Die ganze Welt der Kreuzfahrt17401 Juli August 2017

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 Auf den Starclippers Schiffen wird der Begriff Kreuzfahrt mit neuen Inhalten gefüllt. An Bord der drei Großsegler STAR CLIPPER, STAR FLYER und
ROYAL CLIPPER gibt es keine strengen Kleidungsvorschriften – Smoking und Abendkleid sind absolut überflüssig, auch beim Captains Dinner.
An Bord herrscht vielmehr eine legere, entspannte Atmosphäre, die die Gäste ganz besonders schätzen.
Fotos: Starclippers, Langenhagen

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17401 Editorial 4 201717401 Stippvisite 4 2017

 

 

17401 Transatlantik 4 201717401 Flussreise 4 2017

 

 

17401 Geschichte 4 2017

17401 Faehrreise 4 2017

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INHALT 4 Seite 2

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Facebook Icon 50 50     Nimm uns mit Kapitaen

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17402 5125 Star Clipper Ruder Foto Starclippers Langenhagen„I am sailing ... to be free.” Genau so fühlt man sich unter dem Segeldom der STAR CLIPPER: frei von Alltagssorgen. Eine Art Schwebezustand, in den
man sich bald versetzt fühlt. Wie von Geisterhand werden die Segel gesetzt, halbautomatisch über Elektrowinden. Wer dabei anpacken will, um segelschiffsromantisches Feeling zu spüren oder nur seine Muskeln zu trainieren, der ist bei den Profis des bekannten schneeweißen
Großseglers herzlich willkommen ...
Foto: Starclippers, Langenhagen

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Adressen+Links Adressen und Links von Kreuzfahrt-Reedereien, Veranstaltern + Fährlinien sowie Spezial-Reisebüros für Kreuzfahrten u.a.  

Anläufe und Passagen Anläufe und Passagen 2017 – Kreuzfahrtschiffe in deutschen Häfen und im Nord-Ostsee-Kanal. 

Zurückliegende Ausgaben Zurückliegende Ausgaben des SeereisenMagazin

Götakanal Der Götakanal – das Blaue Band Schwedens. Ein einzigartiger Wasserweg zwischen Göteborg und Stockholm.

Grönland Grönland 2009 Grönland 2012 Grönland-Expeditionen – Stationen zweier Kreuzfahrten in eine Wunderwelt aus Schnee und Eis.

Hafenportraits Hafenportraits Hier möchten wir Ihnen Kreuzfahrthäfen und ihr Umland vorstellen

 

Hausboot Genusstörn auf den Berliner Gewässern. Jede Menge Natur und Kultur zwischen Köpenick und Potsdam.

Kalender Der Kreuzfahrtkalender – die Kreuzfahrt-Destinationen und ihre Hauptreisezeiten.

Kataloge Kataloge Die 2017er bis 2019er Kataloge der Reedereien und Kreuzfahrt-Veranstalter.

Mallorca Mallorca Teil 1 Mallorca Teil 2 Eine innige Liebeserklärung an Mallorca – Ein Landgang der besonderen Art in zwei Teilen.

MediaDaten MediaDaten  – Alle Informationen mit Leserstatistik.

Schiffsportraits Schiffsportraits See- und Flussschiffe – Aktuelle Schiffsportraits, aktualisierte und historische. Neustes Schiffsportrait: MS ASARA

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Titelseite Auf dem Titel kreuzen die drei Großsegler von Starclippers Kreuzfahrten, Langenhagen · Auf den Starclippers Schiffen wird der Begriff Kreuzfahrt mit neuen Inhalten gefüllt. An Bord der drei Großsegler STAR CLIPPER, STAR FLYER und ROYAL CLIPPER gibt es keine strengen Kleidungsvorschriften – Smoking und Abendkleid sind absolut überflüssig, auch beim Captains Dinner. An Bord herrscht vielmehr eine legere, entspannte Atmosphäre, die die Gäste ganz besonders schätzen.

https://www.starclippers.com/de · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · Gebührenfreie Telefonnummer: 008 00-78 27 25 47

Seite 3 Editorial: Holt das deutsche Gold nach Hause! 1.236 Tonnen lagern in Manhattan · Mit der Wahl Donald Trumps wurde die politische Weltuhr umgestellt. Mit dem Ausgang der BREXIT-Abstimmung in Großbritannien ging es weiter. Donald Trumps Umdeutung der historischen NATO-Funktionen, seine Eskapaden in der Russlandpolitik und neuerdings auch in der Nahostpolitik machen den langjährigen Bündnispartnern in Europa große Sorgen. Und Deutschlands Handelsüberschüsse machen ihn neidisch und wütend. Er droht, er wolle das ändern. Vorsicht scheint geboten. In dieser Situation muss es zunehmend besorgt machen, dass immer noch rund die Hälfte der deutschen Goldreserven im Ausland liegen: 1.236 Tonnen in den unterirdischen Tresoren der Federal Reserve New York, 432 Tonnen bei der Bank of England in London und 91 Tonnen bei der Banque de France in Paris.

Seite 4 TopNews: Quark Expeditions erhält zum Jahresende 2018 Neubau WORLD EXPLORER · Traditionssegler PEKING schwimmt Huckepack zurück nach Deutschland · 50-Tage-Bilanz für die Elbfähre: Geglückter Neustart für Elb-Link-Fährschiff GRETE · Meyer Werft baut weiteren Neubau für Disney Cruise Line · Zum Schnäppchenpreis aufs Schiff – Travelzoo prognostiziert rosige Zeiten für Urlauber mit Lust aufs Meer · Europäische Werften profitieren von der boomenden Kreuzfahrtindustrie – 75 neue Kreuzfahrtschiffe bis 2025 · nicko cruises setzt ab 2018 Schiffsneubau nickoVISION ein · Der Leuchtturm Kiel seit 50 Jahren im Dienst der Schifffahrt · Dicke Luft in den Fjorden – Norwegische Fjorde für ältere Kreuzfahrtschiffe zukünftig gesperrt? · G20-Gipfel in Hamburg – Informationen zur Erreichbarkeit des Cruise Terminal Steinwerder vom 5.7. bis 8.7.2017 ·Maritime Übernachtung im Überseecontainer · Dock Inn hat in Sichtweite des Kreuzfahrtterminals in Warnemünde eröffnet

17402 SILHOUETTE Transatlantik 38 Amsterdam 2 0176a Foto Susanne Pilgram

Am späten Nachmittag verlässt die SILHOUETTE Amsterdam. Vor ihr liegt ein sechsmonatiges Sommerprogramm in Europa. Der erste Trip führt in die Ostsee. Foto: Susanne Pilgram, Sinzheim

Seite 5 Mit CELEBRITY SILHOUETTE von Fort Lauderdale Transatlantik nach Amsterdam · Die SILHOUETTE liegt straff angeleint am Kai von Fort Lauderdale, noch eine gute Stunde bis zum Ablegen. Draußen tobt bereits seit Stunden ein ultraschweres Tropenunwetter. Erstmals seit Monaten kein Sonnenschein, sondern dermaßen viel Regen, dass alles einheitlich nach Hafenbecken aussieht, auch die Straßen. An Bord fiepen bösartig die Notfall-Sirenen. Matt und lustlos schleppen sich die Passagiere zum Katastrophendrill zu den zugeteilten Musterstationen. Nichts funktioniert dabei wirklich richtig, aber ist das nicht auf allen Schiffen so? „Wie soll man denn auch mit solchen Menschen ein Rettungsboot besteigen?”, fragt ein Kanadier besorgt und trifft den Punkt: „Allein mal von der Beweglichkeit her.”

17402 Mein Schiff 6 2 Hamburg 14052017 C Eckardt

Die MEIN SCHIFF 6 läuft Hamburg an. Foto: Christan Eckardt, Bremerhaven

Seite 6 Stippvisite auf der MEIN SCHIFF 6 – Nur wenig Detail-Veränderungen zur restlichen Wohlfühlflotte von TUI Cruises · „Auch bei unserem vierten Neubau haben wir ein starkes Augenmerk auf das Thema Umweltschutz gelegt. Modernste Technologien machen die MEIN SCHIFF 6 zu einem der energieeffizientesten weltweit. Die Abgasnachbehandlung reduziert die Schiffsemissionen um ein Vielfaches. Damit ist auch unser jüngster Neubau eines der umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffe ihrer Klasse”, erklärte Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises im Rahmen der Übernahme des Schiffes.
Anschließend nahm die MEIN SCHIFF 6 mit ihren rund 1.000 Besatzungsmitgliedern zunächst Kurs auf den Seehafen Kiel, darauf folgten einige Vorabfahrten mit Reisebüropartnern und ersten Gästen. Am 1. Juni wurde der Kreuzfahrer dann in einer einzigartigen Inszenierung im Hamburger Hafen von der Elbphilharmonie von Iveta Apkalna, die lettische Titularorganistin des Konzerthauses, getauft.

17402 MSC Fantasia Barcelona07 2015 Kai Ortel

Die MSC FANTASIA im Hafen von Barcelona. Der Hafen steht auf dem Reiseplan fast aller MSC-Kreuzfahrten im Westlichen Mittelmeer.
Foto: Kai Ortel, Berlin

Seite 7 Mit der MSC FANTASIA auf den Spuren ihrer Vorgängerin – Teil 2 · Malta grüßt am nächsten Morgen mit strahlendem Sonnenschein, und warum nicht mal auf dem Balkon frühstücken anstatt sich mit Hunderten von Mitreisenden im vollen Büffetrestaurant um die wenigen freien Tische streiten? Alle vier passen wir zwar nicht auf den kleinen Erker, der sich „Balkon” nennt, aber Platz ist am Ende in der kleinsten Hütte. Auf der MELODY ging das seinerzeit übrigens nicht, nirgendwo, denn an Balkonkabinen war im Jahr 1982, als das Schiff gebaut wurde, noch nicht zu denken. Da sieht man knapp 15 Jahre später auch gerne darüber hinweg, dass die Kabinen der MSC FANTASIA hellhörig sind und man nachts den Eindruck bekommt, als wäre die Kammer nebenan von einer achtköpfigen Familie bewohnt, die von drei zerstrittenen Teenagern beaufsichtigt wird.

17402 Antarktis 2 6135 Foto Ton ValkBeeindruckend ist die Struktur dieser Gletscher in Neko Harbour.
Foto: Ton Valk, Preetz

Seite 8  Antarktis-Expedition mit MS PLANCIUS – Weiter als an das Ende der Welt – Teil 2 · Von Ushuaia auf die Falklandinseln, Süd Georgien, Süd Orkneys und die Antarktische Halbinsel wird diese Expedition führen. Nach einer erholsamen Nacht erwartet uns ein ruhiges Meer und zeigt sich Süd Georgien in seiner ganzen Schönheit. Der Himmel ist wolkenlos und von Wind ist kaum etwas zu spüren und das alles bei milden Temperaturen. Ganz anders als der gestrige Tag. Alle Komponenten stimmen für eine Zodiac-Cruise in die geschützte Bucht von Godthul Cove (Norwegisch für Gute Höhle). Ringsherum sanfte mit Tussockgras bedeckte Hügel, aber auch steile Klippen umrahmen die Bucht. Die Rufe der Pelzrobben sind zu hören, welche ihre Jungen suchen. Auch junge Königspinguine standen herum, scheinbar wartend, bis die Mauser vorbei ist.

17402 Augusta Victoria Hapag Lloyd ArchivDas erste „richtige” Kreuzfahrtschiff der Welt, die AUGUSTA VICTORIA kommt aus dem Hause der HAPAG. Foto: Archiv Hapag-Lloyd AG, Hamburg

Seite 9   Die Geschichte der Luxuskreuzfahrt von 1891 bis heute · Am 22. Januar 1891 beginnt in Cuxhaven die Geschichte der Luxuskreuzfahrt: Der Schnelldampfer AUGUSTA VICTORIA der Hamburg-Amerikanischen-Packetfahrt Actiengesellschaft (kurz HAPAG) legt zu seiner ersten Kreuzfahrt ab. Auf dem Routenplan der zweimonatigen „Excursion nach dem Mittelmeer und dem Orient” – wie die Premierenreise damals genannt wurde – stehen 13 Häfen rund um das Mittelmeer. Unter ihnen Alexandria, Beirut und Konstantinopel. Liegezeiten von mehreren Tagen bieten reichlich Gelegenheit, neue Kulturen kennenzulernen. Mit an Bord sind 241 Passagiere und der Generaldirektor der HAPAG, Albert Ballinn. Ballinn ist nicht nur ein erfolgreicher Reeder, der die HAPAG bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges zur größten Reederei der Welt machen wird, sondern auch ein Mann mit dem Blick für Details. Bei seinen Schiffsinspektionen werden auch Kleinigkeiten moniert, die das Wohl der Gäste stören könnten. Die Geschichte der Luxuskreuzfahrt nimmt ihren Anfang.

17402 SEADREAM Foto Seadream Yacht Club

Die SEADREAM I im Hafen von Funchal/Madeira vor der AIDAblu – die Größenunterschiede sind gewaltig. Foto: Philipp Rademann, Karlsruhe

Seite 10  Luxus auf den Weltmeeren: Die Seereise im Wandel der Zeiten · 2017 ist das Angebot im Bereich von Luxuskreuzfahrten vielfältiger denn je. Hapag-Lloyd Cruises bietet für jeden das „richtige” Schiff: Die EUROPA 2 setzt seit 2013 neue Maßstäbe im Bereich der Spitze mit ihrer Bewertung von 5-Sterne plus. Legerer Lifestyle für maximal 500 Gäste – mit diesem Konzept hat das Schiff eine neue Ära für Luxuskreuzfahrten eingeläutet. Auf der EUROPA – der 1999 gebauten fünften Vertreterin ihres Namens – gibt es traditionellen Luxus in der Tradition der klassischen Kreuzfahrt, Abendkleid und Smoking inklusiv. Die HANSEATIC – einziges 5-Sterne Expeditionsschiff der Welt – wird 2019 abgelöst durch die Neubauten HANSEATIC Nature und HANSEATIC Inspiration. – So unterschiedlich die heutigen Luxuskreuzfahrtschiffe auch sein mögen, Eines ist ihren Gästen gemeinsam: „Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.” Dies wusste schon Johann Wolfgang von Goethe von seinen Reisen zu berichten – und das ganz ohne Kreuzfahrt. – 10 Fragen zum Produkt und zur weiteren Entwicklung von Silversea Cruises..

Seite 11 KreuzfahrtMagazin · Nachrichten aus der Kreuzfahrt · Costa Kreuzfahrten: Reise-Highlights 2017 und 2018 · DGzRS lädt zum Tag der Seenotretter ein · 19 neue Segeltörns mit der ALEXANDER VON HUMBOLDT II · Kiellegung der HANSEATIC nature auf der Vard-Werft · Hapag-Lloyd Cruises besucht 21 Mal norddeutsche Häfen · Auf See-Expedition mit Ikarus Tours: Neues Spezialprogramm mit Expeditions-Kreuzfahrten 2018-2019 · Kreuzfahrten mit der neuen NIEUW STATENDAM buchbar · Besucherzentrum der Meyer Werft startet erstmals ein Familienprogramm · Oceania Cruises baut Wellness- und Sportprogramm an Bord aus · P&O Cruises steuert im Sommer 2018 Grönland an · Port of Kiel investiert für eine saubere Ostsee · Full Metal Cruise Vl – Buchungsstart der härtesten Kreuzfahrt Europas auf der MEIN SCHIFF 2 · Weihnachten an Bord der TUI Cruises-Wohlfühlflotte

 

17402 Chilenische Fjorde.STELLA AUSTRALIS vor Gletscher Foto Alexander Moebius Seeshaupt

Die STELLA AUSTRALIS vor dem Pia Gletscher.
Foto: Alexander Möbius, Seeshaupt

Seite 12 Eine Expedition in die südchilenischen Fjorde · Sofort ersterben die Gespräche auf dem Achterdeck und vereinen sich zu einem internationalen, langgezogen-erregten, runden „ohhhh”. In der Sprachdeutung der Expeditionskreuzfahrer bedeutet dies: Wal in Sicht! Irgendwie meint man, den Mastausguck des Hollywood-Walfängers PEQUOD zu hören: „Wal, da bläst er!” Alle Reisenden haben inzwischen die Kameras gezückt und geben ihr Bestes, die vielen Blase der gemächlich passierenden Walfamilie irgendwie auf die Speicher-Medien zu bannen und ein seltsam andächtiges Gefühl macht sich beim Anblick der Riesen breit. Dabei sind Wale in knapp 54 Grad südlicher Breite gar keine Seltenheit. Gott sei Dank haben die Käpt’n Ahabs und ihre grausamen Mitstreiter und Nachfolger doch nicht ganze Arbeit geleistet.

17402 Le Soleal Kiel106 2017 Kai Ortel

Schnittig durch und durch. Nicht umsonst spricht Ponant bei der LE SOLÉAL und ihren Schwestern von yachtähnlichen Kreuzfahrtschiffen. Foto: Kai Ortel, Berlin

Seite 13   Stippvisite auf der LE SOLÉAL – Das französische Yacht-Kreuzfahrtschiff war im Mai zum Erstanlauf im Seehafen Kiel · Die fünf Schiffe von Ponant Yacht Cruises & Expeditions, nach eigenen Angaben „Weltmarktführer für Luxusexpeditionskreuzfahrten”, sind normalerweise überwiegend in den Polarregionen oder in tropischen Gefilden unterwegs. Im Rahmen einer Ostseekreuzfahrt unternahm die LE SOLÉAL jedoch in diesem Frühjahr einen seltenen Abstecher an die Kieler Förde. – Ein wenig musste sich am 12. Mai jedoch gedulden, wer das kleine, aber feine französische Kreuzfahrtschiff sehen wollte. Denn statt 11:30 Uhr wurde es der frühe Nachmittag, ehe die LE SOLÉAL mit zwei Stunden Verspätung am Ostseekai festmachen konnte. Schuld daran war aber niemand an Bord, sondern, wieder einmal, die Schleuse in Brunsbüttel. Denn das Schiff hatte sich, von Portsmouth kommend, für eine Tagespassage durch den Nordostseekanal angemeldet, und die ist nun mal abhängig vom übrigen Schiffsverkehr.

17402 Holland Flandern P1070553 Foto Philipp Rademann KADie Windmühle im Keukenhof diente einst an anderer Stelle als Poldermühle der Landentwässerung. Foto: Philipp Rademann, Karlsruhe

Seite 14 Frühlingsreise mit der MS ALINA nach Holland und Flandern · „Willkommen an Bord“ – Kreuzfahrtdirektor Christian Dujardin und das holländische Kapitänsehepaar Jan und Ria Scherpenisse begrüßen an der Gangway in Köln jeden Passagier mit Handschlag. Es ist die persönliche Note, die eine Flusskreuzfahrt mit der ALINA von Beginn an zu einem besonderen Reiseerlebnis macht. Unter den Gästen sind Passagiere jeden Alters, auch wenn die Generation der Unruheständler – von denen viele mit ihren Enkelkindern unterwegs sind – überwiegen dürfte. Das schwimmende Hotel ist die unter Schweizer Flagge fahrende ALINA des Bonner Reiseveranstalters Phoenix Reisen. Das 2011 in Dienst gestellte Schiff gehört mit seinen 135 Meter Länge und ihren bis zu 216 Passagieren zu den großen auf Rhein, Main und Donau. „Die Abmessungen der Schleusen setzen die Grenze für die Schiffsgröße”, weiß Kreuzfahrtleiter Dujardin zu berichten. Der gebürtige Holländer ist seit vielen Jahren dabei und kehrt gerne Saison für Saison auf „seinen” Flusskreuzer zurück.

17402 Blick auf die Stralsunder Altstadt mit Suedruegen im Hintergrund

Panoramablick auf die Stralsunder Altstadt mit Südrügen im Hintergrund. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

Seite 15 Das schönste Binnenrevier liegt an der Küste – Kreuzfahrten nach Rügen und Hiddensee anhaltend beliebt · „Im Greifswalder Bodden, da sind die meisten von uns seekrank geworden”, berichtet – noch etwas blass um die Nasenspitze – ein Passagier des schweizerischen Binnenkreuzfahrtschiffes SAXONIA. Kapitän Johann Magner kann bestätigen, „dass es bei der Überfahrt nach Stralsund ganz schön gepustet hat.”
Am nächsten Morgen signalisiert ein makelloser Himmel schönstes Reisewetter. Nach opulentem Frühstück und informativem Rundgang durch die UNESCO-Welterbe-Altstadt und Ozeaneums-Besuch trifft sich die Gästeschar auf dem langgestreckten Oberdeck zum Auslaufmanöver, mit 180-Grad-Blick auf den Stralsunder Hafen.
„Klar vorn und achtern!”, heißt das Kommando, bis Magner die Leinen einholen lässt. Mit einem gerade mal fingerdicken Hebel, den Joystick, dirigiert der Kapitän die SAXONIA aus dem Passagierhafen.

Seite 16  FlussreisenMagazin – Nachrichten aus der Fluss-Touristik · 1AVista Reisen stellt neues Programm „Flussreisen 2018” vor · A-ROSA Flussschiff Programm 2018 – Neue Reisen auf der Seine und erweitertes Familienangebot · Kreuzfahrt mit CroisiEurope durch Meck-Pomm · nicko cruises nimmt 2018 die Flussreisedestination Ägypten wieder auf · Mit modernen Luxus-Flussschiffen durch jahrtausendealte Kultur · nicko cruises erweitert 2018 seine Kapazitäten auf dem portugiesischen Douro · Attraktive Frühbucherrabatte bei Phoenix Reisen bis zum 31. Juli 2017 · PLANTOURS Kreuzfahrten erweitert erneut Silvester-Flussflotte · Kia Carens 1,7 CRDi Spirit – ein Fahrbericht

17402 04 Stavangerfjord Bergen28 2014 Kai Ortel

Die Nachtfahrt nach Hirtshals beginnt vor dem Zwischenstopp in Stavanger bereits am frühen Nachmittag in Bergen. Foto: Kai Ortel, Berlin

Seite 17  MS STAVANGERFJORD – eine Fähre für Genießer · Nachtfähren über das Skagerrak gibt es eigentlich nicht mehr. Seit knapp zehn Jahren schon dominieren schnelle Kombifähren und Katamarane den Fährverkehr zwischen Dänemark und Norwegen. Einzige Ausnahme: die Fähren der Fjord Line, die Stavanger mit Hirtshals verbinden. Zwölf Stunden dauert die Überfahrt mit der STAVANGERFJORD – eine Fährreise für Genießer.
Verändert hat sich in den letzten Jahren auch Stavanger selber. In der Altstadt machen im Sommer inzwischen Kreuzfahrtschiffe fest, die mehrere Tausend Passagiere fassen, manchmal sogar derer zwei oder drei gleichzeitig. Für Autofähren ist da kein Platz mehr; seit 2008 bereits bedient auch die Fjord Line statt der Innenstadt von Stavanger, das etwas abseits gelegene Risavika. Doch auch dort wird großes Geld verdient, denn Risavika ist Öl-, Erdgas-, Container- und Fährhafen zugleich.

17402 HANSA LUEBECK Bananenfrachter Mittel Suedamerika 108Nächtliche Heckansicht des Kühlfrachters HANSA LÜBECK in Portsmouth /Südengland. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

Seite 18  Cool nach Colombia zur Costa Banana – Mit MS HANSA LÜBECK und krummen Sachen über den großen Teich · Welcher Frachterreisenfan hat nicht schon mal von einer Reise auf einem „Bananenjäger” ‒ in der Seemannssprache auch kurz „Banane” genannt – geträumt?! Auf ihrer Wunschliste rangiert so ein Törn nach Mittel- und Südamerika ganz obenan.
Zur kleinen Flotte deutscher Kühlschiffe zählen auch die vier 12.000-Tonnen-Spezialfrachter der Hamburger Reederei Leonhard & Blumberg. Damit kann man sich seinen Traum erfüllen.
Antwerpen im Januar: Ein steifer Westwind bläst böig über den abendlichen Hafen. Ungemütlich und völlig unromantisch. Der Fahrer des Reedereiagenten, der mich vom Bahnhof abgeholt hat, kurvt durch weiße Blechkisten-Gebirge. Kühlcontainer. Dann ein mächtiger Steven. HANSA LÜBECK steht in blauen Lettern auf hellbeigem Grund. Wir sind am Ziel: 12.000 Tonnen groß und 156 Meter lang – mein Domizil für die nächsten vier, vielleicht sogar fünf Wochen.

Seite 19  NordseeMagazin · Neues von der Waterkant · Attraktiv und neunzig Jahre alt: Schulschiff DEUTSCHLAND · Falls der Meeresspiegel stärker steigt · Alarm an Hunte und Dümmer · Haie – uralt und nachgezüchtet · Sea Shepherds schützen Schweinswale · Reichtum des Meeres – noch bis 23. August zu besichtigen · Zufrieden trotz verfehlter Zahlen · ANNELIESE KRAMER ersetzt HERMANN HELMS · Die „Boatfit” kehrt zurück – nach Bremerhaven · Wanderlust übers Watt · Ein Jahr für guten Hering · Von Bremerhaven auf dem Wasser bis Basel · Besucherzentrum der Meyer Werft startet Familienprogramm · Der Ferienkrimi: Das Gedächtnis der Insel · Die Unterelbe – Lebensader, Land & Leute

Seite 20 HamburgMagazin · Rund um den Michel und die HafenCity · Kreuzfahrt-Veranstalter tagen in Hamburg · Klasse statt Masse · Pudding statt Container · Deutsche Ruderanlagen für amerikanische Schiffe · Modernster Rettungskreuzer · Atom-Jubiläum der OTTO HAHN · AIDA Cruises vom Orient nach Spanien: Barcelona als neuer Super-Terminal im westlichen Mittelmeer · Vorsicht beim Telefonieren an Bord · Unbemannte Schiffe? Der digitalisierte Seeverkehr wird kommen · Reeder Peter Krämer gestorben

Seite 21 OstseeMagazin · Informationen vom Mare Baltikum · An Bord der COSTA FAVOLOSA mit Kapitän Carmine Maddaloni und Marketing-Manager Hardy Puls · Mord und Totschlag an Bord · Zum Ankerplatz nach der Flucht · Für Sicherheit und Umweltschutz · Zu Saisonbeginn haben die Fähren ihre Frequenzen erhöht · Auftakt zu 16 Reisen mit MSC MAGNIFICA

Seite 22   Vorschau auf die Ausgabe September/Oktober 2017

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TOPNEWS 4 Seite 4

 

17404 World Explorer 2 Rendering Quark ExpeditionsBis zu 125 Crewmitglieder werden sich ab Winter 2018 an Bord der WORLD EXPLORER um das Wohl der Passagiere kümmern.
Animation: Quark Expeditions, Seattle

Quark Expeditions erhält zum Jahresende 2018 Neubau WORLD EXPLORER
126 Meter langer Cruiser erhält Hybrid-Antrieb

Der amerikanische Kreuzfahrtveranstalter Quark Expeditions, Seattle, wird zum Jahresende 2018 ein neues Expeditionskreuzfahrtschiff einsetzen, das im Winterprogramm 2018/2019 zunächst 10 Antarktis-Kreuzfahrten unternehmen wird. Wie das seit über 25 Jahren speziell auf Antarktis- und Arktiskreuzfahrten spezialisierte Unternehmen jetzt mitteilte, wird der 126 Meter lange Neubau mit dem Namen WORLD EXPLORER über eine Kapazität für bis zu 176 Passagiere verfügen. Insgesamt wird das Schiff über 86 Kabinen in sechs verschiedenen Kategorien verfügen. Neben Suiten auch 3-Bett-Kabinen. Die Owners-Suite hat dabei eine Größe von 33 Quadratmeter mit einem 10 Quadratmeter großem Balkon, hingegen die Veranda Suite 20 Quadratmeter und der Balkon 5 Quadratmeter groß ist.
Die über sechs Passagierdecks verfügende WORLD EXPLORER wird auf dem Oberdeck mit einer Observation Lounge mit einem fantastischen Blick über das Meer und in den Himmel verfügen, da die Decke aus gewölbten Glas erstellt wird. Neben einer Bibliothek, einer Bar und einem Restaurant wird das Schiff auch mit einem Spa- und Fitnessbereich sowie einer Sauna ausgestattet. Bis zu 125 Crewmitglieder werden sich an Bord um das Wohl der Passagiere kümmern. Für den Activity-Bereich stehen bis zu 10 Zodiacs zur Verfügung, die Nutzung ist dabei im Reisepreis bereits enthalten, weiterhin kann man gegen eine Gebühr Kajakfahrten oder Standup Paddling unternehmen.
Das Schiff wird dieselelektrisch angetrieben und über ein Hybridsystem verfügen, wobei Rolls Royce zwei 9.000 kW starke Hauptmaschinen liefern wird. Auftraggeber der WORLD EXPLORER mit der Eisklasse 1 B ist die portugiesische Flusskreuzfahrt- und Reiseveranstalterholding Mystic Invest SGPS SA, die den Kreuzfahrer bei der West Sea Shipyard in Viana do Castelo im Norden Portugals bestellt hat. Nach verschiedenen Medienberichten sollen insgesamt sogar bis zu vier Schiffe dieses Typs in Fahrt kommen.
Quark Expeditions steht unter Kennern für authentische Expeditionen bis in die entlegensten Polargebiete, dies im Rahmen verschiedener Antarktis und Arktis Kreuzfahrten. Dabei hat der 1991 gegründete Veranstalter eine jahrelange Erfahrung bei Expeditionsreisen in den Polarmeeren vorzuweisen und gilt als Pionier bei außergewöhnlichen Routen, wie beispielsweise der spektakulären Nordostpassage. Unternehmensgründer L. Wikander und M. McDowell erfüllten sich zu Beginn der 90er Jahre den Traum, einmal selbst eine Polarexpedition zu unternehmen, daraus wurde dann ein eigenes Kreuzfahrtgeschäft, Quark Expeditions. Aktuell bietet Quark auf neun verschiedenen Schiffen einmalige Reisen durch die Polarmeere an, darunter befinden sich klassische Kreuzfahrtschiffe mit Eisklasse, aber auch Expeditionsschiffe wie die nur 12 Personen fassende HANS HANSSON oder große Eisbrecher wie die russischen KAPITAN KHLEBNIKOV oder die 50 YEARS OF VICTORY. https://www.quarkexpeditions.com/en

17404 FLQ6968 PEKING auf Combi Dock III in New York Foto Harren und PartnerErfolgreich verladen wurde in New York der 1911 bei Blohm + Voss in Hamburg erbaute Großsegler PEKING auf dem 2009 auf der Lloyd Werft in Bremerhaven erbauten Dockschiff COMBI DOCK III, das zur Bremer Harren-Gruppe gehörenden Reederei Combi Lift. Foto: Harren & Partner, Bremen

Traditionssegler PEKING schwimmt Huckepack zurück nach Deutschland
Flying P-Liner erfolgreich im Dockschiff COMBI DOCK III verladen

Nach vier Ladetagen und gehörigem Laschen geht es für den Traditionssegler im Laderaum des Dockschiffes hoch und trocken zurück nach Deutschland. Gut 12 Tage sind für die Rückreise in die Elbmündung geplant. Nach der derzeitigen Planung soll das Dockschiff um den 28. Juli am Brunsbüttel Elbe Port festmachen, wo die historische Viermastbark am Montag den 31. Juli ausdockt werden soll. Anschließend geht es mit Schlepperhilfe elbaufwärts, durch das Stör-Sperrwerk bis zur Peters-Werft nach Wewelsfleth. Da die Passage des Stör-Sperrwerkes nur bei Hochwasser erfolgen kann, wird dieses dann vermutlich erst gegen 22.00 Uhr erfolgen. Den genauen Zeitplan für die Verholung wird die Stiftung Hamburg Maritim auf deren Webseite veröffentlichen: https://www.stiftung-hamburg-maritim.de. Zudem sind für die Verholung Begleitfahrten für Schiffsfreunde mit historischen Schiffen ab Brunsbüttel und Glückstadt vorgesehen.
Die Peters Werft hatte in einem Ausschreibungsverfahren den umfangreichen Sanierungsauftrag erhalten, an dem sich auch die Werften Blohm + Voss, die Emder Werft und Dock GmbH sowie eine ARGE aus Elsflether Werft und Bremerhavener Dockgesellschaft (Bredo) beteiligt hatten. An der Stör soll die PEKING in den nächsten drei Jahren originalgetreu saniert und als Museumsstück hergerichtet werden. Hierfür stellt der Bund für Rückführung und Instandsetzung insgesamt 26 Millionen € zur Verfügung. Das Schiff soll anschließend zum zentralen Schauobjekt des neuen „Deutschen Hafenmuseums” in Hamburg werden. Der genaue Liegeplatz für die restaurierte PEKING steht noch nicht fest, aber aus Sicht der Stiftung Hamburg Maritim wäre der ideale Liegeplatz vor dem Hansahöft (Kaispitze vor dem Schuppen 52).
Die 1911 in Hamburg erbaute Bark PEKING war einer der legendären „Flying-P-Liner” der Reederei Ferdinand Laeisz, deren Schiffe alle ein „P” als ersten Namensbuchstaben tragen. Alle Frachtsegler der Reederei waren in der Salpeterfahrt eingesetzt. Dabei wurden ausgehend Exportwaren für Chile geladen, z.B. auch Steinway-Flügel für dort lebende Auswanderer-Familien. Zurück segelten die Schiffe voll abgeladen mit Guano in Säcken, ein wichtiger Grundstoff für Dünger in Europa. Auf jeder Reise wurde zweimal Kap Horn umsegelt, die PEKING allein brachte es auf 34 Kap-Horn-Umrundungen.
1932 machte der Segler die letzte Reise unter Segeln, wurde außer Dienst gestellt und zum stationären Internats-Schiff umgebaut. Im Medway an der englischen Ostküste lag sie unter dem Namen ARETHUSA bis 1974 vor Anker und wurde dann erworben vom South Street Seaport-Museum. Dies ließ den Rumpf des Seglers auf einer schottischen Werft in Stand setzen und anschließend über den Atlantik nach New York schleppen. Dort wurde sie wieder aufgetakelt und nahm zur 200-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit 1976 ihren prominenten Liegeplatz in Manhattan ein. Fortan diente sie als Museumsschiff und Touristen-Attraktion. Als das South Street Seaport-Museum in den Jahren ab 2000 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde die PEKING für viel Geld zum Verkauf angeboten.
Schon damals hatte die frisch gegründete Stiftung Hamburg Maritim Interesse an dem berühmten Viermaster gezeigt, wegen der ganz erheblichen Restaurierungskosten jedoch wieder Abstand genommen von dem Projekt. Über Jahre fand sich kein Übernahme-Interessent, so dass das South Street Seaport-Museum das Schiff am Ende sogar als Geschenk anbot.
Die PEKING ist einer von vier noch existierenden Windjammern aus der Flotte der legendären „Flying P-Liner” der Laeisz-Reederei: Die PASSAT liegt seit 1960 als Museumsschiff in Travemünde, die POMMERN als Museumsschiff in Mariehamn (Finnland) und die ehemalige, bei der Tecklenborg Werft erbaute PADUA ist der letzte noch fahrende Flying-P-Liner und bereist unter dem Namen KRUZENSHTERN als Ausbildungsschiff unter russischer Flagge die Weltmeere. Christian Eckardt

50-Tage-Bilanz für die Elbfähre: Geglückter Neustart für Elb-Link-Fährschiff GRETE

Zweite Elbfähre trifft zu Dockung bei GDD ein

17404 Grete 1 04022017 C EckardtMit einem überaus zufriedenen Blick zurück zieht die Betreibergesellschaft der neuen Elbfähre Cuxhaven-Brunsbüttel eine positive Bilanz der ersten 50 Tage: Mehr Passagiere, mehr Pkws und auch mehr Frachteinheiten als im Vorjahreszeitraum sprechen dabei eine klare Sprache. Der Neustart der Fährlinie ist rundum geglückt! „Immer mehr Autofahrer erkennen offenbar die Attraktivität der Fährroute gerade im Nord-Süd-Verkehr”, so Elb-Link-Geschäftsführer Bernd Bässmann: „Die Route übers Wasser ist kürzer, schneller und günstiger als der Landweg über die dauerverstopfte A7 und den nervenraubenden Hamburger Elbtunnel.”
Nach dem Insolvenzverfahren des früheren Betreibers wurde Anfang des Jahres eine neue Gesellschaft gegründet, die Elb-Link Fährgesellschaft mbH. Sie nahm nach kurzer Unterbrechung die Fährverbindung Ende Mai, wieder auf und verbindet seitdem mit dem Fährschiff GRETE die Häfen Brunsbüttel und Cuxhaven bis zu sechsmal in jede Richtung. In der Vergangenheit hatten zwei Schiffe die Route zehn Mal täglich bedient. Trotz Verzichts auf die zweite Fähre, die bisher unter dem Marketingnamen ANNE-MARIE verkehrte, konnte Elb-Link seine Beförderungsleistungen deutlich steigern, wie das Unternehmen am vergangen Freitag in Cuxhaven mitteilte.
In den ersten 50 Tagen wurden rund 52.500 Passagiere über die Elbe transportiert, im Schnitt 1.050 pro Tag; im Vorjahreszeitraum waren es (mit zwei Schiffen) nur 47.065 Personen (entsprechend 941/Tag). Die Zahl der beförderten Pkw bzw. Wohnmobile stieg von 12.100 im Vergleichszeitraum 2016 auf nunmehr 14.250 in den ersten 50 Tagen 2017. Selbst die Frachtzahlen weisen ein Plus aus: 1.800 Frachteinheiten in diesem Jahr stehen 1792 im Vergleichszeitraum 2016 gegenüber.
Die Auslastung der GRETE konnte damit mehr als verdoppelt werden, was die Rentabilität der Betreibergesellschaft deutlich steigert und nicht zuletzt den Erhalt des Betriebes langfristig absichert. Mit dem Neustart auf der Elbe verbindet sich aber auch eine Reihe von Verbesserungen für die Fahrgäste: Die Überfahrt dauert jetzt nur noch maximal 75 Minuten, anstatt wie früher 90 Minuten, dank verkürzter Liegezeiten, einer Steigerung der Motorenleistung und damit einhergehender höheren Geschwindigkeit.
Mit der Wiedereröffnung des Traditionsrestaurants Seestern direkt am Fähranleger in Cuxhaven verbessert sich zudem auch das Speisenangebot an Bord, das nun zu einem großen Teil frisch aus der Seestern-Küche geliefert werden kann. Der Anteil der Convenience-Produkte im Bord-Restaurant sinkt entsprechend.
„Gleich auf der ersten Abfahrt von Cuxhaven hat der Ansturm von Passagieren und Fahrzeugen unsere Erwartungen bei weitem übertroffen”, so Bernd Bässmann, der bisherige Operative Leiter und heutige Geschäftsführer der Elb-Link Fährgesellschaft mbH. Auf der jetzt unter deutscher Flagge fahrenden GRETE wurde nun auch eine deutschsprachige Besatzung eingesetzt und das bisherige Servicepersonal blieb der Fährgesellschaft fast komplett treu. Somit fließen Erfahrung und Know-how in die neue Gesellschaft mit ein.
Das 90 Meter lange, in Norwegen erbaute Doppelend-Fährschiff bietet 150 Pkw bzw. 16 Lkw und 55 Pkw Platz auf bis zu zwei Decks Platz. Während der Überfahrt sogen ein Bordcafé, Restaurant und Spielecke für die Kleinen für Kurzweil und Entspannung.
Elb-Link verfügt zudem nun über ein völlig neues, kundenfreundliches Buchungssystem, und die Website wurde ebenfalls neu gestaltet. Intern wird künftig auf ein effektives Yield-Management gesetzt. In der Kombination mit dem einschlägigen Wissen um den Elbe-Fährdienst stellen die organisatorischen Neuerungen eine perfekte Ausgangsbasis für einen reibungslosen Neustart dar.
Bässmann: „Positiv sehen wir die gute Verkehrsentwicklung seit dem vergangen Jahr, insbesondere mit Blick auf das vermehrte Frachtaufkommen. Aber auch die steigenden Passagier- und Pkw-Zahlen geben uns Rückenwind. Zumal die Fähre – nicht zuletzt auf Grund der Verkehrsprobleme auf der Dauerbaustelle A7, im Nadelöhr Elbtunnel sowie aktuell bei der Sanierung der B5 Itzehoe-Brunsbüttel – eine gute Alternative zum allgegenwärtigen Stau darstellt.”
Das zweite, bislang auf der Elbe als ANNE-MARIE eingesetzte Fährschiff, die unter Malta-Flagge fahrende SAAREMAA wurde inzwischen nach mehrwöchiger Aufliegezeit am Steubenhöft in Cuxhaven mit Hilfe von zwei Schleppern nach Bremerhaven überführt. Bei German Dry Docks (GDD) lässt der Eigner, die estländische Reederei Saaremaa Laevakompanii eine Dockung zur Wartung und Überholung des Schiffes durchführen. Über die anschließende Verwendung des Fährschiffs gibt es bislang noch keine Informationen. Aktuell ist seitens der Elb-Link Fährgesellschaft kein Einsatz eines zweiten Fährschiffes geplant.
Jedoch ist ein kurzfristiger Einsatz der SAAREMAA als Ersatzfähre noch möglich, da an der GRETE noch einmal im Dock noch Einstellungsarbeiten zur Optimierung der Antriebsanlage und der Propelleranlage notwendig sind, wie Bernd Bässmann auf Nachfrage mitteilte. Ein konkreter Termin steht hierfür aber noch nicht an.
http://die-elbefaehre.de/home/ · Christian Eckardt

17404 DISNEY FANTASY 2 30012012 C EckardtDie 2012 von der Meyer Werft gelieferte DISNEY FANTASY. Foto: Christian Eckardt, Bremerhaven

Meyer Werft baut weiteren Neubau für Disney Cruise Line
2.500 Passagiere fassender Cruiser soll 2022 in Fahrt kommen

Die Meyer Werft in Papenburg wird zu den bereits zwei fest bestellten Neubauten für die amerikanische Disney Cruise Line noch einen dritten Neubau fertigten, der im Jahr 2022 in Fahrt kommen soll, wie das emsländische Familienunternehmen am Wochenende (16.7.) mitteilte.
Im März 2016 hatte Disney der Meyer Werft bereits den Auftrag für die beiden jeweils 135.000 BRZ großen familienfreundlichen Schiffe zur Ablieferung 2021 und 2023 verkündet, dieser dritte Neubau soll nun terminlich zwischen den beiden Neubauten in Fahrt kommen. Als Neuerung im Zusammenhang mit der Verkündung des dritten Neubaus ist auch die Mitteilung, dass alle drei Schiffe mit umweltfreundlichen Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden sollen, weitere Details liegen zu den Neubauten bislang aber noch nicht vor.
„Wir haben festgestellt, dass zwei Schiffe nicht genug sind, um die ganzen neuen Möglichkeiten zu zeigen, mit denen wir Familien-Kreuzfahrten auf ein neues Level bringen wollen”, erklärte Bob Chapek Vorsitzender von Walt Disney Parks and Resorts, am Wochenende im kalifornischen Anaheim auf einem Disney-Event im Rahmen der D32-Expo. Jedes Schiff solle „Weltklasse Familien-Unterhaltung und fantasievolle Innovationen” bieten, so Chapek.
Die drei Neubauten mit einer Tonnage von je BRZ 135.000 werden bei gleicher Kabinenzahl von 1.250 für rund 2.500 Passagiere geringfügig größer als die beiden jüngsten Schiffe der Flotte, die 2011 bzw. 2012 von der Meyer Werft gelieferten DISNEY DREAM und DISNEY FANTASY. Bereits vor knapp 20 Jahren kamen die DISNEY MAGIC und DISNEY WONDER von der italienischen Fincantieri-Werft für die 1995 gegründete amerikanische Reederei Disney in Fahrt, die aber nur über jeweils 875 Kabinen verfügen. Die Disney Cruise Line bietet seinen vornehmlich amerikanischen Kunden auf den Schiffen mit den markanten Doppelschornsteinen, wovon der vordere eine Attrappe ist, ein Umfeld, in dem sich Familien wohlfühlen, Erwachsene erholen und Kinder in Disney-typische Fantasiewelten eintauchen können, wie bislang nur Disney sie erschaffen kann. Für seine Exzellenz in den Bereichen Unterhaltung, Speisen, Angebote für Kinder und Jugendliche, Wellness-Einrichtungen und Gästeservice hat Disney Cruise Line mehr als 250 angesehene Preise der Reisebranche erhalten.
Das Unternehmen ist zudem Branchenführer in den Bereichen Innovation und wegweisende Kreativität. Mit dem Launch der DISNEY DREAM und DISNEY FANTASY in 2011 und 2012 führte es als erstes Unternehmen der Branche verschiedene Neuerungen ein. Dazu gehören eine neuartige Wasserrutsche („AquaDuck”) sowie virtuelle Bullaugen („Magical Portholes”) in den Innenkabinen, durch die in Echtzeit das Meer, aber auch animierte Disney Charaktere erspäht werden können. www.disneycruise.com · Christian Eckardt

17404 Mein Schiff 6 laeuft HH an Foto C EckardtMEIN SCHIFF 6 läuft Hamburg an. Foto: Christian Eckardt, Bremerhaven

Zum Schnäppchenpreis aufs Schiff

Travelzoo prognostiziert rosige Zeiten für Urlauber mit Lust aufs Meer

10.000 Passagiere mehr auf dem Meer – allein mit den drei jüngsten Schiffen MEIN SCHIFF 6, AIDAperla und MSC MERAVIGLIA wachsen die Kreuzfahrt-Kapazitäten in der Größenordnung einer deutschen Kleinstadt. Laut Travelzoo, dem internationalen Herausgeber von exklusiven Reise-Deals gibt es dadurch so viele Kreuzfahrt-Schnäppchen wie nie zuvor. Dabei wird ein markanter Anstieg auf beiden Seiten festgestellt, in dem die Angebote mit Ersparnissen von bis zu 40 Prozent sowie die Nachfrage auf der Reise-Webseite deutlich zunehmen.
„Kreuzfahrten umgibt noch immer der Nimbus eines teureren Urlaubs, doch der Markt verändert sich. Ob zweiwöchiger Strandurlaub oder Kreuzfahrt – die Preise dafür nähern sich immer mehr an”, sagt Christian Smart, Geschäftsführer Travelzoo Deutschland und prognostiziert rosige Zeiten für Urlauber mit Lust aufs Meer: „Das Kapazitätswachstum bei den Kreuzfahrten übertrifft schon das Marktwachstum. Allein an Bord der drei neuen Schiffe von TUI, AIDA und MSC könnten bei einer durchschnittlichen Reisedauer von acht Nächten 450.000 zusätzliche Gäste pro Jahr ihren Urlaub auf See verbringen. Das Passagierwachstum ist in ganz Europa laut Branchenverband CLIA im vergangenen Jahr mit einem Plus von 217.000 nur halb so groß ausgefallen. Damit werden die Preise tendenziell weiter sinken und immer mehr Angebote entstehen.” Bereits in den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat sich die Anzahl von Kreuzfahrt-Deals bei Travelzoo im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. „Wenn neue Schiffe in den Markt kommen, folgen Kreuzfahrt-Deals mit satten Preisabschlägen mittlerweile auf dem Fuße. Für Urlauber, die gerne einmal aufs Schiff möchten, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, eine Kreuzfahrt zum kleinen Preis zu ergattern”, so Smart.
Die Reedereien lassen sich schon heute einiges einfallen, um neue Zielgruppen für Kreuzfahrten zu begeistern. So hat beispielsweise TUI Cruises mit der Rainbow Cruise in diesem Jahr eine erste Tour für die LGBT-Community aufgelegt, im September sticht Vegan-Travel mit der COLUMBUS mit der ersten reinen veganen Hochseekreuzfahrt in See, wieder andere wie die Full-Metal-Cruise haben längst Kultstatus: Die für 2018 angesetzte Kreuzfahrt für Heavy-Metal-Fans war zur Buchungsfreigabe im Juni innerhalb von nur 40 Minuten ausgebucht. Themenkreuzfahrten für spezielle Interessen oder zu großen Events, gerne mit bekannten Stars oder Sportgrößen an Bord, bleiben einer der großen Kreuzfahrt-Trends. Immer mehr Urlauber buchen außerdem kombinierte Reiseangebote, die eine Kreuzfahrt mit Badeurlaub, Rundreise oder Hotelaufenthalt verbinden. „An den hohen Klickzahlen bei Travelzoo und steigenden Buchungszahlen erkennen wir ein wachsendes Interesse für solche Kombi-Reisen”, so Smart.
Travelzoo ist ein globales Media Commerce Unternehmen mit mehr als 28 Millionen Mitgliedern in Asien, Australien, Europa und Nordamerika. Seit mehr als 15 Jahren publiziert Travelzoo® von 25 Büros weltweit Angebote von mehr als 2.000 Reise- und Erlebnisanbietern. Dabei recherchieren die Experten von Travelzoo Angebote und testen Preis, Verfügbarkeit und Qualität. https://www.travelzoo.com/de/ · Christian Eckardt

17404 Seatrade 2015 Foto Christian EckardtHochkarätige Persönlichkeiten der nationalen und internationalen Kreuzfahrtindustrie werden sich vom 6. bis 8. September – wie zuletzt im Jahr
2015 – in Hamburg auf der Seatrade treffen.
Foto: Christian Eckardt, Bremerhaven

Europäische Werften profitieren von der boomenden Kreuzfahrtindustrie

75 neue Kreuzfahrtschiffe bis 2025

Urlaub auf dem Meer boomt wie nie zuvor. Um den gestiegenen Bedarf an Betten gerecht zu werden, müssen neue Kreuzfahrtschiffe her, was die Bestellzahlen an Neubauten steigen lässt. Der Auftragsbestand liegt derzeit bei 75 Neubauten und einem Auftragsvolumen in Höhe von rund 47,6 Milliarden US-Dollar. Dabei wird der Bau von Kreuzfahrtschiffen von drei großen Werften dominiert, die alle in Europa angesiedelt sind: Fincantieri, Meyer Werft und STX France. Die italienische Werft Fincantieri, einschließlich der Vard-Gruppe baut 29 Schiffe, deren Auslieferung bis 2025 vorgesehen ist. Die Meyer Werft in Papenburg und im finnischen Turku hat Verträge für 17 Neubauten und STX France für zwölf Schiffe. Bei den MV Werften in Wismar, die zu Genting-Gruppe Hong Kong gehören, stehen sechs Schiffe in den Auftragsbüchern. Die hervorragende Auftragslage bei den europäischen Werften spiegelt auch die kommende Kreuzfahrtmesse Seatrade Europe wieder, der wichtigste Branchentreffpunkt für die Kreuzfahrtindustrie, die vom 6. bis 8 September 2017 auf dem Hamburger Messegelände stattfindet.
Der aktuelle Auftragsbestand wird die globale Kreuzfahrtflotte bis 2025 um rund 250.000 Betten erweitern – eine Steigerung von 40 Prozent. Analysten gehen davon aus, dass die Gesamtkapazität der weltweiten Flotte um mindestens 50 Prozent wachsen wird. Das Passagiervolumen steigt von 24 Millionen in 2016 auf 30 Millionen in 2022, 35 Millionen in 2026 und 40 Millionen Kreuzfahrtreisenden im Jahr 2030. Zusätzlich zu den Neubauten investieren die Kreuzfahrtreedereien verstärkt in die Modernisierung ihrer bestehenden Flotte. Die Ausgaben in diesem Bereich betrugen allein im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden US-Dollar.
„Wenn es darum geht, die verbesserte Rentabilität des Kreuzfahrtsektors und seinen unnachgiebigen Wachstumshunger zu erklären, gibt es eine Neuerung, die alle anderen weit überragt: das Mega-Schiff. Ich denke, dass in Zukunft noch viele und größere Kreuzfahrtschiffe folgen werden”, so Branchenexperte Tony Peisley. „Mit dem Kauf von vier Werften versucht Genting Hong Kong die ambitionierten Expansionspläne seiner drei Marken Crystal Cruises, Star Cruises und Dream Cruises zu erfüllen. Doch letztendlich wird dieser Schritt auch für andere Unternehmen eine willkommene Option sein, die aufgrund der vollen Auftragsbücher der europäischen Werften frustriert sind.”
Kyriakos Anastassiadis, Chairman CLIA Europa und CEO Celestyal Cruises erklärt: „Die europäische Schiffsbauindustrie bleibt weltweit führend beim Bau komplexer Passagierschiffe wie beispielsweise Kreuzfahrtschiffe und Megayachten. Es ist wichtig, dass die Werften in Europa mit ihrer einzigartigen Expertise weiter mit dem sich schnell entwickelnden Kreuzfahrtsektor mitwachsen – im Sinne des Wohlergehens der Kreuzfahrtbranche.”
Und wie sieht es mit neuen Technologien aus? Insgesamt bei elf der 75 in Auftrag gegebenen Schiffe wird Flüssigerdgas (LNG) als Treibstoff sowohl auf See als auch im Hafen verwendet: zwei Schiffe der Marke Royal Caribbean International, zwei Kreuzfahrtschiffe von MSC Cruises und sieben Flottenmitglieder von Carnival.
Gianni Onorato, Chief Executive Officer MSC Cruises dazu: „Die heutige Auftragssituation spiegelt die Erwartung der Branche eines langfristigen, nachhaltigen Wachstums wider. Es wird zusätzliche Kapazitäten geben, die die erhöhte Nachfrage nach Kreuzfahrturlaub decken werden. Niemals zuvor haben Kreuzfahrtunternehmen sich über einen so langen Zeitraum an Schiffsneubestellungen gebunden. Mit bis zu zehn neuen Schiffen, die unsere Flotte bis 2026 ergänzen werden, beabsichtigt MSC Cruises zum allgemeinen Beliebtheitswachstum der Branche beizutragen. Und da einige der neuen Fahrzeuge mit Flüssigerdgas angetrieben werden, sind wir stolz darauf, Teil der kollektiven Anstrengung zu sein, den ökologischen Fußabdruck der Branche noch weiter zu reduzieren.”
Die Seatrade Europe, führende Fachmesse der europäischen Kreuzfahrt- und Flusskreuzfahrtindustrie, findet erneut in Hamburg, Deutschlands berühmter Hafenstadt, statt – organisiert durch die Hamburg Messe und Congress GmbH in Zusammenarbeit mit Seatrade (UBM EMEA). Entscheidungsträger und Fachleute der Branche nutzen die Veranstaltung, um Erfahrungen auszutauschen, Trends zu setzen und neue Geschäftsverbindungen zu knüpfen. Zu den Ausstellern zählen Werften, Schiffsausrüster, Lebensmittel- und Getränkehersteller, Klassifikationsgesellschaften, Kreuzfahrthäfen, Schiffsmakler und andere mehr. Die Betriebsabläufe auf den Schiffen – von an Bord eingerichteten Kleinkrankenhäusern bis zu Restaurant-Großküchen, von der Abfallentsorgung bis zur Unterhaltungstechnik, sind hochkomplex und erfordern eine perfekte Logistik. Auf der parallel zur Messe abgehaltenen Konferenz erörtern hochrangige Experten alle Themen, die die Branche aktuell beschäftigen. Die Seatrade Europe öffnet ihre Pforten vom Mittwoch, 6. September bis Freitag, 8. September 2017. Die gute Auftragslage der Werften, die Zukunft von Kreuzfahrtschiffen und neue Technologien sind einige der Themen, die auf der Seatrade Europe diskutiert werden. Das Panel „The Future of the Cruise Industry in Europe” beginnt am Mittwoch, 6. September um 10:30 Uhr. www.seatrade-europe.com · Christian Eckardt

Kreuzfahrtwoche im September 2017
Zeitgleich zur Seatrade vom 1. bis 10. September illuminiert Lichtkünstler Michael Batz den Hamburger Hafen in den Blue Port und dieser verwandelt sich somit wieder in eine riesige Showbühne für die wichtigsten Kreuzfahrtevents. Zum zweiten Mal wird Hamburg über zehn Tage alle einschlägigen Veranstaltungen bündeln und interessierte Besucher wie auch Branchenexperten einladen. Die Höhepunkte sind: die Fachmesse Seatrade Europe – Treffpunkt der europäischen Kreuzfahrtindustrie (6. bis 8. September), die Hamburg Cruise Days – Europas größte öffentliche Kreuzfahrtveranstaltung (8. bis 10. September) sowie zwei vom CLIA, dem weltweit größten Kreuzschifffahrtsverband, organisierte Veranstaltungen (5. bis 6. September).
www.hamburgcruisedays.de/event/programm/hamburger-kreuzfahrtwoche/

17404 Ovation of the Seas 1 26022016 C Eckardt   Gehört die Zukunft in der Kreuzfahrtindustrie den Mega-Schiffen, wie der OVATION OF THE SEAS von der Meyer Werft? Foto: Christian Eckardt, Bremerhaven

17404 nicko cruises Schiffsneubau nickoVISION Foto nicko cruises pgDie Gäste der neuen nickoVISION können wählen zwischen dem Panorama-Restaurant, dem Spezialitäten-Restaurant und „Mario’s Grill”. Eine Vielfalt
an Getränken genießen die Reisenden im Panorama-Salon oder der VISIONbar.
Animation: nicko cruises, Stuttgart

nicko cruises setzt ab 2018 Schiffsneubau nickoVISION ein

Modernes Design mit innovativem Konzept zielt auf Fluss-Neulinge

Der Stuttgarter Spezialist für Flusskreuzfahrten nicko cruises wird im nächsten Jahr einen neuen 5-Sterne-Flusskreuzer in Dienst stellen, die nickoVISION und möchte mit dem Schiff mit einem modernen Design mit offener Architektur sowie viel Raum und Freiheit vor allem Neukunden ansprechen, wie das Unternehmen jetzt mitteilte.
Auf einer Länge von 135 Metern wird die nickoVISION Platz für 220 Passagiere bieten. Die 14 Quadratmeter großen Kabinen sind in modernem Design und mit optimaler Raumnutzung gestaltet. Auf dem Mittel- und Oberdeck verfügen die Kabinen allesamt über französische Balkone. Schon von außen fällt die nickoVISION mit ihren großen Glasflächen und der markanten Linienführung auf.
Im Inneren des Schiffs erwarten die Gäste helle, öffentliche Bereiche im edlen und zugleich modernen Interieur. Die Übergänge zwischen Panorama-Salon, Panorama-Bar und Panorama-Restaurant sind offen und fließend gestaltet. Zu den Highlights zählen der kleine Außenpool zum Abkühlen sowie der Wellness-Bereich mit Sauna, Dampfbad und Fitnessgeräten.

Ein Schiff – unzählige Möglichkeiten
„Bei der Planung des Neubaus sind umfangreiche Marktforschungserkenntnisse und Erfahrungswerte eingeflossen, um den aktuellen Ansprüchen moderner Flussreise-Interessenten gerecht zu werden”, sagt Guido Laukamp, Geschäftsführer bei nicko cruises Flussreisen. „Das Ergebnis ist ein Schiff, das ansprechende Kabinen, mehrere Restaurants und Bars sowie zahlreiche Freizeit- und Rückzugsmöglichkeiten bietet, wie sie sonst eher von Hochseeschiffen bekannt sind”, erläutert Laukamp das Konzept der nickoVISION.

Spontanes Erleben und individuelles Genießen
An Bord werden bis zu 54 Crewmitglieder die Gäste unter anderem kulinarisch in drei verschiedenen Restaurants verwöhnen. Sie können wählen zwischen dem Panorama-Restaurant, dem Spezialitäten-Restaurant und „Mario’s Grill”. Eine Vielfalt an Getränken genießen die Reisenden im Panorama-Salon oder der VISIONbar.
„Unsere Marktforschung hat beispielsweise ergeben, dass sich Gäste aus der kommenden Best-Ager-Generation nicht schon morgens festlegen möchten, wo und was sie abends essen. Der Neubau nickoVISION ist unsere Antwort auf die veränderten Ansprüche dieser Kunden. Sie möchten ihren Urlaub individueller und spontaner gestalten können, als es bisherige Flussschiffkonzepte zulassen”, erklärt Guido Laukamp. Die Zahl der tatsächlichen Gäste aus dieser Zielgruppe sei bisher zwar noch überschaubar und auch konventionelle Flussschiffe seien weiterhin beliebt. Trotzdem will nicko cruises schon jetzt vorbereitet sein auf die nachrückenden Fluss-Interessenten und arbeitet an einem passenden Angebot. „Das neue Schiff ist unsere Vision für alle, die Flusskreuzfahrten bisher als angestaubt empfanden – und beispielsweise auch für Gäste, die vorher auf der Hochsee gereist sind und nun ihre erste Flussreise ausprobieren möchten. Wir denken, dass unsere nickoVISION einen Trend setzten wird”, erläutert Laukamp die Namensgebung.
Ab Juli 2018 wird die nickoVISION auf ein- und zweiwöchigen Donau-Routen eingesetzt. Die Taufreise von Frankfurt nach Passau wird vom 25. Juni bis 2. Juli 2018 stattfinden. Gebaut und bereedert wird der neue Flusskreuzer von der renommierten Reederei Scylla AG, für die mittlerweile weit über 20 Flusskreuzfahrtschiffe, mehrheitlich unter Schweizer Flagge, in Europa fahren.
Seit 2015 gehört das Unternehmen nicko cruises zur portugiesischen Flusskreuzfahrt- und Reiseveranstalterholding Mystic Invest SGPS, SA. Aktuell bereist nicko cruises mit seiner Flotte aus 21 unterschiedlichen Flusskreuzern 17 Flüsse und mehr als 20 Länder auf zwei Kontinenten. Christian Eckardt · www.nicko-cruises.de

17404 LT Kiel 2017 01 Foto WSV LuebeckVor genau 50 Jahren, am 5. Juli 1967 wurde der Leuchtturm Kiel nach dreijähriger Bauzeit in Dienst gestellt. Foto: WSV Lübeck

 

Der Leuchtturm Kiel seit 50 Jahren im Dienst der Schifffahrt

Jeder der einmal nach Kiel auf dem Wasserweg gereist ist, kennt den weiß-roten Kieler Leuchtturm, draußen in der Kieler Außenförde. Vor genau 50 Jahren, am 5. Juli 1967 wurde der Leuchtturm nach dreijähriger Bauzeit in Dienst gestellt. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck würdigte den 50. Geburtstag mit einer Feierstunde.
Mit fünfzig Jahren zählt der Leuchtturm Kiel zu den jüngsten der rund 200 Leuchttürme, für die die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an der deutschen Küste verantwortlich ist. Trotz moderner Radar- und Satellitensysteme spielen die Leuchttürme als visuelle Schifffahrtszeichen auch heute eine wichtige Rolle.
Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt: „Der Leuchtturm Kiel ist ein starkes Symbol für die Sicherheit auf See. Seit 50 Jahren liefert er der Berufs- und Sportschifffahrt verlässlich wichtige Signale beim Navigieren und bei der Positionsbestimmung. Damit ist er ein entscheidender Mosaikstein einer umfassenden Verkehrssicherung an der deutschen Küste. Ich danke allen, die seit 50 Jahren zur maritimen Sicherheit rund um den Kieler Leuchtturm beitragen.”
Der Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II / Kiel / Lübeck / Flensburg, Kapitän Stefan Borowski: „Der ‚Turm’, den wir wie einen alten Kameraden so nennen, bietet dort, wo die Kieler Förde und die westliche Ostsee zusammentreffen, die ideale Lotsenversetzstation. Für die im Einsatz befindlichen Lotsenboote ist er ein hervorragender Schutzhafen, der Deckung vor See, Wind und Eis gewährleistet. Für die Versorgung der Boote und deren Besatzungen hat er die Funktion eines Mutterschiffes.”
Der Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer überbrachte die Grüße der Landeshauptstadt Kiel: „Der Leuchtturm ist ein maritimes Wahrzeichen der Kieler Förde und unserer Stadt. Er ist eine Wegmarke und ein Willkommensgruß für Schiffe und Menschen aus aller Welt. Wir hoffen, dass die Geschichte des Leuchtturms weiter erfolgreich fortgeschrieben wird.”
Der Amtsleiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck Henning Dierken würdigte die Ingenieurleistung bei Planung und Bau des Turmes. „Alle 20 Leuchttürme im Amtsbereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck haben ihre eigene Geschichte. Jedes Bauwerk hat seine Besonderheiten und keiner gleicht dem anderen. Das Besondere am Leuchtturm Kiel ist,
dass er als einziger in Deutschland eine rund um die Uhr besetzte Lotsenstation beherbergt. Jährlich befahren etwa 25.000 Fahrzeuge die Kieler Förde als Zufahrt zum Seehafen Kiel und zum Nord-Ostsee-Kanal. Außerdem gibt es nicht nur während der Kieler Wochen starken Sportbootverkehr. Die Passage der Friedrichsorter Enge und der Kreuzungsbereich vor Kiel Holtenau (NOK-Verkehr / Kieler Hafen) werden genauso wie die Ansteuerung der Kieler Förde von der Verkehrszentrale Travemünde überwacht.”
Die sichere nächtliche Ansteuerung des Reichkriegshafens Kiel war der Marine und der Schifffahrt bereits Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiges Anliegen. Seit 1892 lagen daher an den Stationen Stollergrund, Bülk und Gabelsflach drei bemannte Feuerschiffe vor Anker. Diese wurden 1922 durch das Feuerschiff KIEL ersetzt.
Die Gründe für den Ersatz dieses Feuerschiffes durch ein festes Bauwerk waren seinerzeit unter anderem eine Verbesserung der Navigationshilfe durch die Einrichtung fester Leuchtfeuersektoren, die dauernde Aufrechterhaltung des Seezeichenbetriebes auch bei Eis sowie eine Verbesserung der Lotsenunterkünfte.
Das entscheidende Argument aber war die Wirtschaftlichkeit. Lagen die Personal- und Unterhaltungskosten des Feuerschiffes bei 1,2 Millionen DM pro Jahr – kalkulierte man für einen Leuchtturm mit 250.000 DM pro Jahr. Damit waren die Weichen für die Planung des Turmes gestellt. Der Baubeginn für das für die damalige Zeit ausgesprochen anspruchsvolle Bauwerk erfolgte im Jahre 1964.
Die Baukosten lagen bei 9,5 Millionen DM. Nach heutigem Lohn- und Preisstand dürfte er heute das Fünffache kosten. Die Fundamentform ist aufgrund von Modellversuchen bei der Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffsbau in Berlin entwickelt worden. Die 50 Meter langen Schenkel stehen im rechten Winkel zueinander. Im Schutz der Molen können so die Lotsenversetzboote auch bei stärkerem Seegang anlegen und liegen.
Als Schifffahrtszeichen dient der Leuchtturm Kiel als Leit- und Orientierungsfeuer und wird von der Verkehrszentrale in Travemünde fernüberwacht. Die Umweltdaten, wie Wasserstand, Windstärke und Windrichtung, werden online in die Büros des WSA Lübeck und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg übertragen. Die wichtigen Umweltdaten werden den Verkehrszentralen und der Schifffahrt aktuell zur Verfügung gestellt. Christian Eckardt

17404 Blick in den Geirangerfjord Foto Cruise Norway Terje RakkeBlick in den Geirangerfjord. Foto: Cruise Norway, Terje Rakke

Dicke Luft in den Fjorden – Norwegische Fjorde für

ältere Kreuzfahrtschiffe zukünftig gesperrt?

Für die derzeit stark boomende Kreuzfahrtindustrie ziehen möglicherweise bald neue dunkle Wolken auf. Nicht nur in den überfüllten Mittelmeerhäfen wie Dubrovnik, Malta oder Venedig regt sich mittlerweile Widerstand gegen die Massen an Kreuzfahrtschiffen, die tausende Tagestouristen in die zum Teil sowieso schon überfüllten historischen Städte bringen. Auch im Land der Fjorde und Trolle trübt sich der Himmel für die Traumschiffe und ab dem Jahr 2019 könnten Fjorde für ältere Kreuzfahrtschiffe gesperrt werden.
Kreuzfahrten in die norwegischen Fjorde sind äußerst beliebt und locken Tausende deutsche aber auch internationale Touristen an. So liegen allein in diesem Jahr im imposanten Geirangerfjord, der seit dem 14. Juli 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, über 180 Kreuzfahrtschiffe unterschiedlichster Größe und Alters mit zum Teil weit mehr als 4.000 Passagieren vor Anker. Teilweise ankern bis zu vier Schiffe an einem Tag in dem bis zu 260 Meter tiefen Fjord. Jährlich besuchen etwa rund 700.000 Touristen diese „Perle der norwegischen Fjorde”, der auf 15 Kilometer Länge von mächtigen Berggipfeln umgeben ist, die bis zu 1.700 Meter in die Höhe ragen.
Während der Liegezeit im Fjord laufen für den notwendigen Schiffsbetrieb der riesigen schwimmenden Hotels die Maschinenanlagen weiter und verpesten mit ihren Abgasen die Luft. Bei Windstille hängen riesige Abgaswolken mitunter tagelang in den Fjorden. Somit geht es nach den neuesten Plänen des norwegischen Umweltministers Vidar Helgesen um den Schutz der Fjorde. Dabei könnten einige der beliebtesten Fjorde Norwegens für manche Kreuzfahrtschiffe bald tabu sein.
Nach den Plänen des Ministeriums von Helgesen wird das Seefahrtsamt nun aufgefordert, bis Ende 2018 ein Regelwerk zu erstellen, das fünf bekannte Fjorde für Kreuzfahrtschiffe gesperrt werden, die nicht den neuesten Umweltanforderungen entsprechen. Konkret geht es dabei nicht nur um den Geirangerfjord, sondern auch um den Nærøyfjord, den Aurlandsfjord, den Synnulvsfjord und den inneren Tafjord, die alle als Weltkulturerbe eingestuft sind.
Ziel dieser Maßnahme ist es, den Ausstoß von Stickoxiden und Schwefeloxiden zu verringern und den Gewässerschutz zu verschärfen, da wohl offensichtlich immer noch häusliche Abwässer aus den Schiffen in den Fjorden entleert werden. Nach der Einschätzung von Helgesen wären ungefähr etwa die Hälfte der Schiffe von dieser Maßnahme betroffen, die aktuell die norwegischen Fjorde befahren, vor allem aber die Schiffe, die vor dem Jahr 2000 gebaut wurden. Hiervon könnten dann auch einige deutsche Veranstalter betroffen sein, so dass die Kreuzfahrtreedereien entweder ihre Schiffe umfangreich modernisieren oder gegen neuere Einheiten austauschen müssten. Dies wäre aber aufgrund der aktuell starken Nachfrage bei den Werften nicht so schnell umsetzbar.
Konkret könnten die neuen Vorschriften so aussehen, die das Norwegian Maritime Authoritys (NMA) am 5. Mai 2017 dem Umweltministerium vorgelegt hat. Dabei geht es unter anderem um die Forderung zum Einbau von Stickoxid-Filtern, das nur Treibstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt zulassen werden, sichtbare Rauchentwicklung bei den Emissionen eingeschränkt werden müssen, eine Dokumentationspflicht für die Kreuzfahrtschiffe eingeführt wird und das strengere Gewässerschutzmaßnahmen, wie das Verbot von der Einleitung Abwasser jeglicher Art, auch das Abwasser aus der Rauchgaswäsche, umgesetzt werden.
Zudem schlägt das NMA eine Begrenzung der Hafenanläufe je Tag bzw. Woche in den betroffenen Fjorden und eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor, um somit den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen zu reduzieren.
„Dieses sind spezifische Maßnahmen, die die Umwelt in diesen Fjorden schützen sollen und gleichzeitig die Schiffe, die in den Fjorden verkehren, noch umweltfreundlicher zu machen. Es ist unser Eindruck, dass die Kreuzfahrtschiffsindustrie und auch ihre Kunden die Umweltschutzanforderungen als natürlichen und positiven Teil des Geschäfts verstehen”, erklärte NMA-Generaldirektor Olav Akselsen bei der Vorstellung des Berichtes.
Norwegische Umweltverbände begrüßen die Pläne des Umweltministeriums und gehen sogar noch einen Schritt weiter und schlagen vor, den Geirangerfjord komplett für große Schiffe zu sperren. Die großen Schiffe sollten dann außerhalb des Fjordes vor Anker gehen und die Passagiere anschließend mit kleineren Elektrobooten in den sehr beliebten Fjord zu bringen.
Die norwegische Marketingorganisation „Cruise Norway”, der sich die meisten Kreuzfahrthäfen Norwegens angeschlossen haben, kritisiert die vorliegenden Pläne. Grundsätzlich begrüße man die Umweltschutzziele, jedoch plant das Ministerium eine viel zu schnelle Umsetzung der Pläne. Da Reedereien ihre Reiserouten zwei bis drei Jahre im Voraus planen, bräuchte man aktuell für die Umsetzung mehr Zeit als bis zum Jahr 2019. Dies bestätigte auch Andrea Kamjunke-Weber vom Columbus Cruise Center in Bremerhaven, denn für das Jahr 2019 liegen jetzt schon für die Columbuskaje einige feste Buchungen der Reedereien vor, die Nordlandreisen anbieten.
Sollten ältere Schiffe nicht entsprechend umgebaut werden können, hätte dies Einfluss auf das zukünftige Routing und auf die Einstiegshäfen in Nordeuropa. Gerade von den derzeit sehr stark boomenden Kreuzfahrtterminals in Kiel, Hamburg und Bremerhaven startet ein Großteil der Schiffe in den Sommermonaten in Richtung Nordland bzw. Norwegen. Bislang halten sich die Kreuzfahrtreedereien mit Statements zu diesem Thema noch zurück, da man erst konkrete Details des norwegischen Umweltministeriums zu den geplanten Maßnahmen abwarten möchte. www.cruise-norway.no · Christian Eckardt

17421 Hotel und Hostel Dock Inn Warnemuende 2 03062017 C EckardtEin deutschlandweit einzigartiges neues Hotel bzw. Hostel – das Dock Inn in Warnemünde – das nicht nur junge Menschen anspricht, in einem
einzigartigen maritimen Ambiente, öffnete in diesem Frühjahr seine Türen und bietet einen einmaligen Blick auf Hafen, Werft und Fähren.
Fotos: Christian Eckardt, Bremerhaven

Maritime Übernachtung im Überseecontainer

Dock Inn hat in Sichtweite des Kreuzfahrtterminals in Warnemünde eröffnet

Viele individuell fahrende Kreuzfahrtpassagiere reisen meist schon ein, zwei Tage vor der eigentlichen Abfahrt ihres Kreuzfahrtschiffes an und nutzen die Zeit, um sich einmal die Hafenstädte wie Hamburg, Kiel, Rostock oder Bremerhaven in Ruhe anzuschauen. Viele Hoteliers bieten inzwischen gerade für die Kreuzfahrtgäste besondere Leistungen, wie ein Taxidienst vom Hotel zum Terminal an.
Ein deutschlandweit einzigartiges neues Hotel bzw. Hostel, das nicht nur junge Menschen anspricht, in einem ausgesprochen einzigartigen maritimen Ambiente, öffnete in diesem Frühjahr seine Türen und bietet einen einmaligen Blick auf Hafen, Werft und Fähren: Das aus 64 farblich unterschiedlichen Überseecontainern erbaute Dock Inn in Warnmünde im Wohngebiet Molenfeuer. Hier schlafen die maximal 188 Gäste in ehemaligen ausrangierten Überseecontainern aus der Frachtschifffahrt, die in vier Lagen übereinandergestapelt wurden.
Die Container wurden seinerzeit nach der ISO-Norm gebaut und sind 12,19 Meter lang, 2,40 Meter breit und 2,591 Meter hoch. Die Container erreicht man über einen offenen Laubengang, wobei die öffentlichen Terrassen mit bequemen Sitzmöbeln auf jeder Etage ausgestattet sind. Bei der Gestaltung der Räume wurde viel Liebe zum Detail aufgewendet und grundsätzlich gilt hier, dass die Außenfarbe eines jeden Containers sich auch innen wiederfindet, wobei das Interieur aus hochwertigem Mulitplex-Holz an Frachtkisten erinnert. Die Wand am Kopfende des Containers wurde entfernt und durch ein bodentiefes Fenster ersetzt. Im Eingangsbereich findet sich eine kleine Couch mit Fernseher und das vollwertig ausgestattete Bad teilt den Container in zwei Hälfen. In jedem Raum gibt es WLAN, wobei die Energie für das gesamte Objekt vorwiegend aus Solarstrom gewonnen wird. Es gibt genügend Schrankfläche in jedem Raum und die Betten sind sehr bequem. Selbst in einigen Kabinen auf Kreuzfahrtschiffen ist es unbequemer und enger als in den Containerräumen des Dock Inn.
Sieben Jahre brauchten Petra Kave, gelernte Theaterpädagogin und der studierte Hotelfachmann Christoph Krause, die selbst viel mit dem Rucksack auf der Erde unterwegs waren, um dieses einzigartige Projekt von der ersten Idee bis zum Eröffnungstermin im April 2017, entsprechend aller Bau- und Brandvorschriften, zu realisieren. Dabei ist das Dock Inn nicht nur eine Übernachtungsstätte, sondern soll auch Treffpunkt und Veranstaltungsort für Kunst und Kultur werden. Das Thema Container zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Haus, denn es gibt einen Wäscherei-Container oder auch einen Kino-Container, der auch zum Meeting-Raum umfunktioniert werden kann.
Auch der Lobbybereich ist aus Containern gestaltet, ebenso der Fritz-Zocker-Kontainer. Dort stehen Kicker, Flipper und andere Spielgeräte für die Gäste bereit. Im weitläufigen Lobby- und Restaurantbereich gibt es über 110 Sitzplätze, an denen man die leckeren Gerichte aus dem Frontcooking-Restaurant im italienischen Stil mit Bar-Container zu sehr moderaten Preisen zu sich nehmen kann. Andererseits steht für Gruppen bis 30 Personen auch eine voll ausgestattete Küche als Kombüse zum gemeinsamen Kochen bereit.
Im Anbau des Hotels hat erst kürzlich eine 540 Quadratmeter große Boulderhalle mit dem Betreiber Felshelden eröffnet und im Sommer soll im oberen Teil die Spa-Container mit Sauna und Blick auf den Seekanal und die Kranbrücke der Warnow-Werft eröffnen, wobei die Nutzung im Übernachtungspreis enthalten ist.
Einerseits richtet sich der Hostelbereich an junge Menschen, der Hotelbereich an ein weltgereistes und Lifestyle-affines Publikum, die zwar auf viel Schnickschnack aber nicht auf eine gute Qualität bei der Übernachtung verzichten möchten.
Das Dock Inn bietet insgesamt 42 Doppelzimmer, zwei Suiten, 15 Vier- und fünf Achtbett-Zimmer. Werden zwei Container zusammengeschweißt, entstehen dadurch großzügig geschnittene Hafensuiten für zwei Personen oder Acht-Bett-Zimmer, die in Hostels auch Dorms genannt werden.
Das Dock Inn punktet aber auch bei der Lage: In direkter Nachbarschaft wird gerade noch an einem großen Parkhaus gebaut, das Kreuzfahrtterminal Warnemünde ist in Sichtweite und direkt gegenüber dem Eingang befindet sich der S-Bahn-Halt Warnemünde-Werft. Auch die Strandpromenade ist nach nur einem 15-minütigen Fußweg leicht zu erreichen.
Das Dock Inn ist dabei Teil des Gesamtprojektes „Molenfeuer Warnemünde” auf dem ehemaligen Bahngelände mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro. Unter anderem gehören dazu auch 400 neue Eigentums- und Mietwohnungen, ein Parkhaus sowie ein Gesundheitszentrum. Investor ist die Gruppe Köster & Nissen GbR aus Rostock. Ab 19 Euro pro Person und Nacht kostet eine Übernachtung in dieser einmaligen Container-Unterkunft. Christian Eckardt
DOCK INN Warnemünde · Zum Zollamt 4 · D-18119 Warnemünde · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · www.dock-inn.de

17421 Dock Inn ueber einen offenen Laubengang erreicht man die Container C EckardtÜber einen offenen Laubengang erreicht man die Container.

17421 Dock Inn Warnemuende Doppelzimmer 2 C EckardtSelbst in einigen Kabinen auf Kreuzfahrtschiffen ist es unbequemer und enger als in den Containerräumen – hier eine Zweibett-Kabine – des Dock Inn.

17421 Dock Inn geraeumiges Bad C Eckardt

Das vollwertig ausgestattete Bad teilt den Container in zwei Hälfen.

17421 Dock Inn modernes Bad mit Dusche C Eckardt Es hat eine große Dusche mit einer Glastür.

 

17421 Dock Inn Lobby und Restaurantbereich C EckardtIm weitläufigen Lobby- und Restaurantbereich gibt es über 110 Sitzplätze, an denen man die leckeren Gerichte aus dem Frontcooking-Restaurant
im italienischen Stil mit Bar-Container zu sehr moderaten Preisen zu sich nehmen kann.

17403 Editorial 4 2017

 

 

Holt das deutsche Gold nach Hause!
1.236 Tonnen lagern in Manhattan

Die spürbare Abkühlung zwischen Deutschland und den USA bedeutet einen historischen Wandel. Keiner weiß, wie lange der unberechenbare Donald Trump das wichtigste Führungsamt der westlichen Welt noch innehaben wird. Aber schon der Begriff „Westliche Welt” stimmt ja nicht mehr. Diese „Westliche Welt” ist am Auseinanderbrechen. So wie es keinen „Ostblock” mehr gibt, so löst sich auch der „Westblock” immer schneller auf. Mit der Wahl Donald Trumps wurde die politische Weltuhr umgestellt. Mit dem Ausgang der BREXIT-Abstimmung in Großbritannien ging es weiter. Donald Trumps Umdeutung der historischen NATO-Funktionen, seine Eskapaden in der Russlandpolitik und neuerdings auch in der Nahostpolitik machen den langjährigen Bündnispartnern in Europa große Sorgen. Und Deutschlands Handelsüberschüsse machen ihn neidisch und wütend. Er droht, er wolle das ändern. Von dem griechischen Begriff „Eskapade” stammt ja auch „to escape” = herauslösen, entkommen. Trump steuert eine solche Eskapade an, eine neue „splendid isolation” der USA. Sein immer wieder ausgerufenes „America first!” führt zu irrationalen Handlungsweisen. Vorsicht scheint geboten.
In dieser Situation muss es zunehmend besorgt machen, dass immer noch rund die Hälfte der deutschen Goldreserven im Ausland liegen: 1.236 Tonnen in den unterirdischen Tresoren der Federal Reserve New York, 432 Tonnen bei der Bank of England in London und 91 Tonnen bei der Banque de France in Paris. Diese Lagerung im Ausland stammt noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Man wollte damals die deutschen Goldreserven vor einem befürchteten Zugriff der Russen schützen. Jetzt aber zeigt sich der Bundesrechnungshof alarmiert. Trump hat quasi den Schlüssel zu deutschem Gold im Wert von fast 70 Milliarden Dollar! Es liegt dort in 12,5 kg-Barren hinter dicken Mauern unter der Erde von Manhattan.
Ob es wirklich noch dort liegt und ob das auch so bleibt, weiß keiner wirklich ‒ in Berlin jedenfalls nicht. Schäuble gibt nur vage Auskunft. Die Bundesbank schweigt. Die Bundesregierung zaudert und hat ihre kleinen Rückhol-Aktionen vorerst eingestellt. Man will den Großen Bruder nicht erzürnen. Aber ist Donald Trump wirklich noch der „Große Bruder”? Was, wenn er das deutsche Staatsgold wütend beschlagnahmt, um die „ungerechten” Handelsüberschüsse auszugleichen? Das deutsche Gold in den Katakomben der Amerikaner weckt Begehrlichkeiten. Diese deutschen Goldreserven haben unsere Väter und wir und alle Deutschen in Jahrzehnten erarbeitet. Der Staat hat dieses Gold für uns alle als „Eiserne Reserve” zurückgelegt. Es gehört uns. Und niemandem sonst! Wir brauchen keine „Treuhänder”, von denen wir nicht wissen, wie treu sie tatsächlich noch sind. Holt es heim, unser Gold, und zwar vollständig und schnell!

Naheliegend: Seetransport
Nun gibt es in Berlin einige politische Bedenkenträger, die sagen: der Goldtransport von USA nach Deutschland sei viel zu teuer, wegen der Versicherungskosten und des Flugrisikos, und überhaupt würden Fluggesellschaften jeweils höchstens eine Tonne Gold transportieren. Einige wenige Tonnen habe man in den letzten drei Jahren ja schon zurückgeholt. Diese Transport-Ausreden scheinen mir nicht stichhaltig zu sein. Es müssten ja gar nicht über tausend Flüge sein, sondern e i n einziger gut geplanter und organisierter Schiffstransport. Wieso sollte es keinen deutschen Flottenbesuch beim NATO-Partner in New York geben, so wie in früheren Jahren ja auch und immer wieder? Warum sollte nicht etwa die Fregatte HAMBURG in Begleitung einiger U-Boote von Wilhelmshaven an den Hudson kommen und dort diskret und rasch beladen werden? Die angeblichen Transport-Probleme scheinen mir lösbar zu sein. Eher glaube ich der diplomatischen Ausrede, ein Abtransport der deutschen Goldreserven aus den USA sei derzeit politisch nicht „opportun”. Wenn nicht jetzt, wann denn dann?

Wer finanziert die amerikanische Hochrüstung?
Die Trumpsche Politik führt auch zu weiteren Konsequenzen. So arbeitet die amerikanische Rüstungsindustrie auf Hochtouren. Wer schlau ist, hat deren Aktien gekauft. Die Spirale dreht sich weiter. Wie soll diese Aufrüstungspolitik bei dem amerikanischen Haushaltsdefizit finanziert werden? Mit Gold? Mit Rüstungsexporten? Die Amis rüsten nicht nur sich selbst auf, sie beliefern auch andere mit einem Wahnsinns-Arsenal von Waffen aller Art. Allein Saudi-Arabien bekommt für über 100 Milliarden Dollar modernstes amerikanisches Kriegsgerät. Wozu? Einen entsprechenden Waffendeal haben Trump und die Saudis kürzlich in Riad unterzeichnet. Die USA werden im Gegenzug mit Gold und Geld und Millionen Tonnen Öl aus dem Mittleren Osten beliefert.
Dieses Erdöl wird mit griechischen Großtankern von den Pipeline-Terminals in Ras Tanura im Arabischen Golf in die USA und zu den weltweit verzweigten Stützpunkten der ARAMCO (Arabian-American-Corporation) befördert. Griechenland hat ja nach wie vor die größte Tankerflotte der Welt. Aber diese griechischen Reeder zahlen keinen Euro Steuern an ihr eigenes notleidendes Land. Die Milliarden Hilfsgelder für den griechischen Staat kommen ja – fast automatisch – von uns, von der EZB, von unseren Steuern also. Da können die Familienclans Onassis, Niarchos und etliche andere lieber ihre eigenen Inselwelten in der Ägäis, in der Karibik oder im Pazifik kaufen und ihre Milliarden in der Schweiz horten. Was kümmert die Tanker-Oligarchen die Not griechischer Rentner? Jamas!
Im Jemen werden die amerikanischen Prototypen der saudi-arabischen Aufrüstung gerade ausprobiert. Drohnen, Raketen, Marschflugkörper. Im Kampf gegen die Huthi-Milizen der Iraner. Der große Krieg wird dort schon mal geprobt. Weit abseits von ARD und ZDF und CNN. Das Fernsehen zeigt uns zwar erbärmliche Bilder von ausgemergelten Säuglingen, die an der jemenitischen Cholera verrecken. Das Fernsehen zeigt uns aber keine Bilder von der absichtlich zerstörten Wasserversorgung im Jemen. Brunnen, die vor den Bombenangriffen noch einigermaßen hygienisch funktionierten. Die Saudis sind wahabitische Sunniten, die Iraner von ihren Ayatollas aufgehetzte Schiiten. Riad gegen Teheran. Es ist also ein gigantischer Religionskrieg, der sich zwischen Saudi-Arabien und dem Iran abzeichnet. Und ein Krieg ums Erdöl. Das persische Öl ist zum großen Teil vertraglich China versprochen. Die Lieferverträge wurden 2016 in Teheran unterzeichnet. Eine weitere Variante in Allahs Drama. Aber bald, so steht nun zu befürchten, könnten sich die beiden größten Erdöl-Produzenten der Erde gegenseitig plattmachen. Im Trump-Tower in New York und in Haifa wird man sich die Hände reiben. In Deutschland sollte man trotz des Hochsommers vorsorglich Heizöl ordern ...

Kreuzfahrt braucht Frieden
Was das alles mit der Kreuzfahrt zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn kaum ein Wirtschaftszweig ist so abhängig von friedlichen Verhältnissen auf unserem Globus, wie die weltweit operierende Kreuzfahrtbranche. Schon jetzt wissen all die Schiffsriesen kaum noch wohin. Immer mehr Anlaufplätze fallen aus. Die sogenannten „Destinationen” laufen über: Miami und die Karibik, Genua und das Mittelmeer, auch die Ostsee von Kiel bis St. Petersburg ‒ überall überfüllte Anlaufhäfen für eine immer weiterwachsende Armada weißer Schiffsgiganten. Und auch weltweit wird es eng und immer enger. Denn immer mehr Anlegeplätze in sogenannten „Spannungsgebieten” können nicht mehr risikolos angelaufen werden: in Ägypten, Jordanien, Katar, der Türkei, in Teilen Nordafrikas und des Schwarzen Meeres. Und wer weiß denn, welche Folgen ein Waffengang zwischen Nordkorea und der Militärallianz USA/Südkorea/Japan nach sich zöge ...
Mich wundert, dass die Kreuzfahrtbranche nichts gelernt hat aus der großen Krise der Handelsschifffahrt. Dort hat das Überangebot an Tonnage zu einer jahrelangen und folgenschweren Krise geführt. Die Frachtraten gingen in den Keller. Pleiten waren und sind auch weiterhin die Folge. Dennoch werden auf Teufel komm raus immer mehr und immer größere Kreuzfahrtriesen gebaut, die Auftragsbücher der Werften in Italien, Japan, Südkorea, Papenburg und Turku quellen über. Schiffe für dreitausend, viertausend, fünftausend Passagiere. Ein Boom, der sich schneller totlaufen könnte als viele der Zukunftsbranchenbeschwörer immer noch glauben.
Ich weiß: „der Prophet gilt nichts im eigenen Lande” – und ich hoffe so sehr, dass ich mich irre. Aber hätte man früher (v o r den großen Kriegen, also 1913 und 1938 und 1965 und 2002) mehr auf jene Sehleute gehört, die sich mit politischen Unwetterwarnungen auskennen, wäre später vielleicht so manche Träne weniger geflossen. „Das hättet Ihr doch kommen sehen müssen?” werden Großeltern heute oft gefragt. Also, Ihr Jüngeren, macht die Augen auf!
In diesem Sinne von Herzen: Ihr Herbert Fricke

 

TRANSATLANTIK 5

17405 SILHOUETTE Transatlantik am Kai Lissabon 0071a Foto Susanne PilgramStationen einer Atlantik-Überquerung: Start in Fort Lauderdale, USA. Neun Tage Wind bis Sturm, Dunst bis Nebel, kühl bis kalt. Sonne? Fehlanzeige.
Aber ein Not-Stop auf den Azoren, vier Passagiere müssen in die Klinik. In Lissabon, sagt der Captain, wird alles besser. Und er hat Recht.
Die SILHOUETTE macht am neuen Cruiseship-Terminal fest, und die Sonne strahlt in heller Freude.


Wolfgang Michael Schmidt mit Fotos von Susanne Pilgram

Mit der SILHOUETTE von Fort Lauderdale Transatlantik nach Amsterdam

Die SILHOUETTE liegt straff angeleint am Kai von Fort Lauderdale, noch eine gute Stunde bis zum Ablegen. Draußen tobt bereits seit Stunden ein ultraschweres Tropenunwetter. Erstmals seit Monaten kein Sonnenschein, sondern dermaßen viel Regen, dass alles einheitlich nach Hafenbecken aussieht, auch die Straßen. An Bord fiepen bösartig die Notfall-Sirenen. Matt und lustlos schleppen sich die Passagiere zum Katastrophendrill zu den zugeteilten Musterstationen. Nichts funktioniert dabei wirklich richtig, aber ist das nicht auf allen Schiffen so? „Wie soll man denn auch mit solchen Menschen ein Rettungsboot besteigen?”, fragt ein Kanadier besorgt und trifft den Punkt: „Allein mal von der Beweglichkeit her.”
Die Chefs der Musterstationen zählen namentlich, die Passagierlisten werden abgehakt, wer fehlt oder sich verweigert, hat nur eine Alternative: runter vom Schiff. Aber alle sind da, keiner will ernsthaft weg. Also noch mal zählen. Eigentlich wäre die Sache jetzt erledigt, aber eine Kleinigkeit fehlt noch, sagen die Offiziellen. Die Ansprache vom Kapitän, ohne die es nicht geht. 2000 Leute warten, dicht gedrängt, während die Luft heiß wird, stickig und verbraucht. Man merkt: Auch alte Menschen atmen, sofern sie noch leben. Nach einer gefühlten Ewigkeit knackt es endlich im Gebälk, die Lautsprecheranlage schnarrt los. „Ladies and Gentlemen, this is your Captain speaking.” Aha. Der Mann erklärt mit charmantem griechischen Akzent, dass Notfallübungen wichtig sind – auch für Wiederholungstäter. „Ein Satz noch,” sagt er, „wichtig. Beim echten Notfall hören Sie an dieser Stelle mich oder den Staff Captain. Sollten Sie keinen von uns hören, sind wir schon weg. In dem Fall wünschen wir noch einen schönen Tag. Out.”
Das halbe Schiff lacht sich schlapp, der Rest reibt sich ungläubig die Augen. Was hat der Mann da gerade gesagt? Omygod – ist der womöglich Italiener?
Ist er nicht. Aber nah dran und für viele Amis keinerlei Unterschied: Kapitän Dimitrios Kafetzis ist Grieche. Ein junger Grieche, Mitte 40, witzig, verwegen und wild, die älteren Damen diskutieren verzückt den Schuss George Clooney, vor allem jenen um die Augen. In den nächsten 14 Tagen wird dieser Mann jeden Morgen Kafetzis-Festspiele an Bord aufführen, und bereits am ersten Seetag ist Gongschlag zehn Uhr morgens Showtime.
„Ladies and Gentlemen, Captain Kafetzis speaking. Wir sind jetzt 29 Stunden auf See, um uns herum ist nur Wasser. Lohnt also nicht, dass ich Ihnen sage, wo wir genau sind. Und überhaupt, ich weiß es ja selbst nicht. Aber das Wetter wird gut: 80 Grad Fahrenheit. 40 heute Vormittag, und 40 heute Nachmittag. Have a great day, your Captain. Out.” Man kuckt schnell mal raus: dicke Wolken, kalter Wind, kein Sonnenstrahl. Der Master wird wohl Recht behalten.
Die SILHOUETTE auf Transatlantik-Kurs. Ein Schiff aus Deutschland, das fünfte der Celebrity-Solstice-Klasse. Wie die vier anderen in Papenburg gebaut und gaaanz vorsichtig über die Ems an die Nordsee gebracht. „Ich hab’s gefahren”, grinst Master Kafetzis, „naja, ein bißchen.” Es sind SOLSTICE (2008), EQUINOX, ECLIPSE, SILHOUETTE und REFLECTION, jeweils im Abstand von einem Jahr. Die SILHOUETTE stammt also von 2011, sie ist die Zweitjüngste der Klasse und in perfektem Zustand. Trotzdem meckern deutsche Naturschützer am Antrieb rum: kein Rußpartikelfilter, keine Entschwefelungsanlage. Schweröl ist halt dreckig, nicht nur bei voller Fahrt, sondern auch bei den gemächlichen 17 Knoten (32 km/h), mit denen das Schiff nach Europa fährt. Die schwarzen Dieselwolken, die dabei immer mal aus dem Kamin aufsteigen, sprechen eine deutliche Sprache.
SILHOUETTE, fünfeinhalb Sterne, ist 25 Meter kürzer, 6 Meter schmaler und 6 Knoten langsamer als die ältere QUEEN MARY 2, fünf Sterne, befördert aber 200 Passagiere mehr. Dabei sind nicht etwa die „normalen” Kabinen der SILHOUETTE kleiner – QUEEN MARY 2 leistet sich einfach zwei Theater und einen Ballsaal, überdies reichlich große und ganz große Suiten. QM2 hat einen doppelten Stahlrumpf, vibriert mancherorts relativ heftig, liegt aber auch bei höherer Geschwindigkeit – 23 Knoten und mehr – satt im Wasser wie ein Rolls Royce auf der Straße. Die SILHOUETTE ist zwölf Jahre jünger, was einen technischen Riesensatz bedeutet. Sie schneidet auch durch Zehn-Meter-Wellen wie durch Butter. Vibrationen? Ein Fremdwort. Beide Schiffe beschäftigen gerade mal 1.250 Besatzungsmitglieder, eingeschlossen ist das gesamte technische Personal, natürlich auch Küche, Service, Mediziner, Security und Künstler. Und überall wird am Personal gespart: Im Kabinenservice arbeiten neuerdings auch auf der SILHOUETTE keine Teams mehr, sondern Einzelkämpfer. „Früher hatten wir zu zweit 15 Kabinen, jetzt haben wir allein zehn“, sagt Kabinensteward Edward, „das bedeutet natürlich mehr Arbeit.”
Von der Sparwelle schwer getroffen wurde auch das Unterhaltungspersonal. Dafür ist ein Cruisedirector zuständig. Pech, wenn ein solcher Mann wenig oder gar keinen Anspruch an Qualität stellt. Gab es früher ein Streichquartett, das zum Tee oder Aperitif die Saiten bespielte, ist auf der SILHOUETTE gerade noch ein armseliges Duo unterwegs, besetzt mit Violine und Bratsche, dass Klasse durch Lautstärke ersetzt. Sowas geht absolut gar nicht. Auch die Abendunterhaltung hat bei der SILHOUETTE nachgelassen. Cruisedirector Eddie aus England zieht welke britische Entertainer aus der Kulisse, egal, das Altersheim-Publikum ist begeistert, noch einmal Lieblinge aus der Jugend wiederzusehen. Auf der Transatlantik-Tour führt das bordeigene Ensemble vier No-Name-Kurzmusicals auf, die alle gleich klingen. Einziger Lichtblick ist der Jazz-Sänger Ray Brown Jr., ein Mann mit großer Vegas-Vergangenheit, der mit einem erstklassigen Trio bei jedem Auftritt das Publikum begeistert.
„Good morning, Captain Kafetzis speaking.” Es ist zehn Uhr, Tag drei, das Wetter nervtötend, die Hälfte der Decks wegen schwerer Böen gesperrt. Kafetzis versucht, die Lage zu retten: „Ich habe mir etwas Besonderes überlegt. Ich habe Discount für unsere Burger-Bar auf Deck 14 angeordnet. Zwei für einen. How nice! Now have a good day!”
Burger sind ein Ding, das Wetter ein anderes. Es gibt Sachen, die kann man auch bei Regen, Kälte und Sturm auf einem Schiff unternehmen. Beispielsweise spielen, wenn man einen Tisch findet. Oder man kann, was erstaunlich viele Menschen tun, zur Auktion der weltgrößten Kunstgalerie Park West gehen. Der Laden mit dem vornehmen Namen und Gehabe ist auf über 100 Cruiseships vertreten, genießt aber in der Kunstbranche einen mehr als fragwürdigen Ruf. Die meisten Kunstbeflissenen, die hier sitzen, kommen erstmal wegen des kostenlos fließenden Champagners, um dann vielleicht auch schnell noch ein drastisch überteuertes Bild zu kaufen. Gern vier- oder fünfstellig, der Dollar sitzt ja superlocker. Mit diesem Geschäftsmodell setzt Park West pro Jahr 400 Millionen Dollar um, und die Reedereien verdienen immer mit.
Man kann auch einem Chor beitreten, der von einer Sängerin der Theatercompany in 14 Reisetagen von null auf 100 getunt wird und am Ende ein paar Liedchen vor Publikum trällert. Man kann in der Gym Gewichte stemmen oder stundenlang auf der Treadmill rumhüpfen. Es gibt Kochkurse und Shoppingevents. Oder Vorträge von emeritierten Uni-Profs, die sich zu Hause langweilen, hier aber gern und laut beklatscht werden. Quiz und Trivias sind Selbstläufer, vom Eierwettbewerb gar nicht zu reden. Hier lassen Passagiere rohe Eier in selbstkonstruierten Fluggeräten in der Großen Halle von Deck 12 runter auf Deck 2 segeln – es gewinnt, wessen Eier unbeschädigt unten landen.
Mehr? Kein Problem. Wer Geheimes sehen will, bucht gegen Bares einfach die große Backstagetour durchs Theater, oder die große Küchentour durch die Küche. On Top rangiert die große Brückentour mit Händedruck von Master Kafetzis. Das kostet 150 Dollar, Häppchen inklusive.
Zu teuer? Zu öde? Stattdessen geht man vielleicht anständig essen, in einem der Extra-Restaurants, am besten gleich ganz oben, französisch und premier classe, im „Murano”. Dinner dort kostet 50 Doller extra, pro Person, versteht sich. Der alles entscheidende Unterschied zum „Grand Cuvee”, dem großen Hauptrestaurant mit 800 Plätzen: „Murano ist total intim, der Service einfach fabelhaft”, weiß ein Murano-Kenner. Aber: „Das Steak ist nicht anders als im Grand Cuvee.”
Überhaupt, der Service. Mag sein, dass die SILHOUETTE das schönste Celebrity-Schiff ist. Ganz sicher aber hat sie den besten Service der Flotte, und der ist auf den übrigen Schiffen schon äußerst hochklassig. Und gleichzeitig effektiv. Indonesier, Filipinos und neuerdings Südamerikaner haben die Restaurants, Cafes und Bars mit ausgesuchter Höflichkeit fest im Griff. Träten sie in Streik, wäre das gesamte Schiff erledigt. Das gilt auch fürs andere Ende der Fahnenstange – die öffentlichen Toiletten. Auf der Silhouette sind sie deshalb so makellos sauber, weil sie über den ganzen Tag einfach lückenlos sauber gehalten werden. Und abends, wenn hunderte ältere Herren die Klos vor dem Theaterbesuch schnell nochmal fluten, steht in jeder Toilette ein Pflegeteam bereit, etwaige Tropfen oder mehr sofort wegzuwischen.
Dann kommt Tag sieben. Das Wetter ist immer noch hundsmiserabel, an die Pools auf Deck 14 ist überhaupt nicht zu denken. In den Shops sind Pullover ausverkauft. Und der Ausblick auf die verbleibenden sieben Tage keineswegs besser. Kapitän Kafetzis weiß, dass er die Stimmung anheizen muss, und wandert durch sein Schiff. Kein Passagier ist vor ihm sicher, er schnappt sich alles, was nicht schnell genug auf den Bäumen ist. In der linken Hand die kleine Action-Kamera, mit der er knappen Smalltalk mit Gästen aufnimmt und für seinen „Captain’s Channel” als Meet the Passengers zusammenschneidet. „Ha”, ruft er, „in Lissabon wird alles besser. Sonne pur und 28 Grad.”
Wenig später meldet sich der Mann über die Bordanlage, diesmal ganz seriös. „The Captain speaking. Wir haben leider einige erkrankte Passagiere und deshalb den Kurs geändert. Wir fahren jetzt nach Ponta Delgada. Morgen Vormittag legen wir dort kurz an. Dann fahren wir sofort weiter nach Lissabon, wo wir planmäßig ankommen.” Die Azoren scheinen als medizinischer Notfallpunkt Karriere zu machen.
Doch ab jetzt ist Lissabon klares Generalthema, die Bordsprache Englisch mit griechischem Akzent: „Tomorrow we’ll stop at Lisbon. Do not worry. I’ve been there three times. By plane. True story! Out.” Kefetzis in Hochform: der Mann sollte Entertainer werden.
Zwei Stunden später ist Privataudienz auf der Brücke. Freundlich lächelnd steht dort ein völlig anderer Kapitän. Schneeweißes Hemd, schwarze Hose, gelassene Ruhe und überlegene Souveränität. Von Entertainer keine Spur. Man weiß nach dem ersten Händedruck, dass man diesem Mann und seinem Team uneingeschränkt vertrauen kann. Und Kafetzis liebt seinen Job: „Ich bin ein ganz guter Fahrer”, sagt er, und grinst begeistert.
In Lissabon ist alles, wie vom Master angekündigt: die Sonne scheint, 28 Grad, ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Nach neun rauen Atlantiktagen ohne Höhepunkte, abgesehen jener Walbegegnung, die außer einer hysterischen Walspotterin niemand erlebte, endlich fester Boden unter Füßen und Rollstuhlreifen. Wer irgendwie kann geht von Bord. Macht bei insgesamt drei Linern, die an diesem Tag hier am neuen Kai liegen, gut 5.000 Touris. Die Stadt ist fühlbar randvoll. Die Polizei warnt intensiv vor Taschendieben, und tatsächlich ist man noch nicht am Startpunkt der berühmten Straßenbahnlinie 28 angekommen, als dem ersten Amerikaner schon das I-Phone fehlt. Geklaut, wirklich? Bilanz am Ende des Tages beim Dinner: in dieser Runde fehlt nix, keine Handtasche, keine Kamera, kein Portemonnaie. Entweder waren alle vorsichtig, oder die Rumänen hatten frei.
Zwei Tage auf See, oft liegt das Land in Sichtweite, erst Portugal, dann die spanische Küste. Und viel Verkehr. Hier fahren reichlich Coaster und Fischer, aber auch Container und Fähren. Abends zieht Nebel auf, bleibt über Nacht. Am zweiten Tag taucht aus dem Dunst an Steuerbord ein Umriss auf, der Fliegende Holländer? Nein, Kommando zurück, es ist nur die AZURA von P&O. Sie gehört – neben Cunard, Holland-America, AIDA und anderen ‒ zum Carnival-Konzern. Der bemerkenswerte Unterschied zur SILHOUETTE: auf der AZURA gibt es nach wie vor einen klar geregelten Dress-Code.
Sowas wurde vor einem Jahr bei Celebrity abgeschafft. Sogenannte Formal Nights mit Black Tie, Abendkleid oder Dinner Jacket sind Geschichte. Elegant Chic heißt die neue Kleiderordnung, die kaum mehr über die schlichte Selbstverständlichkeit hinausgeht, zum Dinner nicht in Bikini oder Muscle-Shirt zu erscheinen. Zugegeben: In Zeiten, in denen jedes Gramm im Koffer zählt, sind viele Gäste froh, auf die Abendgarderobe verzichten zu dürfen.
Am nächsten Morgen liegt die SILHOUETTE in Le Havre, was vor allem den US-Menschen immer wieder als Paris verkauft wird. Die offiziellen Ausflüge sind trotz sündhafter Preise beliebt ‒ etwa per Bus nach Paris und zum Lunch auf den Eiffelturm für 260 Dollar. An diesem Morgen, die Paris-Busse sind längst auf der Autobahn, verabschiedet sich Kapitän Kafetzis von den Passagieren. „Holiday, bye bye.” So kurz vor Zeebrugge und, vor allem, Amsterdam? Wo das Schiff doch jetzt bald durch eine Schleuse und einen engen Kanal in die Stadt fährt? Wie soll das ohne Kafetzis gehen? „Do not worry. Bis letzten Monat hatten wir nur griechische Offiziere. Jetzt haben wir erstmals einen Iren, und jetzt finden wir jeden Hafen – jedenfalls mit etwas Glück.”
Zeebrügge: kein Problem. Das Schiff liegt mitten im Industriehafen, im Britannia-Hafen gegenüber ankert die AZURA und macht auf Party. Per Küsten-Straßenbahn kommt man bestens nach Oostende und De Panne, oder nach Knokke in der Gegenrichtung. Von hier aus könnte man eigentlich eben zu Fuß nach Amsterdam gehen, wären da nicht die vielen Flussmündungen und Kanäle, die Wester- und Oosterschelde, Wal, Maas und Haringsvliet. Also doch lieber an Bord der SILHOUETTE gefahren werden.
Mitten in der Nacht, gegen zwei Uhr, läuft das Schiff in die heftig große Schleuse von Ijmuiden. Die SILHOUETTE fühlt sich dort zwar nicht direkt wie die sprichwörtliche Möhre im Hausflur, hat aber ziemlich bequem Platz in der Schleusenkammer. Eine sehr steife Brise schiebt eisigen Regen vor sich her. Ein paar Leute wollten die Schleusung erleben, verschwinden aber schnell wieder im Bett, es gibt nichts zu sehen oder zu fotografieren.
Dann ist es sechs, und die SILHOUETTE liegt fest am Pier von Amsterdam. Wer über den Bug schaut, sieht die Amsterdam CS, die Bahnstation. Und eine Armada von Flusskreuzern, Rheinhotels, es ist Sonntag, alle kommen an, setzen Passagiere ab, laden neue, fahren am Nachmittag wieder davon.
Das tut auch die SILHOUETTE. Routinejobs, Ausladen, Einladen, ein paar Dutzend Seeleute gehen von Bord, ein paar Dutzend neue kommen. Am Nachmittag, 16 Uhr, wird alles sein wie immer. Mit 2.500 neuen Passagieren, die aufgeregt zum Katastrophendrill drängen. Dann ab in die Ostsee, nach Helsinki und St. Petersburg.
Aber das ist natürlich eine ganz andere Geschichte. www.celebritycruises.de 

17405 SILHOUETTE Transatlantik 7a Nix los auf der Rennbahn 2133 Foto Susanne PilgramMal kein Sturm, höchstens Wind. Aber der Nordatlantik macht dem Wörtchen NORD alle Ehre. Es ist ziemlich heftig kalt. Vor allem Menschen, die
nur T-Shirts im Koffer haben, frieren um die Wette. In den Shops sind Pullover aber längst ausverkauft.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 2 Captain Kafetzis auf der Bruecke 2079a Foto Susanne PilgramAuf der Brücke der SILHOUETTE gibt’s nur einen Chef: Master Dimitrios Kafetzis. Der Captain’s Chair ist nicht sein Ding, der Mann steht lieber und
hat seine Augen überall.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 5 Ins Wasser Nur Inddor 2039 Foto Susanne PilgramWer dachte, ein Atlantik-Trip sei sowas wie eine heiße Woche Urlaub am Strand, wird schwer enttäuscht. Selbst am Indoor-Pool sind Bikini und
Badehose eindeutig zu wenig.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 6 Kalt mit Nebel 2099 Foto Susanne PilgramLiegen auf den Liegen? Lieber nicht, auch wenn die Liegen-Crew an jedem Tag ohne Sturm ihren Job macht und die Liegen morgens aufstellt und
abends wieder einsammelt, die allermeisten unbenutzt.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 8 Azoren immer jedes Wetter 2235a Foto Susanne PilgramDer kleine Leuchtturm am Port von San Miguel, Azoren, wo bekanntlich die Hochs gemacht werden. Die Wetterleute geben sich Mühe, schaffen es
trotzdem nicht richtig.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 9 San Miguel Azoren 2232 Foto Susanne PilgramDie SILHOUETTE schwimmt langsam in den kleinen Hafen, lädt vier kranke Passagiere aus, macht nach wenigen Minuten wieder los und schwimmt
davon, auf direktem Kurs nach Lissabon.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 11.Tag 7 Endlich Sonne 2189 Foto Susanne Pilgram

Und dann kommt die Sonne doch mal, wenigstens für ein paar Stündchen. Und schon füllen sich Sportdeck und Outside-Pool.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 13 Ein Sonnenstrahl 2170 Foto Susanne Pilgram

Wer lieber in einem der Teak-Deckchairs liegen mag, findet sowas auf dem Promenadendeck.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 10 Sommerloch am Pool 1 2205 Foto Susanne PilgramDer Captain meldet verhaltene 20 Grad. Der abgebrühte Sonnenanbeter lässt sich jetzt nicht mehr zurückhalten. Raus aus dem Bademantel und flach
auf den Deckstuhl. In den Pool vielleicht aber doch lieber nicht.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 12 Auktion Park West 2066 Foto Susanne PilgramKunst ist auf Cruiselinern stets mit kostenlosem Champagner verbunden. Dafür sind die Werke, die hier professionell versteigert werden, etwas
weniger wertvoll, aber atemberaubend teuer.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 17 The Grand Lobby Ray Brown jr Band 2096 Foto Susanne PilgramNachmittags-Show in der Grand Lobby. Nicht der ideale Ort für ein hinreißendes Jazz-Konzert, aber Sänger Ray Brown jr und sein Trio bringen das
Publikum garantiert zum Swingen – oder zum Träumen.

17405 SILHOUETTE Transatlantik Saenger Roy Brown jr 1948 Foto Susanne PilgramEs dauert ein paar Tage, bis sich rumspricht, wo auf der SILHOUETTE die beste Musik gemacht
wird: bei Ray Brown jr. Der Mann ist ein besonderer Star. Seine Mutter war die legendäre Ella Fitzgerald, sein Vater der ebenso berühmte Jazz-Bassist Ray Brown.

17405 SILHOUETTE Transatlantik Saenger Roy Brown jr 1945 Foto Susanne PilgramDas Repertoire von Ray Brown jr und seinem Trio scheint unerschöpflich. Mit seiner warmen, schmeichelnden Stimme singt der Mann die schönsten Songs aus dem berühmten „American Songbook” und versetzt sein Publikum in Verzückung.

 

17405 SILHOUETTE Transatlantik 22 Einfahrt nach Lissabon 4 Foto Susanne PilgramGeschafft: die SILHOUETTE hat die „Brücke des 25. April” passiert und nimmt Kurs auf das neue Cruiseterminal von Lissabon, das im Sommer 2017
eröffnet wird.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 21 Altstadt Lissabon 0073 Foto Susanne PilgramHinreißend der Panoramablick von der obersten Plattform des Justa-Aufzugs: links die Ruine der Kirche Convento do Carmo, in der Mitte Rossio,
daneben Praca Figuera.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 24 Der beruehmteste Stadtlift P1070574 Foto Susanne Pilgram

Der Elevador de Santa Justa von 1902 ver-
bindet Baixa mit dem 150 Fuß höher gele-
genen Chaido. Wer fahren will, braucht
Geduld – die Warteschlange ist endlos.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 26 Lissabons Wahrzeichen Linie 28 P1070586 Foto Susanne Pilgram

Die berühmte Rua de Concecao mit der noch berühmteren historischen Straßenbahnlinie 28. Wo die ‚Remodelado’ ist, warnen die Polizisten, sind auch die erfolgreichsten Taschendiebe der Stadt.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 33 Im Hafen Zeebruegge 1 0120 Foto Susanne Pilgram Zeebrügge: Schönstes Wetter, als die SILHOUETTE irgendwo im riesigen Hafen festmacht. Wer sparen will, nimmt die Uferstraßenbahn zum
berühmten Badeort Knokke und legt sich einen Tag an den feinen Sandstrand.

17405 SILHOUETTE Transatlantik2351a Foto Susanne PilgramAus dem Dunst an Steuerbord taucht ein Umriss auf, der Fliegende Holländer? Nein, Kommando zurück, es ist nur die AZURA von P&O. Sie gehört –
neben Cunard, Holland-America, AIDA und anderen ‒ zum Carnival-Konzern.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 37 Amsterdam 1 0170 Foto Susanne PilgramAmsterdam am nächsten Morgen. Die Transatlantik-Reise endet wie sie begann: windig, kalt, regnerisch, dunstig. Das Schiff liegt nah beim
Hauptbahnhof – wie Dutzende Rivercruiser.

17405 SILHOUETTE Transatlantik 38 Amsterdam 2 0176a Foto Susanne PilgramAm späten Nachmittag verlässt die SILHOUETTE Amsterdam. Vor ihr liegt ein sechsmonatiges Sommerprogramm in Europa.
Der erste Trip führt in die Ostsee.

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