NORDSEEMAGAZIN 19

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NordseeMagazin im SeereisenMagazin
Foto: Dieter Bromund, Bremen

Bremen aus der Luft Foto Jochen Knobloch Bremer Touristik Zentrale 101891

Das ist meine Hafenstadt – Bremen. 
Foto: Jochen Knobloch, Bremer Touristik Zentrale

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 17519 Ruediger Lubricht RAW 17 Photofestival WorpswedeDas RAW 17 Photofestival Worpswede findet vom 17. September bis 15. Oktober 2017 statt.
Foto: Rüdiger Lubricht, Worpswede für das RAW 17 Photofestival Worpswede

„Look Closely” Photofestival in Worpswede
Vom 17. September bis 15. Oktober 2017 feiert die Künstlerkolonie Worpswede das Raw Photofestival unter dem Motto „Look Closely”. In sechs anspruchsvollen Ausstellungen mit 16 Fotografinnen und Fotografen werden aktuelle zeitgenössische Tendenzen der Fotografie und Fotokunst präsentiert. Ergänzt werden diese Ausstellungen durch eine Open-Air-Ausstellung und die Ausstellungsreihe Off Foto / Raw 17 mit aktuellen Arbeiten von regionalen Fotografen.
Parallel zu den Ausstellungen findet ein ambitioniertes Rahmenprogramm statt. Vom 23. bis 24. September 2017 wird in der Bötjerschen Scheune und Ratsdiele ein Fotomarkt mit renommierten Ausstellern ausgerichtet. Leica, Schneider Kreuznach, Fujifilm, Rollei, Sony, Olympus, Pentax, Novoflex, Hensel, Hahnemühle, Tetenal, Crumpler, Sirui, Sigma, Meyer Optik Görlitz, Zoner Photo Studio, New Media AV und viele weitere Firmen werden ihre neuesten Produkte präsentieren. Wer, wie Kreuzfahrer, gern fotografiert, kann sich über die neuesten Aufnahme- und Lichttechniken, Objektive und Ausdruckmedien informieren und Fachliteratur aus dem Tecklenborg Verlag und dem mitp Verlag kennenlernen.

 

17519 Auszug LiteraturatlasIm Guiness Buch der Rekorde eingetragen als kleinste Sprachinsel der Welt. Hier wird Saterfriesisch gesprochen. Quelle: www.literaturatlas.de 

 

Saterfriesisch als Unterrichtsfach
An der Küste der Nordsee wird Plattdeutsch gesprochen – in vielen verschiedenen Ausprägungen. Zwischen Oldenburg, Cloppenburg und Leer liegt ein Gebiet mit einer ganz eigenen Sprache, das Saterland, in dem Saterfriesisch gesprochen wird. Es ist seit 1999 nach EU-Recht in Deutschland als Minderheitensprache offiziell anerkannt und wird deshalb besonders geschützt. Mit dem Hochdeutschen hat es kaum Verbindungen, etwas mehr schon mit dem Plattdeutschen. Man schätzt, dass noch etwa 1000 bis 2000 Menschen Saterfriesisch sprechen.
Bis zum Ausgang des Mittelalters war dieses Alt-Friesisch in ganz Ostfriesland verbreitet. Ostfriesen brachten es auf die kleine Geestinsel im Moor im nördlichen Oldenburger Münsterland mit, als sie vor Überschwemmungen von der Küste flüchteten. Dort überlebte die Sprache, wenn auch ohne schriftliche Zeugnisse.
Ein schwarzer Amerikaner, Marron Curtis Fort aus Boston erstellte in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts als Professor für Niederdeutsch und Saterfriesisch an der Universität in Oldenburg ein umfangreiches Wörterbuch. Etwa dreihundert Kinder lernen zurzeit das Saterfriesisch ihrer Vorfahren wieder in Kindergärten und in den Grundschulen der Gegend.

 

Neue Kaje in Emden geplant
Der Autoumschlag wird weiter wachsen, lauten die Prognosen. Der Hafenbetreiber Niedersachsen Ports will deshalb in Emden einen neuen Liegeplatz für Großschiffe bauen. Der entsprechende Antrag wurde jetzt beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz gestellt. Im Außenhafen soll eine neue Kaje gebaut werden von 337 Metern Länge. Weiter soll ein neues Hafengelände entwickelt werden. Über die Kosten ist bisher nichts bekannt geworden.

17519 216658 galleryV9 abcd 216658 Foto Gemeinde SuurhusenSchiefer steht keiner: Der Kirchturm in Suurhusen hält den Weltrekord. Foto: Gemeinde Hinte, Ortsteil Suurhusen

Rekord in Ostfriesland
Seit zehn Jahren steht ein Rekord in Ostfriesland in der Gemeinde Suurhusen, einem 1200 Seelen-Dorf bei Emden. Der Kirchturm steht mit 5,19 Grad Neigung deutlich schiefer als der weltbekannte Turm von Pisa mit seinen 4,19 Grad. Zwar ist der italienische Turm mit seinen 55 Metern Höhe mehr als doppelt so hoch wie der Ostfriesische mit 26 Metern – doch der Rekord bleibt unangefochten. Der Turm mit seinen 2000 Tonnen Gewicht ist gesichert, neigt sich aber trotzdem pro Jahre um fünf bis zehn Millimeter weiter. Wie viele Kirchen in Ostfriesland wurde auch die Suurhusener auf Eichenstämmen gegründet, die das Grundwasser konservierte. Im 19. Jahrhundert begann man mit der Entwässerung des Landes. Luft kam an die alten Bohlen, die dadurch langsam vermoderten. Der Turm neigte sich langsam in westlicher Richtung. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ließ die Kirchengemeinde 14 Pfähle in tiefe Bohrlöcher rammen und rettetet damit den schiefen Turm von Suurhusen. Rund 10.000 Gäste aus aller Welt besuchen ihn jedes Jahr.

 

Wieder Reparaturen an der Kaiserschleuse in Bremerhaven
Wer in Bremerhaven seine Kreuzfahrt beginnt, kennt die Kaiserschleuse. Sie dient vor allem den riesigen Autotransportschiffen. Ist sie offen, müssen Busse auf dieser Strecke zum Kreuzfahrtterminal an der Columbuskaje oft sehr lange warten. Neu gebaut wurde die gewaltige Schleuse zwischen 2007 und 2011 für 230 Millionen Euro. Schon 2014 und 2015 musste sie saniert werden. Und jetzt stehen weitere Reparaturen an, die voraussichtlich 22,5 Millionen Euro kosten werden, von denen das Land Bremen wohl 7,5 Millionen Euro zahlen muss. Wer für dieses Debakel die Verantwortung trägt, wird in Bremen diskutiert. Als der Neubau beschlossen wurde, war ein CDU Mann Hafensenator, als der Bau begann ein Mann der SPD.

 

17519 Foto Eurogate Wilhelmshaven 0283Der Riese hat in Wilhelmshaven festgemacht. 400 Meter Schiffe wollen abgefertigt werden. Foto: Eurogate Wilhelmshaven

Größtes Containerschiff der Welt in Wilhelmshaven
Auf ihrer Jungfernfahrt hat mit der OOCL HONG KONG das weltgrößte Containerschiff mit einer Stellplatzkapazität von 21.413 Standardcontainern (TEU) am 2. Juli das Container Terminal Wilhelmshaven angelaufen. Das Schiff ist 399,9 Meter lang, 58,8 Meter breit und verbindet im Ocean Alliance-Dienst „Asia Europe Service Loop 1 (LL1)” Wilhelmshaven direkt mit den Häfen Shanghai, Ningbo, Xiamen, Yantian und Singapur. Die Transitzeit von Wilhelmshaven nach Singapur beträgt in diesem Dienst nur 27 Tage. Wilhelmshaven ist der einzige deutsche Hafen, den die OOCL HONG KONG angelaufen hat. Einer der Schlepper, der dem Riesen an die Pier in Wilhelmshaven half, kam aus Hamburg, die BUGSIER 5. Hamburg war aus dem gemeinsamen Projekt eines deutschen Tiefseehafens mit Bremen und Niedersachsen ausgestiegen, um eigene Interessen zu verfolgen.
Die OOCL HONG KONG ist der erste von insgesamt sechs Neubauten der Reederei OOCL. Mit der OOCL GERMANY wird im Oktober dieses Jahres das zweite Schiff dieser Klasse in Wilhelmshaven erwartet.


hr

17519 u1 978 3 10 002483 1 Foto S Fischer Verlag

Das besondere Buch: Am Rand der Welt

Die Nordsee ist schon hunderte Mal beschrieben und besungen worden, ihre Geschichte gehört in den Grundschulunterricht, Dutzende von Filmen spielen auf oder unter ihr und an ihrem Rande. Warum also noch ein Buch über die Nordsee? Und dann von einem Engländer, der noch nicht einmal studierter Historiker ist?
Der englische Titel verrät mehr als der nüchterne deutsche: „The Edge of the World. How the North Sea made us what we are.” Wie die Nordsee uns zu dem machte, was wir sind. Die Nordsee als Held also? Wissen wir nicht schon längst alles über sie? Pye schreibt auf Seite 31 – seine Absicht entlarvend: „Jede Nationalgeschichte ist in aller Regel extrem lückenhaft.” Und holt sich Verstärkung von Ernest Renan, der behauptete, das Vergessen spiele bei der Erschaffung einer Nation eine wesentliche Rolle. Daher sei die Geschichtswissenschaft eine Gefahr für die Nation. Genau das ist dieses Buch auch.
Weil wir ja schon alles über unser Land und das Meer in seinem Norden wissen, beginnend mit den alten Römern und den Mönchen des Mittelalters. Wir wissen, wer die Wikinger waren und was die Hanse leistete. Und zwischen Grönland und der der Rheinmündung kann uns kaum noch etwas überraschen.
Und dann kommt dieses Buch und wir müssen neu nachdenken. Die Normannen waren nicht nur die Wüteriche, zu denen geistliche Autoren sie später machten. Und die Friesen waren Städtegründer und große Händler, die wieder Silbergeld einsetzen, statt Waren zu tauschen. Bücher wanderten als Kostbarkeit über Land und Meer. Und so geht es weiter, 474 spannende Seiten lang.
Michael Pye, Jahrgang 1946, als Sachbuch- und Romanautor, als Journalist und Kolumnist vielfach ausgezeichnet, setzt da an, wo wir alles schon zu kennen glauben. Und schreibt eine Geschichte, die überaus lesenswert ist. Elegant und mit dem Wissen, wie man Fachleute nicht verprellt und Laien bei der Stange hält. Lobenswert die Quellenangaben und die kritischen Anmerkungen am Ende des Buches, ein Abbildungsverzeichnis und ein ausführliches Register. Pyes Buch ist Ferienlektüre für einen Nordsee- oder Ostsee-Urlaub, Lektüre für Seetage und für jeden, der gern mal wissen möchte, wer wir wirklich sind, die wir heute an der Nordsee leben.
Michael Pye ·
Am Rand der Welt · Eine Geschichte der Nordsee und der Anfänge Europas · Aus dem Englischen von Michael Bischoff · S. Fischer Verlage, Frankfurt · ISBN 978-3-10-002483-1 · 26,00 € · S-Fischer-Verlage/Nordsee 

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