie besiedelten zuerst die Ostküste, dann die Westküste Grönlands ...

17505 9 junger Inuit P1110135 PBHier trafen sie sehr viel später Europäer, mit denen sie sich mischten. Heute schätzt man die Zahl reinrassiger Inuit in Grönland auf 1000 bis 2000.

17505 10 P1110351 PBMan muss bei diesem Denkmal nicht lange rätseln, was gemeint ist – ein bemanntes Wikingerboot mit Ruderern. Norwegische Wikinger besiedelten Island und später Grönland, einige zogen noch weiter nach Westen und entdeckten dabei Nordamerika.

17505 11 Makrelen P1110467 PBEin seltener Anblick ist ein Fischschwarm an der Oberfläche des Meeres. In der Bucht vor Reykjavik kreuzten einige Boote auf der Suche nach Walen.
Die sind auch hier, ähnlich wie in Grönland, eher scheu. Umso mutiger sind Schwärme von Makrelen, die zum Greifen nahe die Oberfläche der stillen Bucht zum Kochen bringen.

17505 12 Harpa Reykjavik PBMusik wird offenbar in Bauten am Meer besonders gern gehört. Wie auch andere Städte in aller Welt hat Reykjavik seine „Harpa” (Konzerthaus) in Hafennähe gebaut. Das ungewöhnliche Design zeigt an den Fronten viel Glas, das im wechselnden Sonnenlicht seine Farbe ändert.

17505 13 Streymoy PBSonntag auf der Insel Streymoy auf den Färöer Inseln im Sonnenschein. Das Wetter kann hier sehr plötzlich wechseln. Doch als die MS ASTOR
einlief, strahlte der Himmel blau, und ein freundlicher Wind wehte.

17505 14 Thorshavn PBSonne über dem Hafen von Thorshavn. Im Hintergrund Tinganes, mit seinen engen Gassen der älteste Teil der Hauptstadt. Das Parlament der
Färinger ist eines der ältesten der Welt. Beim Rundgang passiert man auch das Büro des Premierministers hinter einer Glastür.

17505 15 Wolken PBHeimat der Wolken sind die Färöer bei schönem Wetter. Winde und aufsteigende Luft formen Bizarres, das alle Augenblick seine Gestalt ändert.
Wer die Inseln hinter sich lässt, erkennt ihre unsichtbare Lage noch lange an den Wolken über ihnen.

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17504 MVW 20170920 Crystal Mahler 3 Foto MVW

Lauren Barfield, Taufpatin der CRYSTAL MAHLER, löst den Mechanismus zum Zerschellen der Champagnerflasche an der Bordwand aus.
Foto: MV Werften, Wismar

MV Werften stellt Flusskreuzfahrtschiff CRYSTAL MAHLER fertig
Tom Wolber neuer CEO bei Crystal Cruises

Bei den zur Genting-Gruppe gehörenden MV Werften in Wismar wurde am vergangen Mittwoch (20. September) das zweite von vier Flusskreuzfahrtschiffen der so genannten Rhein-Klasse, die CRYSTAL MAHLER feierlich an Crystal River Cruises übergeben und anschließend getauft.
Wenige Wochen nach der baugleichen CRYSTAL BACH wurde damit das 6-Sterne-Flussschiff für die luxuriöseste Flusskreuzfahrtreederei der Welt an der Ausrüstungspier der Werft abgeliefert.
Wie auch sein Schwesterschiff wurde der 135 Meter lange und 11,40 Meter breite Flusskreuzer speziell für Flussreisen durch Europa konzipiert. Er erfüllt nach Reedereiangaben höchste Sicherheits- und Navigationsstandards, u. a. durch eine ununterbrochen besetzte, hochmoderne Kommandobrücke sowie Ruderpropeller für eine optimale Manövrierbarkeit. Das edle Design des 6-Sterne-Schiffes ist dem von Privatyachten angelehnt. Im Inneren überzeugt die CRYSTAL MAHLER durch lichtdurchflutete öffentliche Bereiche mit deckenhohen Glaswänden sowie durch geräumige Suiten mit Panorama-Schiebefenstern. Zudem befinden sich drei Gourmet-Restaurants, ein großzügiger Spa- und Fitnessbereich und ein Swimmingpool mit Glasdach an Bord.
Das Schiff bietet 110 Passagieren in 55 geräumigen Balkonsuiten Platz, die entlang des Rheins, des Mains und der Donau, u. a. durch Deutschland, die Niederlande, Österreich und Ungarn reisen werden. 68 Crewmitglieder garantieren den Gästen den prämierten Crystal-Cruises-Service.
„Mit der Übergabe der CRYSTAL MAHLER an Crystal River Cruises haben wir einen neuen Meilenstein erreicht: Die Hälfte der Flusskreuzer der Rhein-Klasse ist nun abgeliefert”, sagte Jarmo Laakso, CEO von MV Werften, während der Übergabe. „Ich danke allen Mitarbeitern und Projektpartnern herzlich für ihr Engagement und diese großartige Leistung, und ganz besonders unserem Gesellschafter für sein Vertrauen in uns.”
„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit den Experten von MV Werfen und danken ihnen für ihre Detailgenauigkeit bei diesen innovativen und stilvollen Schiffen, die die Vision von Crystal Cruises verkörpern. So können wir Reisenden eine unvergleichliche Erfahrung auf Europas Flüssen anbieten”, sagte der neue Präsident und CEO von Crystal, Tom Wolber.
Erst kürzlich gab die seit 2013 bei Crystal Cruises tätige Edie Rodriquez den Posten des CEO für viele überraschend ab und der Genting Konzern ernannte Tom Wolber zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Wolber kommt vom US-amerikanischen Disney-Konzern, bei dem er unter anderem zehn Jahre Senior Vice President Operations war. Dort war er etwa bei der Entwicklung der Marke in einen global agierenden Akteur beteiligt. In der Zeit fiel auch der Bau und die Ablieferung der beiden Meyer-Kreuzfahrtschiffe DISNEY DREAM und DISNEY FANTASY.
Mit der anschließenden Taufe setzte sich die feierliche Zeremonie auf der Werft fort. Taufpatin war Lauren Barfield, eine US-amerikanische Spielerin des amtierenden Deutschen Volleyballmeisters SSC Palmberg Schwerin. Die MV Werfen sind seit März 2017 Sponsor des Teams. Die Sportlerin wünschte „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel”, bevor die Champagnerflasche eindrucksvoll an der Bordwand zerbarst.
Im Auftragsbuch der Werftengruppe stehen nach der Ablieferung der CRYSTAL MAHLER weitere sieben Schiffe bis 2021: Die beiden Flusskreuzfahrtschiffe CRYSTAL DEBUSSY und die CRYSTAL RAVEL, die im nächsten Jahr abgeliefert werden. Weiterhin starten im Frühjahr 2018 die Fertigungsarbeiten an der ersten von drei „Endeavor”-Megayachten sowie dem ersten von zwei Schiffen der „Global”-Klasse – die nach Angaben der MV-Werften größten Kreuzfahrtschiffe, die jemals in Deutschland gebaut wurden. www.crystalcruises.com/river · Christian Eckardt

17504 Tysklandsfærgen Makinrum1 Foto MolslinjenMomentan noch im Rohbau: Die neue Fracht- und Passagierfähre der Reederei Molslinjen, die ab September 2018 ganzjährig auf der Route Sassnitz-Rønne verkehren wird. Foto: Molslinjen, Aarhus (DK)

Neue Bornholm-Fähre der Molslinjen nimmt Form an
Ab 1. September 2018 verkehrt Neubau zwischen Sassnitz und Rønne

Der Bau der neuen Fracht- und Passagierfähre der Reederei Molslinjen auf der finnischen Werft Rauma Marine Constructions schreitet weiter voran. Die noch namenlose RoPax-Fähre soll ab September 2018 auf der Route zwischen Sassnitz und Rønne eingesetzt werden und noch mehr deutsche Touristen auf die dänische Insel Bornholm bringen.
Während der Planungsphase wurde das Design des Neubaus mehrfach angepasst und vergrößert, dabei stieg die Passagierkapazität von anfänglich 400 auf 720 Passagiere an, bei 4.400 Tonnen Frachtkapazität und 1.500 Spurenmetern. Neben dem ganzjährigen Verkehr auf der Route Sassnitz-Rønne wird die neue Fähre auch auf der Route zwischen Rønne und dem dänischen Køge verkehren.
„Die Tourismusorganisation Destination Bornholm und wir sind uns einig, dass der deutsche Markt ein großes Potenzial bietet – auch außerhalb der Hauptsaison. Unser Ziel ist es, dass sich deutlich mehr deutsche Urlauber für Bornholm entscheiden, wenn sie sehen, wie günstig und bequem die Anreise ist”, so Carsten Jensen, Geschäftsführer der Reederei Molslinjen.
„Die Schiffbauer sind weiterhin mit dem Rohbau beschäftigt, doch unsere Visualisierungen des Innenraums zeigen schon heute, dass wir Bornholm mit einer – wie wir finden – schönen und modernen neuen Fähre anfahren”, so Jensen weiter.
Die finnische Werft liegt sehr gut im Zeitplan. Die Auslieferung der neuen 158 Meter langen und 24,5 Meter breiten Fähre ist für den Juni 2018 geplant. Nach Testfahrten und eventuellen Anpassungen gehen die ersten Passagiere am 1. September 2018 an Bord. Das Fährschiff verfügt über zwei Wärtsilä-Hauptmotoren vom Typ W8V31 mit einer Leistung von jeweils 4.880 kW, die Reisegeschwindigkeit wird 18 Knoten betragen. Somit wird die Überfahrtszeit von Sassnitz nach Rønne nur 3 Stunden und 20 Minuten betragen.
Zum 1. September 2018 übernimmt die dänische Reederei Molslinjen unter dem neuen Namen Bornholmslinjen von dem bisherigen langjährigen Lizenznehmer Faergen, als Resultat einer öffentlichen Ausschreibung den Fährverkehr auf den drei Bornholmrouten Sassnitz-Rønne, Ystad-Rønne und Køge-Rønne. Ausschlaggebend für die Vergabe an Molslinjen war seinerzeit auch, dass die Reederei Preissenkungen im Durchschnitt von über 50 % versprochen hatte.
Aktuell verfügt Molslinjen über vier moderne Katamaran-Schnellfähren im Kattegat: Die Schnellfähren MAX MOLS und die drei Fähren EXPRESS 1, EXPRESS 2 und EXPRESS 3, die zu den größten Katamaranen weltweit zählen. Diese können je Überfahrt bis zu 1.000 Passagiere, 417 PKW und 60 Motorräder inklusive beladene Wohnwagen, Busse und bis zu 30 LKW aufnehmen. Jährlich befördert Molslinjen auf den beiden innerdänischen Kattegat-Routen Odden-Aarhus und Odden-Ebeltoft mehr als 1,3 Millionen Pkw-Einheiten und knapp 2,8 Millionen Passagiere. Christian Eckardt

17504 Polar Pioneer 2 18092017 Bremerhaven C EckardtDas Expeditions-Kreuzfahrtschiff POLAR PIONEER legte einen Zwischenstopp an der Pier der Bremerhavener Lloyd Werft für notwendige Ausrüstungsarbeiten ein. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Russisches Expeditions-Kreuzfahrtschiff POLAR PIONEER legt erneut Zwischenstopp in Bremerhaven ein

Auf dem Weg zurück aus der Arktis in die Antarktis legte das 1983 in Finnland als eisverstärktes Forschungsschiff erbaute Expeditions-Kreuzfahrtschiff POLAR PIONEER erneut einen Zwischenstopp an der Pier der Bremerhavener Lloyd Werft für notwendige Ausrüstungsarbeiten ein. Anschließend nahm das für bis zu 56 Gäste ausgelegte Schiff von der Unterweser Kurs in Richtung Ärmelkanal. Um den 15. Oktober soll die POLAR PIONEER in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires eintreffen. Später starten dann die meist 14- bis 20-tägigen Expeditionsreisen in der chilenischen Hafenstadt Punta Arenas (Chile) oder in Ushuaia (Argentinien) in Richtung Kap Hoorn und Antarktis für den australischen Veranstalter Aurora Expeditions mit überwiegend amerikanischen Gästen.
Die als AKADEMIK SHOKALSKIY von der Valmet Werft in Turku mit der Baunummer 342 abgelieferte heutige POLAR PIONEER gehört zu einer Serie von insgesamt zehn baugleichen russischen Forschungsschiffen der so genannten Akademik Shuleykin-Klasse, von denen heute noch einige für Forschungsfahrten eingesetzt werden. Zunächst kam die AKADEMIK SHOKALSKIY nach der Ablieferung in der damaligen Sowjetunion in der Meeresforschung zum Einsatz, bis es im Jahr 2001 in St. Petersburg zum Kreuzfahrtschiff umgebaut wurde. Auch das 1984 erbaute Schwesterschiff PROFESSOR KHROMOV verkehrt nach einem Umbau als Expeditionskreuzfahrtschiff SPIRIT OF ENDERBY in Regionen im Fernen Osten Russlands mit überwiegend neuseeländischen und australischen Gästen.
Die 71,6 Meter lange und 12,8 Meter breite POLAR PIONEER verfügt auf drei Passagierdecks über 28 Außenkabinen mit unterschiedlicher Ausstattung sowie einem Speisesaal, Bar, Bibliothek und Sauna. Die Vorzüge dieses von einer 23-köpfigen russischen Crew geführten Schiffes liegen nach Reedereiangaben in der geringen Größe des Schiffes und der sehr guten Manövriereigenschaften. Die 28 Kabinen sind einfach ausgestattet und unterteilen sich in Doppel- und Dreier-Kabinen mit zwei unteren Betten oder Kajütenbetten, Tisch sowie WC/Dusche im Gang oder in Doppelkabinen mit eigenem Bad. Mini-Suiten haben zusätzlich einen Wohnbereich und einen TV, die Suiten sind noch ein bisschen geräumiger. Christian Eckardt

17504 World Dream 7 17092017 C EckardtZwei Schlepper der Reederei Bugsier und URAG an Bug und Heck die WORLD DREAM manövrierten das Schiff sicher über die schmale Ems.
Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Erfolgreiche Emspassage des Kreuzfahrtschiffes WORLD DREAM

Mindestens zweimal jährlich pilgern hunderte von Schaulustigen aus der gesamten norddeutschen Region in Richtung Ems, um eine Überführung eines riesigen Kreuzfahrtschiffes der Meyer Werft auf der schmalen Ems zu verfolgen. An diesen Tagen müssen sich die dort grasenden Schafe den Deich mit den unzähligen Besuchern teilen. So wie jetzt am Sonntag (17. September), als das 335 Meter lange neue Kreuzfahrtschiff WORLD DREAM mit der Baunummer 712 bei strahlendem Sonnenschein bereits am frühen Morgen den Werfthafen in Richtung Nordsee verlies. An der Meyer Werft und den angrenzenden Deichen säumten sich zig Schaulustige. Die Passage der WORLD DREAM über die Ems erfolgte mit Unterstützung des Emssperrwerkes, wobei die Dauer der Passage möglichst kurz gehalten wird.
Wie schon in den vergangen Jahren mehrfach erfolgreich durchgeführt, legte auch die WORLD DREAM die Emsfahrt in Richtung Nordsee rückwärts zurück. Zwei Schlepper der Reederei Bugsier und URAG an Bug und Heck des Schiffes manövrierten das Schiff sicher über die schmale Ems. Die Überführung des mit 151.300 BRZ vermessenen Kreuzfahrtschiffes erfolgte vom Team der Lotsenbrüderschaft Emden, die auch in den Vorjahren die Schiffe der Meyer Werft überführt haben. Das gesamte Überführungsteam trainierte dieses Manöver am computergesteuerten Simulator in Wageningen (Niederlande), um so noch besser vorbereitet zu sein.
Vor der Ankunft am frühen Abend in Eemshaven wir das Schiff aber noch einen Krängungstest durchlaufen und es werden erste Einstellungen an dem Schiff vorgenommen. Nach einer ersten kurzen Liegezeit in Eemshaven wird die WORLD DREAM dann die technische und nautische Probefahrt in der Nordsee absolvieren. Nach der Erprobung wird das Schiff, nach dem Kundenwunsch, wieder in Eemshaven für die notwendige Ausrüstung festmachen. Die offizielle Übergabe ist für Ende Oktober in Bremerhaven aufgrund der dortigen Freihafensituation vorgesehen.
Bei der WORLD DREAM, die dem Design und Konzeption der so genannten Breakaway-Klasse der amerikanischen Norwegian Cruise Line entspricht, handelt es sich um ein baugleiches Schwesterschiff der bereits im letzten Jahr von der Meyer Werft gelieferten GENTING DREAM für die Reederei Dream Cruises, die speziell auf die Bedürfnisse des chinesischen Kreuzfahrtmarktes konzipiert wurden. So gibt es an Bord für die maximal 3.348 Passagiere insgesamt 35 Restaurants und Bars und auch eine um das gesamte Schiff laufende 610 Meter lange Promenade, dem Boardwalk. Neben verschiedenen Wellnes- und Spabereichen, einem Theater mit 1000 Sitzplätzen, einer Poollandschaft mit sechs Wasserrutschen, Minigolfanlage und einer Kletterwand wird auch die WORLD DREAM wieder zwei kleine U-Boote mitführen, in denen jeweils bis zu vier Passagiere bis zu 200 Meter tief abtauchen können. Einzig auf den Einbau des MRT (Magnetresonanztomograph) (MRT) für den Gesundheitscheck an Bord, das auf der GENTING DREAM aufwendig eingebaut wurde, hat man bei diesem Schiff verzichtet, wie Werftsprecher Peter Hackmann auf Anfrage mitteilte.
Dream Cruises gehört wie die Reederei Star Cruises zum Genting-Konzern, für den die Meyer Werft bereit vor knapp 20 Jahren zwei Kreuzfahrtschiffe produziert hat. Weitere Neubauten wird die Meyer Werft vermutlich in den folgenden Jahren für den Genting-Konzern nicht mehr bauen, da Genting im vergangenem Jahr die drei MV-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund erworben hat und dort nun für die eigenen Marken große Kreuzfahrtschiffe selbst produziert. Christian Eckardt

17504 Costa LNG Seitenaussenansicht Namenszug Foto CostaDie Indienststellung des neuen Flaggschiffes der italienischen Traditionsreederei, der COSTA SMERALDA ist für Oktober 2019 geplant.
Animation: Costa Crociere, Genua

 

Baubeginn des neuen Costa LNG-Schiffes COSTA SMERALDA bei Meyer Turku

Costa Crociere feierte jetzt auf der Meyer Werft im finnischen Turku den Stahlschnitt für das erste von zwei Kreuzfahrtschiffen, die mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden können. LNG ist derzeit der weltweit sauberste fossile Brennstoff. Die Indienststellung des neuen Flaggschiffes der italienischen Traditionsreederei, der COSTA SMERALDA ist für Oktober 2019 geplant. Dabei ist der Schiffsname eine Reminiszenz an die Smaragdküste Sardiniens (Italienisch: Costa Smeralda), die als eine der schönsten Destinationen Italiens gilt.
Die COSTA SMERALDA ist damit das erste LNG-Kreuzfahrtschiff, das Reisen für Gäste aus verschiedenen europäischen Ländern, wie Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien oder der Schweiz anbietet.
Wie Costa jetzt mitteilte, ist die COSTA SMERALDA Teil des strategischen Plans der amerikanischen Kreuzfahrtgesellschaft Carnival Corporation & plc zum Bau von insgesamt sieben Kreuzfahrtschiffen der nächsten LNG-Generation für vier der zehn Kreuzfahrtmarken des weltweit größten Freizeit- und Reisekonzerns mit einer Flotte von insgesamt 103 Schiffen. Mit der AIDAnova geht bereits das erste der sieben LNG-Schiffe im Herbst 2018 auf Jungfernfahrt. Der Buchungsstart für die ersten Reisen der COSTA SMERALDA im Mittelmeer ist Anfang des kommenden Jahres (2018) geplant.
Mit mehr als 180.000 Gross-Tonnage (GT) und 2.600 Kabinen bietet die COSTA SMERALDA Platz für rund 6.600 Gäste. Die Lieferung eines baugleichen Schwesterschiffes ist für 2021 geplant.
Die beiden neuen Costa Schiffe können, dank des Einsatzes von vier Dual-Fuel Motoren, sowohl im Hafen als auch auf offener See mit dem derzeit umweltfreundlichsten und emissionsärmsten fossilen Treibstoff LNG betrieben werden. Das LNG an Bord wird in Spezialtanks gelagert und kann 100 Prozent der für den Schiffs- und Hotelbetrieb benötigten Energie liefern. Durch die Nutzung von LNG werden die Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden, der Ausstoß von Stickoxiden und die CO2-Emissionen verringern sich nachhaltig. Wie im vergangenen Jahr bereits angekündigt, übernimmt Shell Western LNG B.V. (Shell) die Versorgung mit dem Flüssig-Erdgas.
Der Bau der beiden Costa-LNG-Schiffe sind genau wie die Konstruktion der beiden Schiffe für AIDA Cruises, Teil eines Vertrags in Milliardenhöhe mit den Meyer Werften in Turku (Finnland) und Papenburg (Deutschland). Der Vertrag mit Meyer ist das Ergebnis einer kürzlich kommunizierten größeren Vereinbarung zwischen der Carnival Corporation & plc, dem Mutterkonzern der Costa Gruppe, und den führenden Schiffsbauern der Meyer Werft, Meyer Turku und Fincantieri S.p.A. über den Bau von neun neuen Schiffen zwischen 2019 und 2022. www.costa-kreuzfahrten.de · Christian Eckardt

17504 World Dream D0A9475 Foto Meyer WerftDie Passage der WORLD DREAM über die Ems wird mit Unterstützung des Emssperrwerkes erfolgen. Foto: Meyer Werft, Papenburg

Für Sonntag ist die Emspassage der WORLD DREAM geplant

Der jüngste Neubau der Papenburger Meyer Werft, die WORLD DREAM wird voraussichtlich an diesem Sonntag, 17. September 2017 den Werfthafen in Papenburg verlassen und die Emsüberführung Richtung Nordsee antreten. Die Ankunft im niederländischen Eemshaven (NL) ist nach den derzeitigen Planungen für Montag, den 18. September 2017 vorgesehen. Vor der Ankunft in Eemshaven wird das Schiff aber noch einen Krängungstest durchlaufen und es werden erste Einstellungen vorgenommen.
Nach einer ersten kurzen Liegezeit in Eemshaven wird die WORLD DREAM die technische und nautische Probefahrt auf der Nordsee absolvieren. Nach der Erprobung wird das Schiff wieder in Eemshaven für die notwendige Ausrüstung festmachen. Die offizielle Übergabe des Schiffes ist für Ende Oktober in Bremerhaven vorgesehen.
Die Passage der WORLD DREAM über die Ems wird mit Unterstützung des Emssperrwerkes erfolgen. Die Dauer der Passage wird möglichst kurzgehalten. Weitere Informationen zur Funktion und zum Betrieb des Sperrwerkes gibt es unter: www.nlwkn.niedersachsen.de

Für die Überführung hat die Meyer Werft folgenden vorläufigen Zeitplan veröffentlicht, der sich entsprechend der Wetterbedingungen kurzfristig verschieben kann. Schaulustige sollten sich somit kurzfristig auf der homepage der Meyer Werft über mögliche zeitliche Änderungen der Überführung informieren. Über die Webcam der Werft kann man auch wieder bequem von zuhause aus das Ablegen des Schiffes von der Werftpier und das Passieren der Dockschleuse verfolgen:

Sonntag, 17. September 2017
1. 10:00 Uhr Passieren der Dockschleuse (Papenburg)
2. 16:00 Uhr Passieren der Friesen-Brücke (Weener)
3. 18:15 Uhr Passieren der Jann-Berghaus-Brücke (Leer)
4. 22:00 Uhr Ankunft Emssperrwerk (Gandersum)
5. 23:15 Uhr Passieren Emssperrwerk

Montag, 18. September 2017
1. 01:00 Uhr Passieren Emden
2. 06:30 Uhr Passieren Mole Eemshaven, um etwa 18:00 Uhr Hafen Eemshaven

Die Meyer Werft weist vorsorglich darauf hin, dass dieser Plan vorbehaltlich der entsprechenden Wind- und Wetterbedingungen sowie der Wasserstände gilt, Zeitverschiebungen sind jederzeit möglich.

Die Überführung des mit 151.300 BRZ vermessenen Kreuzfahrtschiffes wird erneut vom Team der Lotsenbrüderschaft Emden durchgeführt. Die Emslotsen haben auch in den Vorjahren die Schiffe der Meyer Werft überführt. Das gesamte Überführungsteam trainierte dieses Manöver am computergesteuerten Simulator in Wageningen (Niederlande), um so noch besser vorbereitet zu sein.
Auch die WORLD DREAM wird die Emsfahrt in Richtung Nordsee rückwärts zurücklegen. Diese Art der Überführung hat sich aufgrund der besseren Manövrierfähigkeit bewährt. Die Überführung bewältigt das Schiff mit Unterstützung zweier Schlepper. www.meyerwerft.de · Christian Eckardt

17504 Ocean Majesty 1 31082016 C EckardtAus Sicherheitsgründen wurde die 12-tägige Reise von Bremerhaven in den „Charmanten Süden Englands”der OCEAN MAJESTY geändert. 
Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Sturmtief wirbelt Fahrplan für Kreuzfahrtschiff OCEAN MAJESTY durcheinander

Das aufziehende Sturmtief „Sebastian” sorgte am Wochenanfang für einen Fahrplanwechsel bei dem kleinen Kreuzfahrtenschiff OCEAN MAJESTY des Reiseveranstalters Hansa Touristik. Aus Sicherheitsgründen blieb das Schiff einen Tag länger an der Columbuskaje in Bremerhaven liegen. Erst am Dienstagmittag (12.09.) verlies das nur 135 Meter lange Kreuzfahrtschiff mit maximal 500 Gästen das Kreuzfahrtterminal in Richtung Westen. Aber statt die Isle of Scilly im Süden Englands anzusteuern, steht zunächst der niederländische Hafen Eemshaven als sicherer Hafen auf der Reiseroute. Dort verbrachte das Schiff aus Sicherheitsgründen zunächst die Nacht, da das aufziehende Sturmtief „Sebastian” genau die Reiseroute der OCEAN MAJESTY tangierte. Aus Sicherheitsgründen für die Gäste und die Schiffscrew wurde somit die 12-tägige Reise von Bremerhaven in den „Charmanten Süden Englands”, so der Titel der aktuellen Reise, geändert.
Der Deutsche Wetterdienst hat für die norddeutsche Küstenregion eine Orkanwarnung herausgegeben. Wörtlich heißt es: „Es kommt verbreitet zu orkanartigen Böen um 110 km/h aus Südwest bis West. In Schauernähe muss mit Orkanböen zwischen 120 und 140 km/h gerechnet werden. Zudem treten einzelne Gewitter auf, die ebenfalls mit Orkanböen begleitet sein können.”
Die Schiffsführung wird nach den weiteren Vorhersagen der Wetterdienste und örtlichen Behörden über den weiteren Routenverlauf dieser Kreuzfahrt entscheiden, auf der auch Bristol und London auf dem Programm stehen. Die Kreuzfahrt wird dann am 22. September wieder am Columbus Cruise Center in Bremerhaven enden.
Die der Majesty International Cruises gehörende OCEAN MAJESTY verkehrt unter portugiesischer Flagge und fährt nur in den Sommermonaten für Hansa Touristik, in den vergangen Jahren wurde sie in den Wintermonaten in griechischen Gewässern aufgelegt.
Bei dem kleinen Kreuzfahrtschiff mit dem doch recht eigenwilligen Aussehen handelt es sich um das ehemalige spanische Fährschiff JUAN MARCH, das von der spanischen Werft Union Naval de Levante S.A. in Valencia für den Fährdienst zu den Balearischen Inseln im Jahr 1966 abgeliefert wurde. Im Jahr 1989 erfolgte ein Komplettumbau zum Kreuzfahrtschiff und seit 2013 verkehrt das Kreuzfahrtschiff für Hansa Touristik, meist im Nordland und Baltikum sowie im Mittelmeerraum.
www.hansatouristik.de · Christian Eckardt

17504 World Odyssey 1 0692017 C EckardtAm Samstag (9.9.) verlies die WORLD ODYSSEY – ex DEUTSCHLAND – Bremerhaven mit den ersten Studenten auf eine halbe, ostgehende Weltreise,
die im Dezember nach 106 Tagen durch vier Kontinente und 11 Länder in San Diego Kalifornien endet.
Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Kreuzfahrtschiff DEUTSCHLAND für ein halbes Jahr wieder als
schwimmende Universität unterwegs

Das einstige TV-Fernseh-Kreuzfahrtschiff DEUTSCHLAND hat am vergangen Mittwoch (6.9.) an der Bremerhavener Columbuskaje die diesjährige Kreuzfahrtsaison nach elf erfolgreichen Kreuzfahrten in Nord- und Ostsee für Phoenix Reisen beendet. Erst im nächsten Frühjahr übernimmt der Bonner Kreuzfahrtveranstalter das beliebte Kreuzfahrtschiff wieder planmäßig und sticht am 21.04.2018 von Bremerhaven in Richtung Azoren und Kanaren in See. Seit dem letzten Jahr fährt die 175 Meter lange DEUTSCHLAND für zunächst fünf Jahre in den Sommermonaten für Phoenix.
In den nächsten Monaten dient das Kreuzfahrtschiff wieder als schwimmende Universität. Unter dem Namen WORLD ODYSSEY betreibt die amerikanische Organisation „Semester at Sea” der Universität von Virginia das Schiff seit nunmehr zwei Jahren und bietet darauf Bildungsreisen an. Damit ist das Kreuzfahrtschiff das sechste Schiff in der über 50-jährigen Geschichte von Semester at Sea. Durch den Betreiberwechsel im Sommer und im Winter werden somit zweimal pro Jahr unter anderem auch die Namensschriftzüge auf dem Schiff, aber auch an den Rettungsbooten geändert. Dies erfolgte nun in den vergangen Tagen an der Bremerhavener Columbuskaje. Am Samstag (9.9.) verlies das 1998 von den Kieler Howaldswerken-Deutsche Werft AG abgelieferte Schiff mit neuem Schriftzug WORLD ODYSSEY von der Unterweser mit den ersten Studenten auf eine halbe, ostgehende Weltreise, die im Dezember nach 106 Tagen Seereise durch vier Kontinente und 11 Länder in San Diego Kalifornien endet.
Der Charterwechsel in Bremerhaven hat einen großen Vorteil für Phoenix, da Teile der Ausrüstung und der Besatzung hier an Bord der anderen Phoenix-Schiffe ALBATROS, AMADEA und ARTANIA gehen konnten, die sich am vergangen Donnerstag zum alljährlichen „Familientreffen” am Columbus Cruise Center festmachten. Für Teile des Inventars der DEUTSCHLAND, das sich im Eigentum von Phoenix befindet, wurde zudem am Terminal ein großes Lager angemietet, in dem die Sachen für die Wintermonate eingelagert werden. Christian Eckardt

17504 CARNIVAL KEELLAYING CEROMONY Foto Meyer WerftV.l.n.r: Felix Eichhorn, President AIDA Cruises, Arnold Donald, President and CEO Carnival Corporation & plc, gemeinsam mit Bernard Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft, Michael Thamm, CEO Costa Group und Carnival Asia, David Dingle, Chairman Carnival UK (P&O Cruises UK),
Neil Palomba, President Costa Cruises.
Fotos: Meyer Werft, Papenburg

Kiellegung der AIDAnova bei der Meyer Werft

Mit der Kiellegung der AIDAnova gab die Carnival Corporation am 6. September gleichzeitig den Startschuss für den Bau von insgesamt sieben Kreuzfahrtschiffen, die vollständig mit emissionsarmem Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden können.
Der erste Block der AIDAnova, dem weltweit ersten Kreuzfahrtschiff, das sowohl auf See als auch im Hafenbetrieb mit emissionsarmem Flüssigerdgas betrieben werden kann, wurde auf der Meyer Werft in Papenburg auf Kiel gelegt. Den traditionellen Glückscent unter den ersten von insgesamt 90 Blöcken legten die beiden Auszubildenden Louisa Tröbner (AIDA Cruises) und Martin de Boer (Meyer Werft) im Beisein von AIDA Präsident Felix Eichhorn, Bernard Meyer und Tim Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft.
AIDA Präsident Felix Eichhorn erklärte hierzu: „Eine der zentralen Aufgaben, denen sich AIDA Cruises stellt, ist, Kreuzfahrten nachhaltig zu gestalten. Mit der AIDAnova und ihrem Schwesterschiff leisten wir erneut Pionierarbeit und setzen diesen Kurs konsequent fort. Dank des wegweisenden Konzeptes ‚Green Cruising’ wird die vollständige Nutzung von LNG in der Kreuzschifffahrt bereits 2018 Realität.”
„Wir sind AIDA Cruises und der Carnival Corporation sehr dankbar für ihr Vertrauen und ihre wegweisende Entscheidung, die LNG-Technik an Bord umzusetzen. Nun wird die entsprechende Infrastruktur in zahlreichen Häfen aufgebaut. Carnival hat damit eine Entscheidung zugunsten der Umwelt getroffen, die für die Kreuzfahrt sehr wichtig ist”, so Bernard Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft.
Carnival Corporation & plc gab am 6. September 2017 mit der Kiellegung von der AIDAnova gleichzeitig im Rahmen der Seatrade Europe in Hamburg den offiziellen Startschuss für den Bau von insgesamt sieben Kreuzfahrtschiffen der nächsten LNG-Generation für vier der zehn Kreuzfahrtmarken des weltweit größten Freizeit- und Reisekonzerns.
Mit einem symbolischen „Volle Fahrt voraus!” läutete Arnold Donald, President and CEO Carnival Corporation & plc, gemeinsam mit Bernard Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft, Michael Thamm, CEO Costa Group und Carnival Asia, David Dingle, Chairman Carnival UK (P&O Cruises UK), Neil Palomba, President Costa Cruises, und Felix Eichhorn, President AIDA Cruises eine neue Ära in der kommerziellen Nutzung von emissionsarmem Flüssigerdgas in der Schifffahrt ein. Die sieben LNG-Schiffe für die Kreuzfahrtmarken Carnival Cruise Lines, Costa Cruises, Carnival UK und AIDA Cruises werden von den Meyer Werften in Papenburg (Deutschland) und Turku (Finnland) gebaut und zwischen 2018 und 2022 in Dienst gestellt.
Die AIDAnova ist das erste Kreuzfahrtschiff weltweit, das ab Herbst 2018 – dank des Einsatzes von vier Dual-Fuel-Motoren – sowohl im Hafen als auch auf See mit dem derzeit umweltfreundlichsten und emissionsärmsten fossilen Treibstoff betrieben werden kann.
AIDA Cruises wird mit der AIDAnova in der Premierensaison ab Dezember 2018 Reisen rund um die Kanaren anbieten. Die Indienststellung des baugleichen Schwesterschiffes mit einer Größe von mehr als 180.000 Gross-Tonnage (GT) und rund 2.600 Kabinen ist im Frühjahr 2021 geplant. Durch die Nutzung von LNG werden die Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden, der Ausstoß von Stickoxiden und die CO2-Emissionen verringern sich nachhaltig.
Bereits heute können die Schwesterschiffe AIDAprima und AIDAperla – dank ihres Dual-Fuel-Motors – als weltweit erste Kreuzfahrtschiffe während der gesamten Hafenliegezeit ihre Energie emissionsarm aus LNG produzieren. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Luftqualität, denn 40 Prozent seiner Betriebszeit verbringt ein Kreuzfahrtschiff durchschnittlich im Hafen. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von LNG im jeweiligen Hafen. In Hamburg, Rotterdam, Le Havre, Southampton und Zeebrügge kann AIDAprima während der Liegezeiten bereits mit LNG betrieben werden. Gemeinsam mit seinen Partnern arbeitet AIDA Cruises daran, die Technologie auch in weiteren Häfen in Europa verfügbar zu machen. www.aida.de · Christian Eckardt

17504 Kiellegung AIDAnova Foto Meyer Werft PapenburgDer erste Stahlblock für AIDAnova wiegt etwa 120 Tonnen, ist cirka 5 Meter breit, 8,20 Meter hoch und 21 Meter lang. Hier wird er vom Kran ins
Baudock der Meyer Werft gehoben.

17504 Mein Schiff 4 1 19062017 C EckardtAm Abend des 31. August verabschiedete sich das Wohlfühlschiff MEIN SCHIFF 4 von TUI Cruises ausgebucht in Richtung Kanarische Inseln.
Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven weiterhin auf Expansionskurs
Team vom CCCB erhält Zertifizierungsurkunde „Servicequalität”
Pläne für eine Kaje liegen auf dem Tisch

Letztmalig in diesem Jahr legte in der vergangenen Woche das Kreuzfahrtschiff MEIN SCHIFF 4 mit über 2.700 Gästen zum zehnten und letzten Mal in diesem Jahr am Bremerhavener Kreuzfahrtterminal an. Am Abend des 31. August verabschiedete sich das Wohlfühlschiff von TUI Cruises ausgebucht in Richtung Kanarische Inseln. Doch im nächsten Frühjahr kommt die MEIN SCHIFF 4 wieder zurück nach Bremerhaven und bringt auch die Schwesterschiffe MEIN SCHIFF 3 und MEIN SCHIFF 5 mit an die Weser, da TUI Cruises im nächsten Jahr noch stärker auf das Columbus Cruise Center in Bremerhaven (CCCB) setzt. 22 Abfahrten sind an der Unterweser geplant, darunter befindet sich dann auch der derzeit bei Meyer Turku im Bau befindliche Neubau MEIN SCHIFF 1. Insgesamt rechnet man mit rund 200.000 Kreuzfahrtgästen in Bremerhaven, davon allein die Hälfte stammen von TUI Cruises, wobei das in Hamburg ansässige Unternehmen schon mehrfach die gute Lage des Terminals mit der guten Ausstattung und Kapazität gelobt hat.
Für die zusätzlichen Kreuzfahrtgäste hat das Cruiseterminal in diesem Jahr zusätzlichen Parkraum geschaffen. Aber auch Bremerhaven Bus hat expandiert. Bei jedem Anlauf von TUI Cruises setzt das örtliche Busunternehmen bis zu 10 Linienbusse zwischen Bahnhof und Terminal ein. Zusätzlich wurden sechs Gepäckanhänger angeschafft, um die Koffer der Reisenden direkt schon am Bahnhof einzuladen. Diese sehen die Gäste dann erst wieder an Bord, direkt vor der Kabinentür.
Auch das Serviceangebot beim Columbus Cruise Center (CCCB) wurde erweitert, so nehmen Hostessen Passagiere und Gepäck bereits am Bremer Flughafen in Empfang. Für diesen und die weiteren Dienstleitungen hat das Team vom Columbus Cruise Center Bremerhaven kürzlich vom Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen die Zertifizierungsurkunde für die Auszeichnung durch „Servicequalität Deutschland” erhalten.
„Servicequalität Deutschland” ist das führende deutsche Qualitätssiegel für Dienstleistungen in der Touristik. Das CCCB ist damit das erste derart zertifizierte Kreuzfahrt-Terminal Deutschlands. Malaike Schlereth, die CCCB Qualitätsbeauftragte, hat die Zertifizierung geleitet. Durch dieses Siegel möchte das CCCB zum einen den Reedereien für die Kreuzfahrtpassagiere eine professionelle und qualitativ hochwertige Dienstleistung für ihren Start in den Urlaub zukommen lassen. Dafür wird das Bewusstsein der Terminal-Mitarbeiter durch die laufenden Zertifizierungsmaßnahmen und anschließenden Qualitätsüberprüfungen ganz wesentlich gestärkt. Andererseits gewährleistet die Zertifizierung auch eine dauerhafte und gleichbleibende Dienstleistungsqualität für die Passagiere.
„Wir werden uns alle weiter für unsere Passagiere ins Zeug legen”, erklärte jetzt Terminalchef Veit Hürdler und rechnet schon jetzt für das nächste Jahr mit rund 230.000 Passagieren, die in Bremerhaven an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gehen werden. Zum einem, da TUI Cruises seine Abfahrten ab Bremerhaven fast verdoppelt. Weiterhin wird auch die italienische Reederei Costa Kreuzfahrten im nächsten Jahr mit der dann eingesetzten COSTA MEDITERRANEA häufiger in Bremerhaven anlegen als noch in diesem Jahr mit der COSTA MAGICA. Auch langfristig wird mit steigenden Gästezahlen beim CCCB gerechnet, wobei Details zur Saison 2019 erst im Winter bekanntgegeben werden.
Aber auch an der Hardware soll sich langfristig in Bremerhaven etwas ändern, da der Hafenbetreiber bremenports das Kreuzfahrtterminal fit für die Zukunft machen möchte. So soll für geschätzte 100 Millionen Euro eine neue Kaje gerammt werden, die rund 25 Meter vor der alten Kaje liegen wird. Zudem soll das alte und größtenteils leerstehende Terminalgebäude am Südende abgerissen werden, um Platz für einen Neubau, den so genannten Cruise Tower zu schaffen, der Park- und Büroetagen enthalten wird. Der acht bis zehn Etagen hohe Cruise Tower soll dabei der neue Eingangsbereich zum Kreuzfahrtterminal werden. Über den Parkdecks sollen in dem neuen Tower mehrere Büroetagen für hafennahe Unternehmen und Behörden angesiedelt werden – auch schon heute hat der Hafenkapitän seinen Amtssitz im alten Columbusbahnhof, in den Räumlichkeiten des ehemaligen Restaurants.
Am wichtigsten ist aber derzeit die Erneuerung der zum Teil über 90 Jahre alten und 800 Meter langen Kaje, wobei allein hierfür rund 75 Millionen Euro an Kosten von bremenports geschätzt werden. Die neue Kaje soll in einem Abstand von 20 bis 25 Metern Abstand zur alten Kaje direkt in die Weser gerammt werden. „Der Abstand ist notwendig, um die Standsicherheit der alten Kaje nicht zu gefährden”, erklärte jetzt bremenports-Chef Robert Howe.
Dabei soll die Kaje in mehreren Abschnitten erneuert werden, um den laufenden Kreuzfahrtbetrieb nicht zu behindern. Starten soll die Maßnahme dann im nördlichen Bereich der Columbuskaje, beim alten England-Fähranleger, da dieser Kajenbereich schon jetzt sehr marode ist. Erst kürzlich musste dort die Kaje nach einem Wassereinbruch notdürftig repariert werden. Die neuen Konzepte von bremenports für die Sanierung der alten Columbuskaje stehen, so dass jetzt die politischen Grundsatzbeschlüsse auf bremischer Seite eingeholt werden müssen. Nach der Bewilligung notwendiger Planungsmittel könnte bremenports mit der Detailplanung beginnen, für die rund zwei Jahre geschätzt werden.

17504 MVW Fertigmodule WismarMVW Fertigmodule GmbH Fertigungshallen und Bürogebäude in Wismar. Fotos: © MV WERFTEN, Wismar

MV WERFTEN nimmt Produktion der Kabinenfertigung auf

Der Auftakt der Kabinenproduktion wurde am 1. September feierlich bei den MV WERFTEN Fertigmodule GmbH, Wismar, mit der ersten Referenzkabine begonnen. Dort werden nun komplett vorausgerüstete Passagier- und Crewkabinen für die Schiffe der „Global” und „Endeavor Class” produziert, die ersten werden bereits im Frühjahr 2018 ausgeliefert. Der feierlichen Zeremonie zum Fertigungsstart wohnten u. a. Genting Hong Kong Group President Colin Au, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe und zahlreiche Vertreter von MV WERFTEN bei.
„Es geht los: Heute starten wir mit der Fertigung von Referenzkabinen und den Mitarbeitertrainings in den Produktionsprozessen an der Flowline”, berichtet Volker Asmus, Geschäftsführer der MV WERFTEN Fertigmodule GmbH. „Nach der Trainingsphase liefern wir im März die ersten Kabinen an MV WERFTEN – Crewkabinen für die ENDEAVOR-Expeditionsyacht.”
MV WERFTEN Fertigmodule wird modernste Passagierkabinen, -suiten und Crewkabinen für die Kreuzfahrtschiffe der Global Class herstellen, insgesamt rund 3.400 Kabinen pro Schiff. Auch Crewkabinen für die Megayachten der Endeavor Class, knapp 150 pro Schiff, werden gefertigt. Beide Schiffsklassen werden ab 2018 bei MV WERFTEN in Wismar, Rostock und Stralsund gebaut. Als komplett vormontierte Module werden die Kabinen zu den Werften geliefert und dort installiert.
„Komplett vorausgerüstete Kabinen sind der zeit- und kosteneffektivste Weg im Kreuzfahrtschiffbau. Durch unsere Vorarbeit wird die Arbeitszeit an Bord so gering wie möglich gehalten”, berichtet Johannes Gößler, ebenfalls Geschäftsführer von MV WERFTEN Fertigmodule. Und weiter: „Wir selbst arbeiten mit einer hochmodernen und automatisierten Produktionsstraße unter höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards.”
Herzstück der 9.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche ist eine 75 Meter lange Fließfertigungsstraße, die sogenannte Flowline. In 15 aufeinander abgestimmten Arbeitsprozessen wird alle 20 Minuten eine Kabine hergestellt, insgesamt rund 20 pro Tag. Bis 2026 wird die Produktion sukzessive gesteigert. Dann werden bis zu 7.000 Kabinen pro Jahr in Wismar vom Band laufen.
MV WERFTEN Fertigmodule GmbH wurde im Oktober 2016 gegründet, im November übernahm das Unternehmen seine Fabrik zur Kabinenfertigung. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeiter, mittelfristig sollen es bis zu 200 werden. Gesucht werden vor allem handwerklich geschickte Mitarbeiter für die Flowline, Elektriker, Tischler und Projektleiter. Das Schwesterunternehmen von MV WERFTEN befindet sich in unmittelbarer Nähe der Wismarer Werft. Durch die direkte Lage an der A20 hat es eine logistisch optimale Anbindung zu den Werften in Rostock und Stralsund.

17504 MVW FM Produktionsstart 1Produktionsstart: Colin Au, Genting Hong Kong Group President, und Wirtschaftsminister Harry Glawe.

 

17504 PhoenixReisen BerndWallisch VnM ART Phoenix Reiseleiter Bernd Wallisch mit MS ARTANIA. Foto: Phoenix Reisen, Bonn

Phoenix Reisen – neue Dreharbeiten für Traumschiff und Verrückt nach Meer
Verrückt nach Phoenix auf allen Kanälen


Verrückt nach Fluss
Ab Montag, 04.09.2017 wird in der ARD wochentäglich jeweils um 16:10 Uhr die erste Staffel von „Verrückt nach Fluss” nochmals ausgestrahlt. Die Folgen rund um das Leben, Arbeiten und Urlauben an Bord eines Flusskreuzfahrtschiffes wurden in Deutschland auf MS ANESHA und in Frankreich auf MS GLORIA gedreht.

Verrückt nach Meer
Ab 02.10.2017 läuft dann auf diesem Sendeplatz in der ARD Staffel 5 der beliebten Dokureihe „Verrückt nach Meer”. Im Anschluss daran erfolgt die Erstausstrahlung der siebten Staffel der erfolgreichen Serie, die an Bord von MS ARTANIA und MS ALBATROS gedreht wurde.

ZDF-Traumschiff
Auch für diesen beliebten Fernsehklassiker gibt es Neuigkeiten. Während der Kreuzfahrt AMA 321, die zu den Kapverden und Kanaren führt, ist ein Team des ZDF an Bord, um mit bekannten Schauspielern für eine neue Folge zu drehen. Informationen zu allen Kreuzfahrten und anderen Reiseangeboten von Phoenix Reisen finden Sie im Internet auf www.PhoenixReisen.com und in den Phoenix Reisen Katalogen.

17504 Crystal Bach Foto MV Werften WismarDie CRYSTAL BACH bei ersten Erprobungsfahrten vor der MV Werft in Wismar. Foto: MV Werften, Wismar

Europas Flusskreuzfahrtbranche auf Erfolgskurs
Größte Nachfrage aus USA und Kanada

Mit 1,3 Millionen Passagieren, die 2016 auf Europas Flüssen ihren Urlaub verbrachten – das ist ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – setzt die europäische Flusskreuzfahrtbranche ihren Expansionskurs fort. Knapp 39 Prozent der Kreuzfahrer kamen aus den USA und aus Kanada: „Nordamerika entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Markt für Europas Kreuzfahrt-Reedereien, ebenso wie Großbritannien mit einem Passagieranstieg von 11 Prozent”, sagt Frederik Erdmann, Branchenexperte und Korrespondent von Seatrade Cruise Review.
Die Herausforderungen und Möglichkeiten für die europäische Flusskreuzfahrtbranche ist ein Schwerpunkt auf der Fachmesse Seatrade Europe 2017, vom 6. bis 8. September auf dem Gelände der Hamburg Messe. In Konferenzen speziell zu Flusskreuzfahrten diskutieren Branchenvertreter wie Daniel Buchmüller, Chief Services Officer, River Advice AG und Präsident IG RiverCruise, aktuelle Sicherheitsfragen und Trends der künftigen Flusskreuzfahrtflotten: „Im Laufe der vergangenen Jahre wurde die Entwicklung hin zu modernen, komfortableren Flusskreuzfahrtschiffen konsequent vorangetrieben. Andererseits werden die Herausforderungen in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft immer größer. Innovation ist ein Schlüssel, um neue Passagiere zu gewinnen – und alte Hasen zu überraschen. Sicherheit wiederum ist entscheidend, um das Vertrauen der Passagiere zu erhalten. Die Seatrade Europe reflektiert die Themen, die die Branche heute bewegen.”

Neue Schiffe, neue Konzepte
Mit Zunahme von ausländischen Gästen werden neue Schiffe mit neuen Konzepten folgen. 2016 wurden allein in Europa 22 neue Flussschiffe in Betrieb genommen – bei einem weltweiten Auftragsvolumen von 31 Schiffen. Weitere 17 Neubauten folgen dieses Jahr. „Wir erleben im Bereich der Flusskreuzfahrt die Ankunft neuer Visionen, neuer Ideen und neuer Konzepte. Die CRYSTAL BACH und die CRYSTAL MAHLER von Crystal River Cruises sind zwei spektakuläre Beispiele dafür. Aus technischer Sicht hat die erfolgreiche Rückkehr des Schaufelradantriebs für Reedereien neue Destinationen möglich gemacht – speziell auf Flüssen mit niedrigem oder saisonal schwankendem Wasserstand”, so Erdmann.
Bei allen positiven Entwicklungen steht die Flusskreuzfahrtbranche in Europa auch vor Herausforderungen: Es gibt von Land zu Land noch immer sehr unterschiedliche Regeln und Vorschriften, bestimmte touristische Hotspots weisen Anzeichen von Überfüllung auf, das Anheuern von Personal gestaltet sich zunehmend schwieriger und das Thema Sicherheit auf Flüssen dominiert genauso wie bei Kreuzfahrtschiffen auf Ozeanen. „Die Anlege-Uhrzeiten sowie -Orte müssen neu geplant werden. Bisher führen niedrige Wasserstände und Überbuchungen der Terminals in der Sommer-Hochsaison zu Überkapazitäten. „An der Donau und der Drau gibt es fünf Passagier-Terminals im Abstand von nur 150 Kilometern. Damit es keine Verzögerungen bei den Landausflügen gibt und die Zufriedenheit unserer Gäste nicht leidet, müssen wir die Kreuzfahrtpassagiere auf den nächstgelegenen Terminal umbuchen”, erläutert Alen Jakumetovć, Managing Director der Port Authority Vukovar.
Die Sicherheit von Flusskreuzfahrt-Passagieren war noch nie so streng geregelt wie heute. Lucas Sandmeier, General Manager Operation bei Scenic Luxury Cruises & Tours: „Die Herausforderung besteht darin, Kompromisse zu finden, die den Erfolg von Flusskreuzfahrten nicht schmälern. Wenn Sie die ständig steigenden Anforderungen in Bezug auf Passagiersicherheit, die zunehmenden Vorschriften und Wünsche seitens der Behörden, Gesetzgeber, Regierungen und Gewerkschaften mit dem Wunsch, dem Gast ein einmaliges Erlebnis zu bieten, kombinieren, dann ergibt sich daraus ein Produkt, das nur wenig Ähnlichkeit mit der so erfolgreichen Flusskreuzfahrt von heute hat.”
Aufgrund der guten Wachstumsaussichten bei den Flusskreuzfahrten in Europa, dringen immer mehr Anbieter von Meereskreuzfahrten in den Markt – darunter Fred. Olsen Cruise Lines. Justin Stanton, Director Sales and Marketing: „Wir sind stolz darauf, unsere jahrzehntelange Erfahrung und Schifffahrtstradition jetzt erstmals auch in den Markt für Flusskreuzfahrten einzubringen.” Christian Eckardt

SUEDSEE Seite 6

17506 ARANUI 5 5298 Foto Ton ValkDie ARANUI 5 liegt auf Rede vor Hiva Oa. Fotos: Ton Valk, Preetz


Ton Valk

Rundreise mit der ARANUI 5 durch Französisch-Polynesien

Polynesien, Tahiti, Bora Bora sind Namen welche bei fast jeder Sehnsucht nach der Ferne aufkommen lässt. Um die vielen Inseln zu besuchen ist es möglich, mühsam alles in Eigenregie zu machen oder komfortabel eine Kabine an Bord des MS ARANUI 5 zu buchen. Letzteres tun wir und bereuen es später nicht. Französisch-Polynesien ist von uns aus am anderen Ende der Erde und um dahin zu gelangen, bewältigen wir einen fast 20-stündigen Flug mit Air Tahiti Nui. Sobald wir das Flugzeug besteigen, spüren wir schon die Gastfreundschaft von Französisch-Polynesien. Wir werden mit einem freundlichen „Maeva” begrüßt. Die Flugbegleiterinnen tragen die typischen bunten Kleider aus diesem Gebiet. Gutes auf die Reise abgestimmtes Essen sorgt für ein weiteres Wohlgefühl. Der Flug ist insgesamt sehr angenehm und wir schlafen gut. Trotzdem planen wir zwei Akklimatisierungstage auf Tahiti ein. Wir buchen dafür eine Bed and Breakfast-Unterkunft in der Hauptstadt Papeete und haben Zeit, uns an die Zeitdifferenz von zwölf Stunden und 30° Temperaturunterschied zu gewöhnen.

Seit den 1960er Jahren
Die ARANUI-5-Reederei „Compagnie Polynesienne de Transport Maritime”, kurz C.P.T.M., hat eine Geschichte, die zurückgeht bis Anfang der sechziger Jahre. Bis dahin gab es keine regelmäßige Schiffsverbindung zwischen den Inseln, um die Bewohner mit dem Nötigsten zu versorgen. Unregelmäßige Transporte wurden meistens mit segelnden Schonern durchgeführt. Der gebürtige Chinese Wong Wing brachte dann die Änderung. Er kaufte in New Zealand einen alten 1946 aus Redwood-Holz gebauten, 35 Meter langen Kümo und nannte diesen ARANUI. In der Maori-Sprache bedeutet das: „The Great Highway”. Für das neue Fahrgebiet trifft dieser Name absolut zu. Französisch-Polynesien erstreckt sich über ein Gebiet von vier Millionen Quadratkilometer. Das ist etwa die Fläche von Europa. Für die Überwachung stehen nur vier Marineschiffe zur Verfügung. Die etwa 118 Inseln und Atolle messen nur gut 4.000 Quadratkilometer. Mit der ersten ARANUI konnten maximal 250 Tonnen Ladung transportiert werden. Alsbald entdeckten auch die ersten Beachcomber diese ausgedehnte Inselgruppe und wurden so die ersten Touristen auf der ARANUI. In 1981 ersetzte die ARANUI 1 die in die Jahre gekommene ARANUI, womit die Ära Aranui Cruises anfing. Es folgte später die ARANUI 3 und in 2015 die jetzige ARANUI 5.

Von Fakarava nach Nuku Hiva
Die Einschiffung erfolgt morgens früh in Papeete. Uns wird beim Einchecken eine wunderschöne duftende Blumenkette umgehängt. Eine Tanzshow von Einheimischen stimmt die Gäste auf die kommenden vierzehn Tage ein. Laut Programm besuchen wir Inseln des Tuamotu Archipels, die Marquesas und die Gesellschaftsinseln. Während die ersteren und letzteren verhältnismäßig in der Nähe von Tahiti liegen, sind die Marquesas fast 1.500 Kilometer von unserem Ausgangshafen entfernt. Als erstes steht das Atoll Fakarava auf dem Plan. Durch die einzige Öffnung fahren wir hinein. An Land werden wir wieder von Blumenmädchen und traditioneller Musik empfangen. Wir wandern die einzige Straße entlang. Diese wurde vor längerer Zeit angelegt, weil der Präsident dieses Atolls den französischen Präsidenten Giscard d’Estaing zu Besuch eingeladen hatte. Dieser sollte nicht über einen Sandweg zu seinem Anwesen fahren, sondern über eine richtige Straße. Letztendlich waren außer Spesen nichts gewesen. Der französische Präsident sagte seinen Besuch ab. Es wohnen nur 1.600 Menschen hier. Das Atoll steht inzwischen auf der Unesco Weltnaturerbe-Liste. Zu bestaunen sind nicht nur die Flora, aber auch die Korallen und Fische bei einer Schnorcheltour im klaren warmen Wasser. Hier gibt es auch Zitronenhaie zu beobachten. Fakavara ist eine Vulkaninsel, aber inzwischen in Folge der Erosion verschwunden und nur ein Atoll ist übriggeblieben.
Nach einem mehrstündigen Aufenthalt nimmt die ARANUI 5 Kurs auf ein noch fast unberührtes und unentdecktes Stückchen Erde. Zwar ist die Hauptinsel Nuku Hiva in fast vier Stunden per Flugzeug von Tahiti erreichbar und obwohl die Bewohner schon längst in der Moderne angekommen sind, findet man außer einigen Pensionen keine touristische Infrastruktur. Es ist außerdem die vom Festland weitentfernteste Inselgruppe der Welt. Das alles macht gerade den Charme dieser Inselgruppe aus. Die Inseln sind schroff, zerklüftet und deutlich vulkanischer Ursprungs. Messerscharf ragen sie aus dem Pazifik heraus. Es ist eine Welt, welche noch immer der Vergangenheit angehört und wo noch der Geist der alten „ma’ori” (Ureinwohner) lebt. Trotz des Auftauchens der Europäer blieben einige der Inseln bis heute fast unberührt.
Henua Enana bedeutet „Land der Männer”, welche entstand aus der Isolation der Marquesas. Daraus gingen kräftige und talentierte Männer hervor. Sie sind noch immer voller Stolz und besitzen eine faszinierende Kultur. Es gibt auch Naturwunder wie der über 300 Meter hohe Wasserfall, wo das Wasser schon verdampft ist, bevor es unten ankommt.

Geschichte, workshops u.v.m.
Auf unserem ersten Seetag haben wir Zeit, auf eigene Faust das Schiff zu entdecken und sind sehr zufrieden mit der Einrichtung, welche unseren Erwartungen entsprechen. Es gibt immer wieder Workshops wie Palmblattflechten, Fischsalat machen, Tanzen und vieles mehr. Unser Guide Jörg führt uns mit einem Vortrag in die spannende Geschichte der Marquesas, über Tiki’s und marquesianische Kunst ein. Es wird angenommen, dass die ersten, schätzungsweise 1000 Menschen, vor etwa 2.500 Jahren aus Asien nach Polynesien gekommen sind. Sie wollten eigentlich Richtung China, wurden aber durch eine einsetzende Völkerwanderung nach Osten gezwungen. Ihre kleinen Schiffe mit rund 60 Personen schafften bis zu 16 Kilometer pro Stunde und waren damit schneller als die ARANUI 5. Sie kreuzten gegen die andauernden Ostwinde und landeten letztendlich in Polynesien, wo sie Fuß fassten. Bei der Ankunft hatten meistens nur 20 Prozent diese schwere Reise überlebt. In dieser Zeit erfanden diese Menschen die Navigation auf dem offenen Meer. Don Alvaro de Mendana entdeckte die Inselgruppe 1592 und taufte diese nach seinem Auftraggeber Marques de Mendoza Marquesas. Er landete in Taiohae und der Empfang war sehr freundlich und vor allem die meist nackten Frauen warben um die Europäer. Das Stammesoberhaupt bot an, mit ihnen zu schlafen, weil sie in der kleinen Gruppe dringend frische Gene brauchten. Die folgende Reise in dieses abgelegene Gebiet machte James Cook in 1774. Auf Grund von Überlieferungen wollte er hier dieses Paradies erleben. Es wurden dadurch aber auch Krankheiten eingeschleppt. In 1850 wurde die Bevölkerung von 20.000 durch Krankheit und Krieg bis auf 2.200 reduziert. Mehr und mehr starb dadurch langsam auch eine wichtige Kultur aus. Später kamen die katholischen Missionare und vernichteten mit ihren Bekehrungen den Rest dieser einmaligen Kultur.

Nuku Hiva
Und dann am dritten Tag um 5.00 Uhr bei Sonnenaufgang liegen sie vor uns: die Marquesas. Mit turmhohen Gipfeln, einsamen grünen Tälern, fjordähnlichen Buchten mit kleinen Dörfern. Nuku Hiva ist die größte der elf Inseln und einer der wenigen, wo die ARANUI 5 in einem kleinen Hafen festmachen kann. Von Anfang an hat es uns gewundert, wieso unser Schiff mehr als 70 Mann Besatzung an Bord hat. Aber jetzt wissen wir es. Das Schiff ist komplett Autark. Einen Hafenmeister oder Hafenpersonal gibt es nirgendwo. Die Besatzung erledigt Festmachen, Be- und Entladung mit Hilfe von eigenem Geschirr, Ablieferung und Annahme der Güter, kassieren der Transportkosten, alles in eigener Regie. Man merkt sofort, dass es ein absolut eingespieltes Team ist. Wir könnten dieses Treiben die ganze Zeit beobachten, aber wir wollen auch die Inseln erleben. Dafür sind wir schließlich gekommen. Fast alle der etwa 200 Gäste gehen von Bord und in Jeeps auf Erkundungstour. Erster Halt ist die Kathedrale, welche in 1975 von den Einwohnern selbst gestaltet und gebaut wurde auf einen ehemaligen Tempel. Auch Christus am Kreuz steht auf einem typischen Stein des alten Glaubens. Der Erzbischof wird wohl gedacht haben: wir haben sie komplett bekehrt und jetzt geben wir dem Volk ein Gefühl von Freiheit. Weiter geht es über einen Pass zu einer alten Tempelanlage. Bei der alten Kultstätte Kamuihei bieten uns die Einwohner eine Vorführung von (Kriegs-) Tänzen aus der Vergangenheit. Die Kultstätte befindet sich rund um einen Baum, welcher einen Umfang von etwa 60 Meter hat. Es ist beeindruckend zu sehen wie dieses Volk früher gelebt hat. Auffallend sind die vielen kunstvollen Tattoos womit die meisten Körper großflächig bedeckt sind. Die Motive befassen sich mit religiösen und mythologischen Themen. Zentrum einer Siedlung war Tohua, ein Platz für Versammlungen und ausgedehnte Feste. Wer seine Augen offen hält, findet hier überall auf Steinen kleine und große Petroglyphen. Sie zeugen von einer absolut eigenen Kultur, welche leider in Folge der Kolonisation großenteils verloren gegangen ist. Später besuchen wir die Kultstätte Kamuihi. Hier finden wir viele Tiki’s (uralte menschenähnliche Steinfiguren).

Kraterwanderung
Auf der nächsten Insel, Fatu Hiva, geht die erste Gruppe schon früh von Bord für eine lange Wanderung. Einmal quer über die Insel. Im Dorf Omoa wartet erst eine Musikgruppe und dann frisches Obst auf uns. Bevor wir starten, kaufen wir auf Tapa (Innenseite der Baumrinde) gemalte Kunst. Eine Einwohnerin zeigt ihr Können beim Blumenbinden. Kurz nach Zehn geht es los auf einen etwa 17 Kilometer langen Marsch bis auf 650 Meter Höhe. Für uns Schweizer nicht viel, aber bei dieser Hitze und Feuchtigkeit … Nach etwa 20 Minuten haben wir unseren Rhythmus gefunden. Der Weg wird immer matschiger und die Sonne versteckt sich. Langsam fängt es leicht zu regnen an, während wir noch immer bergauf laufen. Aber bald schüttet es wie aus Kübeln. Regenschutz bringt nichts, weil man dann nur noch mehr schwitzt. Also Fotorucksack schützen und weiterlaufen, während der Weg, teils ein Bach, immer schwerer wird. Es ist zu bedenken, dass dieser Weg die einzige Verbindung zwischen den beiden Dörfern auf Fatu Hiva ist! Wir werden überholt von einem Geländewagen mit unserer Crew, welche uns extra Wasser bringen. Als wir auf dem höchsten Punkt ankommen, hört es auf zu regnen und es warten leckere Baguettes auf uns. Aber erst ziehen wir uns ein trockenes T-Shirt an. Nach einer halben Stunde Pause machen wir uns weiter auf den Weg. Als Belohnung für die Anstrengungen werden wir belohnt mit einem traumhaften zweiten Teil. Eine Wanderung abwärts durch einen ehemaligen Krater mit Blick auf dessen zerklüfteten und gezackten Ränder. Atemberaubend. Nach gut 5 Stunden kommen wir in Hanavave an. Unser Schiff ist inzwischen um die Insel gefahren und hier vor Anker gegangen. Trotz der Anstrengungen hat sich die Wanderung voll und ganz gelohnt. Nach einer erfrischenden Dusche gehen wir an Deck und genießen ein Sundowner und einen bilderbuchartigen fast kitschigen Sonnenuntergang, der die Insel in ein einmaliges orangerotes Licht taucht. Es ist eine weitere tolle Erfahrung auf dieser besonderen Reise. Die Bucht heißt wegen einem besonders geformten Felsen eigentlich Baia Verge (Fallusbucht), aber die katholischen Missionare haben es in Baia Vierge (Jungfrau Bucht) umgetauft. Welch eine merkwürdige Namensänderung.

Brel und Gaugain
Nicht nur wir sind immer mehr begeistert von den Marquesas. Auch der Französische Postimpressionistische Maler Paul Gaugain und der aus Belgien stammende Sänger Jaques Brel liebten diese Inseln. Beide liegen auf dieser Insel Hiva Oa begraben. Am Morgen nehmen wir an einem Gottesdienst in einer kleinen Kirche teil. Die Predigt klingt bedrohlich, aber in der Musik und im Gesang ist die Lebensfreude der Insulaner zu spüren. Danach geht es zur Kultstätte Te l’Ipona, wo viele verschiedene Tiki’s einen kleinen Eindruck in die alte Kultur vermitteln. Sowohl Gaugain als auch Brel ist je ein Museum gewidmet.

Ua Huka
Heute erwartet uns ein spektakuläres Einlaufmanöver. Die Bucht beim Dorf Vaipaeee ist mit knapp 100 Meter sehr eng und von vielen Klippen umgeben. Deswegen kann der Kapitän nicht vorwärts reinfahren, ankern und wieder herausfahren. Auf See wird gedreht und langsam geht es rückwärts in die Bucht. Es wird Anker gesetzt. Unsere Festmacher übernehmen die Leinen und machen diese waghalsig an die auf den Felsen angebrachten Poller fest. Es ist eine nautische Meisterleistung. Neben dem Botanischen Garten besuchen wir in Hokatu das kleine aber feine Petroglyphe Museum. Jörg erklärt in kurzer Zeit viel Interessantes und Wissenswertes über die vielen Gegenstände.
Wir wären gerne noch länger geblieben, aber das lässt das Programm leider nicht zu. Am Ende des Tages heißt es schweren Herzens Abschied nehmen von dieser wundervollen Inselgruppe und die ARANUI 5 nimmt Kurs auf das Atoll Rangiroa, welches eine Tagesfahrt entfernt liegt und zu den Gesellschaftsinseln gehört. Hier bietet sich die Möglichkeit, eine sehr bekannte Perlenfarm zu besichtigen und sich eventuell mit einigen Perlen einzudecken. Mehrere Gäste lassen sich zu der Anschaffung von den schwarzen Perlen verführen. Andere ziehen es vor, zu schwimmen und zu schnorcheln.
Am letzten Tag besuchen wir die bekannte Insel Bora Bora. Neben Tahiti ist dieser Name Synonym für Ferne, Sehnsucht, Palmenstrand und blaues Wasser. Bora Bora ist eine besondere Insel. Sie besteht aus einem nicht mehr aktiven Vulkan und ringsherum ist ein Atoll. Der Vulkan ist heute im Begriff, wieder im Meer zu versinken. In Europa wurde die Insel 1978 bekannt durch das Lied „Bora Bora Hey” von Tony Marshall und es wird auch die heimliche Nationalhymne genannt. Am letzten Tag macht die ARANUI 5 wieder in Papeete fest. Damit geht eine Traumreise zu Ende, aber wir fliegen mit einem Koffer voller Erinnerungen wieder nach Hause.
Die Reise mit der ARANUI 5 kann direkt unter www.aranui.com oder bei jedem Reisebüro gebucht werden.
Flüge bietet Air Tahiti Nui an, auf der Verbindung Paris-Papeete. Air Tahiti Nui · Weitere Informationen auch im DuMont Reiseführer Südsee.

Schiffsbeschreibung
Die ARANUI 5 lief 2015 vom Stapel und ist 126 Meter lang bei einer Breite von 22 Meter. Es ist ein kombiniertes Fracht- und Passagierschiff, weil ersteres schon immer die Hauptaufgabe der Reederei war. Jetzt kommt dem Passagier eine immer größere Bedeutung zu. Außer bei Manövern ist die Brücke offen für die Passagiere. An Bord ist Platz für 254 Gäste, für die 103 Kabinen zur Verfügung stehen. Darunter befinden sich 31 Superior de Luxe Kabinen, 32 Suiten, 40 Standardkabinen und ein paar 4-Bett-Kabinen. Es gibt ein Restaurant mit freier Tischwahl und auch freiem Tischwein, vier Bars, zwei Konferenzräume, Schwimmbad, Bibliothek und Boutique. Ein paar Mal während der Reise wird ein kostenloser Wäscheservice angeboten.

17506 ARANUI 5 4648 Foto Ton ValkMit einer Tanzvorführung an Bord werden die Gäste auf die bevorstehende Reise eingestimmt.

17506 ARANUI 5 5030 Foto Ton ValkBei der alte Kultstätte Kamuihei bieten uns die Einwohner eine Vorführung von (Kriegs-) Tänze aus der Vergangenheit.

17506 ARANUI 5 5052 Foto Ton ValkDie Marquesas sind übersäht mit archäologischen Stätten. Hier ein Tohua (Zeremonienfläche) auf der Insel Nuku Hiva.

17506 ARANUI 5 5168 Foto Ton ValkDie markanten Spitzen der Insel Ua Pou bleiben großteils in Wolken verhüllt.

17506 ARANUI 5 5432 Foto Ton ValkDie ARANUI 5 in der Bucht von Tahuata auf Hiva Oa.

17506 ARANUI 5 5255 Foto Ton ValkAm Ende des Regenbogens erwartet uns auf Hiva Oa ein besonderer Gottesdienst.

17506 ARANUI 5 P1030262 Foto Ton ValkDas Grab von Paul Gaugain auf Hiva Oa, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

17506 ARANUI 5 5516 Foto Ton ValkBeim Barbeque auf dem Pooldeck war absolut für Jeden etwas Leckeres dabei.

17506 ARANUI 5 6836 Foto Ton ValkEine der geräumigen Juniorsuites auf der ARANUI 5.

17506 ARANUI 5 6905 Foto Ton ValkDas schön möblierte und angenehm unterteilte Restaurant der ARANUI 5.

17506 ARANUI 5 5288 Foto Ton ValkDie ARANUI 5 ist völlig autark. Den Waren- und Zahlungsaustausch regelt die Besatzung komplett.

17506 ARANUI 5 5109 Foto Ton ValkWenn eine der Inseln keinen Hafen hat, geht das Schiff vor Anker und die Waren werden auf Pontons an Land gebracht.

17506 ARANUI 5 7023 Foto Ton ValkDer Sonnenuntergang taucht die Insel Fatu Hiva in ein ganz besonderes Licht.

17506 ARANUI 5 P1030172 Foto Ton ValkDie Unterschiedlichen Landschaften der Vulkaninsel Fatu Hiva lassen die Besucher staunen.

17506 ARANUI 5 P1030185 Foto Ton ValkDer Weg zwischen den beiden Dörfern Omoa und Hanavave auf Fatu Hiva ist ein wunderbarer Wanderweg.

17506 ARANUI 5 P1030194 Foto Ton ValkDas Schiff ankert in der Bucht von Vaipaeee auf Ua Huka.

17506 ARANUI 5 5813 Foto Ton ValkSpektakulär war eine Rückwärtseinfahrt auf Ua Huka, welche aus nautischer Sicht absolut notwendig ist.

17506 ARANUI 5 P1030217 Foto Ton ValkMesserscharfe Felsen erinnern an die Kraft der Vulkane.

17506 ARANUI 5 P1030220 Foto Ton ValkFast bedrohend erheben sich die erstarrten Lavamassen über das Dorf Hanavave.

17506 ARANUI 5 P1030255 Foto Ton ValkDie Lava hat skurrile Formen gebildet, worin jeder etwas Anderes erkennen kann.

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